Blog, Reviews

Blog Entry No. 29 – Full Disclosure

Dear Readers,

have you ever read a book that made you wonder how you could walk through society with your eyes closed until now? Well, I truly hope so for you. If not, you maybe should consider reading Full Disclosure by Camryn Garrett. This book, published in 2019 in Great Britain by Penguin Books, isn’t just a great bestseller. It’s eye-opening, honest (at least it feels honest) and relatable.

To be frank, I usually don’t like photographs as cover, but this one – taken by Theodore Samuels – fits the novel pretty well. It’s unobtrusive, nearly shy, but still beautiful. It portrays the main character extremely good, I think. The title and the authors name seem to scream, because of the bright colour and therefore build an intense contrast to the calm blue in the background.

Full Disclosure is told by the main character Simone. She is finally happy again at her new school, after she was hated badly at her old one, because the students and parents found out that she’s HIV-positive. She has found her beloved, two, best friends – Claudia and Lydia -, she’s directing the school musical Rent and she’s making out with Miles, the attractive boy, who helps with the musical’s set. Simone is happy, full of questions about having sex with HIV, but happy. But as she finds an anonymous note in her locker that threatens to tell everyone that she’s positive, her world is standing upside down again and definitely not in a good way…

Full Disclosure is probably the first Highschool-novel that actually taught me something. I mean a way of understanding a perspective I definitely can’t relate to, because I’m luckily not affected by the issues black people and people with HIV have in society. I’m glad that I found this novel, because it showed me that there are things I will, I can never understand, since I’m one of the privileged, healthy, white folks that urgently need to be told what it’s like to be affected by racism and ignorance. This topic is highly complicated, amongst other things, because it’s an emotional one that involves many different, individual experiences as well as a complex history and a lot of ignorance and unreasonable fear. I get confused about the whole matter frequently, but I try to understand. I’m sorry for everyone I might have hurt because of my own ignorance. I think we all should communicate more and in a healthier way. Listen to what the people have to say. Listen to how they feel and I guess then there will be at least a chance to improve, to understand and to stop the sorrow. Full Disclosure is – in my opinion – a book, that explains to the reader in a subtle, sensitive way, how it feels to be hated and not understood. The story is told by Simone, so one gets to know her thoughts while reading, which helps enormously to realize, why she’s reacting in the way she does. She’s a character that develops and that is independent which leads to a perception of her as an authentic person. Additionally, all the supporting characters are drawn in a deep and original way with their own problems, that get discussed and aren’t just ignored like in other novels.

All in all it’s a gorgeous book with great characters and important matters. It discusses the perception of HIV-positive, of black and of queer people and doesn’t forget the “simple” matters of growing up. No matter if one likes Young Adult or romantic novels, I think everyone, but especially all the privileged, white, healthy, ignorant people should read Full Discosure at least once in a lifetime, but actually as soon as possible.

Have a great week,
Aly

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Blog Entry No. 20 – Wir leuchten

Liebe Leser,

das Buch, um das es mir heute gehen soll, bedeutet für mich einige Erste-Male. Ich habe zum ersten Mal ein Buch vorbestellt (und es noch vor der offiziellen Veröffentlichung gelesen), es ist das erste persönlich und überhaupt signierte Buch in meinem Bücherregal und ich werde am 19. 02. 21 zum ersten Mal eine Lesung (wenn auch nur online) besuchen. Umso passender, dass es in eben diesem Roman unter anderem auch um Erste-Male geht: Der erste Roadtrip, das erste Mal betrunken, die erste Diskussion mit einem Ex-Nazi und die erste Freundschaft mit Pakistani, nur um ein paar wenige zu nennen. Wir leuchten ist außerdem der Debutroman Joe Rains, wie passend. ^^

Joe Rain fing während ihres Abiturs an, ihren ersten Roman zu schreiben. Gestern, nach etwas mehr als vier Jahren Überarbeitung, einer bestandenen Feuerprobe auf Wattpad und all dem was eben zu der Veröffentlichung eines Buches dazugehört, ist Wir leuchten endlich offiziell im Wreaders Verlag erschienen. Für alle, die noch überlegen, ob dieses Buch das richtige für sie ist, noch nie davon gehört haben oder es vielleicht schon gelesen haben und einfach noch andere Meinungen lesen wollen, hier meine Rezension und Weltsicht. Viel Spaß. 🙂

Wie immer, zuerst das Cover: Ich muss sagen, ich liebe die Stimmung, die es ausstrahlt. Die warmen Farben lassen es irgendwie gemütlich wirken und der Pick-up, die Berge, der Wald und die Sonne strahlen die pure Abenteurer-Atmosphäre aus. Außerdem passen der irgendwie fast schon minimalistische Comic-Zeichen-Stil und die schlichte Schriftart gut zueinander, was zusammen mit den harmonierenden Farben ein sehr angenehmes Bild ergibt. Ich muss aber leider zugeben, dass ich erstmal googlen musste, wie Pick-ups aussehen, weil im Buch eindeutig fünf Personen in das Auto passen und ich mir das bei dem Bild auf dem Cover wirklich nicht vorstellen konnte. 😅
Mittig am unteren Rand sieht man auch das Logo des Wreader Verlags und sonst verliere ich nicht besonders viele Worte über den betreffenden Verlag, aber dieses Logo ist einfach das schönste, das ich bisher irgendwo gesehen habe, weshalb es einfach eine extra Erwähnung verdient.

Wir leuchten wird von Estelles Perspektive erzählt. Estelle, die Meinungslose. Sie erzählt von ihrem durchschnittlichen Leben, von ihrer beendeten Beziehung und ihren schlechten Noten im Schulhalbjahr 12/1. Bis sie auf einer Party Isy kennenlernt und spontan entscheidet wegzulaufen. Irgendwohin, nur Hauptsache weg von ihrem alltäglichen, erdrückenden Leben.

Ab dem Punkt verändert sich alles. Ein Pick-up wird geklaut und der Besitzer mit einem High-heel K.O. geschlagen. Als dieser sich jedoch entscheidet, einfach mitzukommen, beginnt ein Roadtrip voller politischer Diskussionen, philosophischer Statements und neuer Freundschaften. Gemeinsam mit Estelle wird dem Leser, das Konfliktpotential von “Politik” näher gebracht. Man lernt, die Hauptperson begleitend, sich eine eigene Meinung zu bilden und zu verteidigen und dass man auch erhobenen Hauptes nachgeben kann. Wir leuchten ist eine Geschichte von Fremden, die zu besten Freunden werden, auf ihrem Weg noch mehr fremde Freunde treffen und mit Musik und einem orangenen Pick-up vor ihrem alten Leben davon fahren.

Beim Lesen sind mir vor allem zwei Aspekte aufgefallen: Estelle und ich würden uns wahrscheinlich ständig streiten und viele Charaktere haben einen Beinamen. Isy, die Kommunistin, die Verrückte. Estelle, die Meinungslose. Daniel, der Nazi, der Rechtsdenkende. Max, der Angeber. Jens, der Glatzkopf.

Angesichts dessen, dass ich zu den meisten politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen eine Meinung habe und es liebe, diese auszudiskutieren und zu verteidigen, empfand ich Estelles Einstellung zu Beginn des Buchs als sehr anstrengend, da ich sie zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen kann. Da es jedoch genau diese Unwissenheit, bzw. Meinungslosigkeit ist, die die politischen Diskussionen dem Leser näher bringt und “Politik” nahbar macht, kann ich gut mit Estelles Charakter leben. Schließlich sind es ja auch eben die verschiedenen Perspektiven und Grundlagen, die Diskussionen spannend machen, weshalb ich mir während des Lesens auch oft gewünscht habe, in den Roman reisen zu können, um meine Meinung mit den drei, später fünf Hauptcharakteren teilen zu können.
Unabhängig davon störe ich mich aber auch etwas an ihrer Vorstellung, Menschen ändern zu können. Estelle beschreibt mehrfach, wie gern sie Daniels Meinung ändern würde, meint an einer Stelle, sein Gedanke wäre nur wie eine Krankheit, die sie wegheilen könne und wünscht sich, er wäre mehr wie sie. Natürlich verstehe ich ihren Wunsch, ihn mit rationalen Argumenten von seinen grausam klingenden Theorien abzubringen und von einer “humaneren” Meinung zu überzeugen, schließlich ist es genau das, was jeder Diskutierende mit seinem Gegenüber versucht. Man will die eigene Ansicht vertreten und verbreiten, weil man sie, zumindest zu Beginn einer Diskussion, für richtiger hält. Jedoch glaube ich nicht, dass man eine Person von Grund auf ändern kann oder mit diesem Ziel an eine menschliche Interaktion herangehen sollte. Man kann dem Gegenüber mehr Informationen und Sichtweisen darlegen, aber welche Schlüsse Derjenige daraus zieht, kann man nicht beeinflussen, vor allem dann nicht, wenn man nicht weiß warum eine Person denkt und handelt, wie sie es tut. Umso besser finde ich es aber, dass Estelle in den meisten Diskussionen zwischen Isy und Daniel als Vermittlerin auftritt und die beiden daran erinnert, dass man manchmal auch einfach verschiedener Meinung ist und keinen zufriedenstellenden Kompromiss findet.
Ich fand einfach über das ganze Buch hinweg nicht wirklich einen Draht zu Estelle, weil sie durch ihre starke Entwicklung relativ schwer einzuschätzen ist und wir wahrscheinlich einfach eine völlig gegensätzliche Art haben, die Welt zu betrachten, was ja aber nicht unbedingt schlecht ist.

Die Verwendung von Beinamen, welche direkt dazu führt, dass man sich die Personen lebhafter vorstellen kann und sie besser im Gedächtnis bleiben, führt mich zum Schreibstil: Joe Rain gestaltete die Geschichte sehr bildlich. Während ich Wir leuchten gelesen habe, ließ mich das Buch jede Emotion mehrfach durchleben. Ich habe gelacht, geweint, geflucht, wurde verletzt und habe verziehen. Ich habe mich über Aussagen aufgeregt und manchmal kurz danach innerlich einem Charakter dafür gedankt, meinen Gedanken ausgesprochen zu haben. Ich hatte Angst und war verwirrt. Alles war vertreten. Diesen Roman zu lesen, war wie selbst auf diesen Roadtrip zu gehen und neue Freunde zu finden. Trotz aller Differenzen, die Debatten über Themen, wie sie hier angesprochen werden, immer offen legen, habe ich Estelle, Isy, Daniel, Tahreem und Majid in mein Herz geschlossen. Ich habe mit Arnold mitgefühlt und mich von der Dankbarkeit für Ellie durchströmen lassen. Es war eine spannende Reise, geleitet von der Idee eines Treffens zwischen einem Nazi und einer Kommunistin.

Wir leuchten ist ein weiteres Buch, welches ohne Notizen und Post-its in meine Hände fiel und mit zahlreichen markierten Zitaten und Szenen in mein Bücherregal einzieht. Meiner bisherigen Erfahrung nach, zeigen viele Klebezettel am Rand eines von mir gelesenen Werkes, wie tiefgründig, wunderschön und/oder diskutabel und somit wieder interessant es ist. Farblich unterschied ich dieses Mal zwischen “würde ich gern diskutieren/dazu würde ich gern meine Meinung mitteilen” in orange, “wunderschön, einfach durch und durch schön” in blau und “finde ich kritisch” in gelb, wobei ich meine gelb markierten Punkte in dieser Rezension schon beinahe vollständig genannt habe. Um euch zumindest ansatzweise an meiner Gedankenwelt zu einigen Textstellen teilhaben zu lassen, ohne einzelne Beiträge zu jedem Thema zu schreiben (vielleicht mach ich das im Laufe der Woche noch, je nachdem wie viel Zeit sich findet), werde ich einfach thesenartig meine Meinung oder meine Lieblingszitate auflisten.

Alf hat zwar an sich nichts mit dem Buch zu tun, aber ich fand dieses Bild einfach wirklich niedlich ^^

Meine Gedanken zu Orange:
Jemanden K.O. zu schlagen, sodass er für mehrere Minuten bewusstlos ist, hat, soweit ich weiß, schwere Hirnschäden zur Folge. (Selbst Boxer, die mehrfach sehr hart getroffen werden, bleiben selten bewusstlos liegen. Über Situationen des K.O. – Schlagens wundere ich mich in Büchern und Filmen häufiger, da sie für die Geschichte meist unerlässlich, aber fast nie realistisch sind, obwohl man natürlich argumentieren kann, dass das fiktive Werke sind.)
Es gibt keine richtige Meinung.
An mehreren Stellen ist mir aufgefallen, dass, besonders von Isy, aber auch von den anderen hin und wieder, so gut wie nie zwischen gleich und gerecht unterschieden wird. Diese Unterscheidung ist aber extrem wesentlich für viele ihrer Diskussionen.
“Angst und Liebe sind die beste Motivation, die es gibt.” Arnold hat recht.
Man hat nicht immer die Wahl.
In einer gerechten Gesellschaft kann nicht jeder das gleiche besitzen.
Das demokratisch bestimmte Gesetz definiert, was kriminell ist. Wenn Isy also für eine neue Gesellschaft den Widersachern ihre Menschenrechte absprechen will, wonach beurteilt sie dann, dass sie wirklich Kriminelle sind, mit welchem Recht entscheidet sie, wer es verdient hat bestraft zu werden? In dem Punkt gebe ich Daniel recht, sie widerspricht sich.
Ich stimme Daniel zwar zu, dass die Natur wertvoller sei als der zerstörerische Mensch, jedoch glaube ich, dass sich der Mensch selbst vernichtet, weil er unfähig ist das eigene, grundlegende Wesen zu verändern.
“Wir sind alle individuell. […] Es gibt nicht genug Schubladen, um uns zu trennen.” Isy spricht sehr wahre Worte an dieser Stelle.

Zwei kurze Sätze zu dem letzten übrigen gelben Zettel: Ich verstehe Menschen nicht, die Lebensmittel vernichten, nur weil sie auf feuchte Erde gefallen sind. Es ist nicht wahr, dass Schüler*innen mit einem 1,0er Abitur ihre ganze Freizeit mit dem Lernstoff verbringen.

Ein paar blau markierte Zitate:
“Ob diese Gefühle jetzt jemand anderen befallen? Oder lösen sie sich einfach so auf? Verschwinden sie in der Luft, mischen sich unter die dunklen Bäume und die abgefallenen Herbstblätter, fliegen hoch in den Himmel und werden von Galaxien und Sonnensystemen verbrannt, verwandeln sich in Sternenstaub?” – Estelle
“Wir sind wie dieser Ast. Wir sind genauso zerbrechlich und trotzdem stark. Wir lieben das Risiko, ins Wasser zu fallen. Trotzdem versuchen wir immer wieder aufzusteigen und nach oben zu wachsen. Unsere Gedanken sind unsere Zweige, die oben und unten austasten, bevor wir uns entscheiden.” – Daniel
“Sie strahlt mich an und ich strahle zurück. Sind wir nicht alle wie vereinzelte Sonnen? Alle in diesem Raum einzelne Sterne, die sich zu einem Universum zusammenfinden? Der Mond ist die Musik, die Erde unser Licht, das Dunkel der alles übertönende Bass, der unsere Herzen zusammenbringt.” – Estelle

Dieses Buch, Wir leuchten, ist großartig. Es vereint Gefühle, Philosophie und Menschenliebe mit spannenden politischen und historischen Debatten. Es bringt mich dazu, die Charaktere immer und immer wieder zu hinterfragen und trotzdem ihre Erlebnisse und Emotionen zu teilen. Es ist ein Buch mit Tiefe, eines das zum Nachdenken anregt, genauso wie es eines der Romantik und Freundschaft ist. Es lädt dazu ein, dem eigenen Leben hin und wieder zu entfliehen und sich trotzdem seinen Ängsten zu stellen. Wir leuchten ist wahrscheinlich das erste Buch, bei dem ich mich genauso oft über Aussagen oder Verhaltensweisen aufgeregt habe, wie ich mit den Menschen mitgefühlt habe. Genau diese Mischung macht es real, es fühlt sich echt an.

Das Buch kam zusammen mit vielen supersüßen Extras an. Einige seht ihr hier auf dem Bild (ich habe mich sofort in den kleinen Tintenfischsticker vom Wreaders Verlag verliebt). Doch das Beste waren nicht die Sticker oder die Lesezeichen, das Beste waren die lieben Worte im beigelegten Brief der Autorin. Liebe Joe, ich danke dir von Herzen für die kleine Geschichte. Manchmal ist es eine Fremde, die einem genau das sagt, was man gerade hören muss.

Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass Wir leuchten das erste signierte Buch in meinem Bücherregal ist. Die Vorfreude und Ungeduld nach der Bestellung hat sich für jede Seite gelohnt und ich freue mich schon darauf, es in Zukunft aus dem Regal nehmen und jeder Zeit noch einmal lesen zu können. Meiner Meinung nach, sollte jeder, ganz besonders die politikverdrossenen Meine-Stimme-macht-doch-sowieso-keinen-Unterschied-Nicht-Wähler, Joe Rains Wir leuchten mindestens einmal gelesen haben.

Zum Schluss noch eins: Während des Lesens habe ich eine Spotify-Playlist mit allen erwähnten Liedern (ich hoffe ich hab keins vergessen) erstellt, weil ich finde, dass Musik die Stimmung auf eine besondere Weise wiedergibt. Wenn ihr also Lust habt, hört gern mal rein. 😉

Ich hoffe, euch geht es gut,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 14 – Anansi Boys

Dear readers,

today is the birthday of a very special person, my best friend and partner in every dumb idea I have, therefore I want to dedicate him this blog post by writing about Anansi Boys, a book he recommended and lent me. Love you loads Hefti Boy, thank’s for everything. ❤

Many of you might know the author of the book: Neil Gaiman (*1960). He is a British writer of Science Fiction and Fantasy novels, comics and screenplays. Maybe you have seen Good Omens? It’s a series you find on Amazon Prime with Michael Sheen and David Tennant in the leading roles. The novel this series is based on was written in 1990 by Neil Gaiman and Terry Pratchett.
Anansi Boys was firstly published in 2005 by William Morrow, HarperCollins Publishers in New York. The book I read and used for the pictures is a German distribution translated by Karsten Singelmann. It was printed in 2011 and published by Wilhelm Heyne publishing house in Munich. Often it is portrayed as the second part of American Gods (published 2001), but I think it is easily readable without reading American Gods before.

By comparing those two covers, I definetly like the German edition more. It is simple and elegant. Both covers show the most essential element of the Story: Anansi, a god, the spider. Personally, I’m no huge fan of little, crawling animals that have more than four legs, so I’m really not sure if that book would have caught my attention in a book store or a library. But as I’m no arachnophobic ether and now read and loved the book, I nearly enjoy looking at the cover because I know the story behind it.

That’s the cover I found at goodreads (https://www.goodreads.com/book/show/2744.Anansi_Boys?ac=1&from_search=true&qid=KG6NUnJFxh&rank=1), so I guess that’s one of the more original covers. If you want to see the other editions just look at goodreads, there are nearly all editions shown.

Anansi Boys tells the story of Fat Charlie, a young man who always had some kind of difficult relationship to his father Anansi. As Anansi dies, finds Fat Charlie out, that he had a god as father and a vanished twin brother. And old lady tells him how to contact his brother and as he did so and his brother Spider moved in at Charlie’s, the chaos starts when the main character tries to get rid of his brother. It’s a book full of music and of stories, a mystical and romantic Fantasy tale. My favourite scene is Spider telling his brother how he prepared for their first meeting, he wanted to talk in rhymes, but found only the first line (For all my German-speaking readers I can quote it from page 95: “Blut ruft nach seinesgleichen wie Sirenen in der Nacht”) and ended up with “Tum-tumpty-tumpty-tumpty hat ihm Angst gemacht” (I guess in the original it’s something like “scared him out”). It shows so perfectly well the mixture of seriousness and humour that this book is written with.

With a capturing writing style, Neil Gaiman whisks the reader away in a world full of stories, imagination and magic. But this world is more than just fantastic, it is also thrilling and at some points a bit spooky. All in all, it’s a great story packed in a gorgeous style, but that’s it. Anansi Boys is an amusing Tale, but it’s not very deep. It doesn’t need to because it wouldn’t fit the kind of book it is, but it is the reason why I probably won’t read it again many times too. If you’re looking for a book to read for enjoyment, to sit down in the evenings and escape your everyday life, it is a perfect choice. If you’re looking for a book that makes you rethink your entire existence, it’s not.

I hope you have enough time to read a bit now as it gets cold outside (last weekend the first snow fell at home, it made my soo happy, just like Lorelai in Gilmore Girls [one of my all-time favourite series, it’s so wonderful, romantic and real]) and cosy inside and the Christmas time started.
I wish you all a great time,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 12 – Den Mund voll ungesagter Dinge

Liebe Leser,

diese Review ist eigentlich nicht wirklich eine, denn dafür wird sie wahrscheinlich viel zu persönlich. Im letzten Beitrag hatte ich im Post Scriptum erwähnt, neue Bücher bekommen zu haben, nun, eines davon war Den Mund voll ungesagter Dinge und es hat mich genau dann erreicht, als ich es vielleicht am dringensten brauchte. Mein Leben fühlt sich zur Zeit an wie das Wetter heute: stürmisch und kalt, nicht direkt schlecht, aber doch so, dass man nicht raus gehen möchte. Es ist ein Chaos, mit dem ich noch nicht gelernt habe umzugehen.
Begonnen hatte alles an einem Abend vor genau einer Woche, ein Abend an dem ich mich selbst so sehr enttäuscht und im Stich gelassen habe, wie noch nie. Das schlechte Gefühl zog sich durch die ganze Woche, selbst in den fröhlichsten Momenten, in denen ich mir die Seele aus dem Leib gelacht habe, saß das Gefühl in einer dunklen Ecke meiner Gedanken und hat darauf gewartet wieder die Finger um meinen Hals zu legen. Hinzu kam eine permante Übelkeit, nicht so stark um mich hungern zu lassen, aber als hätte jemand in meine Magengrube geschlagen, nachdem ich aus dem Gedankenkarusell gefallen bin. Am Dienstagabend hatte ich in diesem Buch dann endlich den ersehnten Ausweg aus der ganzen Realität gefunden. Im Grunde war es wieder nur eine von vielen romantischen Geschichten, nur mit mehr Drama, realer, aber irgendetwas scheinen Romanzen und Dramatik an sich zu haben, das mich einfach immer und immer wieder fesselt.

Der von der deutschen Autorin Anne Freytag geschriebene und 2017 veröffentlichte Roman beschreibt in sehr vielen Facetten seiner Handlung genau das Gefühl, welches der Titel bereits ausdrückt: Es liegen einem so viele Gedanken auf der Zunge, bereit ausgesprochen und gehört zu werden, doch letztlich bleiben sie Gedanken, bis man vielleicht doch irgendwann den Mut findet, sie Realität werden zu lassen. Im Roman erlebt man aus Sophies Perspektive, wie ihr Vater beschließt kurz vor ihrem Abschluss von Hamburg nach München zu seiner Freundin, ihren Söhnen und ihrem Hund zu ziehen. Sie kam bis dahin immer ganz gut allein zurecht, doch plötzlich in einer neuen Welt, weit weg von Zuhause gefangen, lebt sie in einem großen Haus voller Leben und fühlt sich nur noch einsamer. Doch dann trifft sie Alex, das Nachbarsmädchen mit dem sie sich plötzlich nicht mehr allein, sondern glücklich fühlt. Natürlich ist die Handlung noch deutlich tiefer und komplexer, aber ich will euch nicht die Freude nehmen alle Charaktäre selbst kennenzulernen. Um das Buch in einem Satz zu beschreiben, würde ich sagen, dass es zeigt, wie viel ein einziger Kuss und ein paar ausgesprochene oder geschriebene Worte verändern können.

Die Gestaltung des Buches ist sehr modern gehalten, was mich als Liebhaber von klassischen Werken immer erst etwas irritiert (ich bin auch kein Fan von modernen Adaptionen klassischer Theaterstücke, sobald zum Beispiel Medea anfängt eine Whatsappnachricht zu schreiben oder etwas auf Facebook zu posten, würde ich immer am liebsten das Theater verlassen), da aber die Zielgruppe vermutlich etwas jünger ist als ich und dadurch ein bisschen das Gefühl entsteht, man säße neben Sophie und würde mit ihr die Konversationen lesen oder die Musik hören, kann ich ganz gut damit leben. Eine grammatikalische Besonderheit, die die Autorin aber offenbar immer so gestaltet, ist die Konstruktion “jemand schimpft jemanden”. Ich war mir immer sehr sicher, dass es “jemand schimpft mit jemandem” heißt und auch der Duden scheint mir recht zu geben. Ich stamme jedoch aus einer Gegend, in der mit starkem Dialekt gesprochen wird und kenn mich nicht besonders gut mit anderen Dialekten in Deutschland aus, also könnte ich auch gut verstehen, wenn damit ein bestimmter Dialekt bedient werden sollte und es sich für mich nur ungewöhnlich anhört.

Den Mund voll ungesagter Dinge gehört zu der Art von Büchern, in die ich mich ohne Probleme vor der Wirklichkeit flüchten kann, in denen ich mich selbst verlieren kann. Gleichzeitig aber finde ich mich selbst und die Probleme, die mein Gedankenkarusell stetig antreiben, in so vielen Situationen, Gedanken, Problemen, Personen, Geständnissen und Ängsten der Handlung wieder, dass es mir einen Spiegel vorhält, der nicht mahnt, sondern einen nicht allein lässt. Mir wurde in der letzten Woche gesagt, ich würde sehr dramatisch schreiben. Kurz danach dachte ich über eine Situation im Buch, dass sie doch vielleicht etwas übertrieben dramatisch sei und viel einfacher aufzulösen gewesen wäre, als es getan wurde. Aber vielleicht ist genau das der Punkt des Lebens und des Schreibens: das Leben ist nun mal dramatisch und voller unerklärlicher Gefühle und Gedanken, die einem auch oft Angst einjagen können und ist es so falsch darauf dramatisch und irrational zu reagieren? Beim Schreiben kommt dann noch hinzu, dass die Dramatik einfach ein unerlässlicher Wegbegleiter ist, wenn man die Leser fesseln und ihre Augen öffnen will. In einer Welt, in der eine schlechte Nachricht die nächte jagt, reicht es nicht mehr Probleme nur anzusprechen, man muss die Menschen dazu bringen zuzuhören und nachzudenken. Wenn man genauer darüber nachdenkt, hat es auch in der Literaturgeschichte noch nie gereicht, nur zu beschreiben, alle einflussreichen Autoren ihrer Zeit nutzten Unmengen der Dramatik.

Dieser Blogbeitrag ist mit warmer Dankbarkeit an die Fotografin geschrieben. Sie ist nicht nur die Person, die mir dieses wundervolle Buch empfohlen hat, sie ist auch einer der wichtigsten Menschen und Mitwisser meines Lebens.

Ich habe diesen Blogbeitrag aus verschiedensten Gründen so viel persönlicher geschrieben, als ich es normalerweise tun würde. Texte wie dieser sind es, die mir den Anlass dazu gaben, unter einem Pseudonym zu schreiben. Die Menschen, die wissen wer hinter diesem Blog steht, kann man an einer Hand abzählen. Ich wollte persönlich werden können, ohne Angst vor persönlichen Konfrontationen oder besorgten Blicken haben zu müssen. Mir hilft das Schreiben an schweren Tagen immer dabei, irgendwie mit allem klar zu kommen und ich habe besonders in der letzten Woche, unter anderem auch durch die Geschehnisse in Den Mund voll ungesagter Dinge, gemerkt, wie wichtig es ist die eigenen Gedanken auch mal loszuwerden, sie irgendwie aufzuschreiben oder jemandem anzuvertrauen. Ich weiß, dass es viel zu vielen Menschen in dieser Welt aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gut geht. Besonders die Einsamkeit trifft viele in dieser immer dunkler werdenden Jahreszeit, in der Mitte einer Pandemie, sehr hart. Mich auch und das, obwohl ich nicht allein bin. Deshalb möchte ich euch besonders hiermit, mit einem Stückchen Ehrlichkeit, sagen, dass ihr mit dem Gefühl nicht allein seid. Das ist nur wenig Trost, ich weiß, vor allem für all diejenigen, die mit viel schlimmeren Problemen zu kämpen haben. Mein Gedankenkarusell dreht sich um euch, um all die Probleme dieser Welt, ich wollte dass ihr das wisst.

Ich habe viel geschrieben in den letzten Tagen. In den folgenden Zitaten werde ich euch einen kleinen Teil davon zeigen, in der Hoffnung, dass ihr euch darin wiederfindet und in der Hoffnung, dass es nicht so ist.

In Liebe,
Aly

Mir geht es gut. Objektiv. Im Vergleich mit all den Problemen die es auf der Welt gibt.
Bei mir ist nicht alles gut. Alles umfasst zu viel, um gut zu sein. Es tut mir leid Erwartungen zu enttäuschen.

~ Alyrene, 12.11.2020

Es schuf Gedanken, die ich nicht mehr los werde. Sie kreisen und kreisen, kommen hervor und tragen mich völlig mit sich oder lassen meinen Kopf leer. In einer Stille, die niemand erträgt. Eine Stille die lauter nicht sein könnte, eine Stille des absoluten Chaos. Zu viele Gedanken, um zu denken.

~ Alyrene, 13.11.2020
Blog, Reviews

Blog Entry No. 10a – Dort wo die Sterne im Wasser leuchten – English Version

Dear Readers,

this blog entry is the translation of my last book review. The book I reviewed was written by a German author, so you will still find the German cover and title. I hope you enjoy it.

If you have the same rainy autumn weather as me, there is more colourful foliage on the streets than on the trees and you, like me, love to cuddle with a Chai latte (or any other warm drink ^^) in a blanket in front of a fireplace and just read the whole evening, I have here the perfect novel for you: Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten (means “There, where the stars shine in the water”) by Clara Blais (was published by Kirschbuch Verlag on October 13, 2020 and is available under ISBN 9 783 948 736 033 in most shops and online retailers for about €12). This incredibly good debut novel does play in the summer, but I think that you can read books at any time of the year whose story, characters and writing style are so captivating. In addition, the novel is very emotional and what fits better to emotional mood than rainy weather and hot cocoa?

As always, I start with the first impression, with the cover: this is a very good example of a book whose first impression created by the cover is not disappointed after reading it. Quite the reverse, I have rarely seen so far that the book cover reflects the content and the feeling of reading as well as this one and thus already gives a really good insight into the work itself. It is beautifully matched in colour and also shows the hardly tangible, but always strong connection between the two main characters. In addition, the aesthetic use of the starry sky leads to a beautiful overall picture.

In the 410-page story (in the print edition), it’s not just about how Skylar loses her best friend Matt as a child and thinks she’s going crazy because she still sees him sometimes. Not only is it told how she leaves the city to start over, but then she gets to know Damian in her new home. Damian, who looks like her best friend to be confused, but doesn’t seem to have anything in common with Matt’s character. Not only does Clara Blais describe the romantic story between the two main characters, she also writes about subjects such as bullying, homosexuality, traumatic overcoming and mental health without beautifying or excluding the possibility of healing and forgiveness. The book ensures that problems are addressed sensitively and emotionally without losing their seriousness, and that is incredibly important if you want to communicate something to society. I also think that probably a lot of readers can identify with some aspects of Skylar’s and Damian’s life without wanting to admit it. At least that’s how I deal with some of the characteristics and problems of the female lead role.

In order to convey the topics addressed to the reader well, a pleasant writing style is naturally important. Clara Blais’ style of dealing with words is not only pleasant, but captivating. The flow of reading was not disturbed at any point so that one could fully immerse oneself in the events. If I hadn’t had to sleep, eat and work these past few days, I probably would have read the book in one piece, because I just didn’t want to let go of this wonderful, impressive story.

This review is rather short, because there are no important points for me to criticize in this work. For all readers who always find something to complain about and also want to read criticism in every review I’m sorry, this debut novel in my opinion deserves nothing but praise. Even the ending, which is difficult to choose in many books, has been optimally designed. One always says so beautifully that for a happy ending you only have to stop telling in the right spot. Well, I’m not sure if we can talk about a happy ending here, but it’s stopped reporting at a good point.

To sum up, Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten is an absolute must for any lover of romance and mystery. I certainly haven’t read the book for the last time. I am already looking forward to the many additional hours that I can spend cuddled in and drinking Chai Latte, while reading it in its entirety again and again. For all my readers who don’t speak German, I hope there will be an English translation of the book soon.

Yours,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 9 – Strange Deaths of the Last Romantic

Dear Readers,

this tuesday I’m gonna talk about a book I found on NetGalley (there I got “Lost Girls go Everywhere” too). “Strange Deaths of the Last Romantic” was written and will get published on 17th of November 2020 by Moses Yuriyvich Mikheyev, he is a Russian-American novelist, who first studied at Whitworth University and got his graduate degree in theological studies from Emory University. Currently, he lives in Los Angeles.

Talking about the book, I’ll start with the cover because it’s always the first part of a book you see, so automatically the first impression is made at this point.
I think the cover is quite interesting; it seems to have some flair of native American folks but at the same time, it’s designed very modern. It’s like a collage of paper, pictures and between those pieces, you see the glimpse of a girl, which stares far away. After reading the book, the girl could portray the idea of Lilyanne, a seemingly perfect girl.

The story is about Adam Micah, who discovers at the age of ten years that he cannot die. After dying, he reawakens naked somewhere, without any control about where he lands. Every time he dies, he loses more and more memoriesfrom his previous lives. As he meets the love of his life, his life seems normal again, though he knows barely who he is. Adam, who gave himself a new name: Aristotle, enjoys life again, but soon he realises again that there are people who want to use and examine his gift/curse.

The main parts are narrated from Adams view in first-person-narrator, but there are parts about other characters too, which get told by a personal narrator. Those different perspectives confused me firstly, because I didn’t know the characters and why they’re relevant, but soon it brought spice into the whole storyline because it showed different connections and led to own thoughts about what could happen next.

Mikheyev’s writing style was very figurative, for me, it was like being there and live this life full of chaos together with the main character. That caused a very uncomfortable feeling while reading the bloody parts, which fit perfectly well in the Thriller genre. But the writing style also made me get lost in the romantic parts. The poems transported so many emotions but even more so did the prose describing the surrounding scene. Considering how it was written stylistically, it is definitely worth reading.

But to be honest, I cannot say the same thing about the storyline, especially about the end. As I finished the book, I was heartbroken and a bit disappointed. It always seemed, like there was a lot potential for an interesting, good end but it didn’t happen, it was suddenly all over and brought no sense to anyone. In the author’s comment at the end of the book, Mikheyev told the reader about the process of creating this novel. He explained how it started, why he created Lilyanne without character development, how he struggled to finish the novel, how he published it and that he thinks it’s an awful book. Reading the final statement helped me a lot to understand why the end is how it is, but that does not make it any better. Some might consider endings of such kind romantic, I think it’s just sad. The story had such an interesting, thought-out start and developed in a good way, but the end was weak. The book started dramatically and exiting but ended sadly. Additionally, I recognised more mistakes in logic or rather in continuity at the last pages, for example, said Adam at the beginning that he lost his mother when he was ten years old, but at the end, he said he was seven as she died. This could be interpreted as a sign of his lost memories, but why should he be mistaken just in the age, when he lost other disturbing memories completely and not just partly? Why place such a small, single hint? Also, it is said that it’s about the year 2025 when Adam reawakens in a field, but that would make no sense because he died in 2010 and it’s said in the second part of the chapter that it was fifteen years ago when he woke up in this field, so why not say it’s about the year 2025 at the beginning of the second part, like it was done before?

As this is the first published version, I assume mistakes like these get corrected, so that’s no reason to say the book would be no good. To judge a book, I always ask myself, if I would read it again. Well, for this one I can say, by all means, I’m gonna read some parts again. I’m sensible to bloody and cruel scenes and love romantic, so the parts I’m gonna reread are probably the good times between Aristotle and Lilyanne. As said before, I really like the style of Mikheyev’s writing, but the story wasn’t that good. So, I’ll do what one can do only with literature and movies: I’ll pick the good parts and live them over and over again.

Hope you’re having a good time,
Aly

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