Blog, Reviews

Blog Entry No. 26 – Between Your Words

Liebe Leser,

die Rezension dieser Woche dreht sich um einen Roman des Lyx Verlages. Soweit ich mich erinnern kann, ist dieses Buch das erste, welches ich aus diesem Verlag gelesen habe und es hat definitiv einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen. Between Your Words von Emma Scott wurde mir als eBook von Netgalley.de als Gegenleistung für eine Rezension bereitgestellt. Wie immer könnt ihr meine Rezension auch auf dieser Website lesen.

Das Cover ist relativ nichtssagend und schlicht, aber dennoch sehr harmonisch und schön. Man kann die Streifen, die mich zumindest irgendwie an glänzende Stoffbahnen erinnern, relativ gut mit der Amnesie in Verbindung bringen, indem man sie als die, die Erinnerung verwischende, Leere interpretiert. Wobei ein Cover ja nicht immer etwas aussagen muss; es ist wirklich schön und wenn ich ein Buch nur nach dem Cover aussuchen müsste, hätte ich dieses wahrscheinlich auch so gelesen.

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, die den Inhalt meiner Meinung nach sehr gut gliedern. Der erste befasst sich mit der grundlegenden Handlung, deren Basis man auch nur kennen muss, um sich für dieses Buch zu entscheiden. Thea ist der weltweit zweitschlimmste, dokumentierte Amnesie Fall und es scheint keine Hoffnung auf Heilung zu geben. Ihre Pflege ist darauf ausgerichtet, dass sie alle 5 Minuten ihre Erinnerung verliert und keine Langzeiterinnerungen abrufen oder speichern kann. Es wird also angenommen, dass sie nur durch Routine und Ruhe ein scheinbar friedliches und glückliches Leben führt und Freuden an Tätigkeiten wie dem Malen unwesentlich sind, weil sie sich am nächsten Tag sowieso nicht mehr daran erinnern könne, gemalt zu haben.
Nachdem sie bereits zwei Jahre mit diesem Zustand im Blue Ridge Senatorium lebt, fängt ein neuer Hilfspfleger an dort zu arbeiten: James Whelan. Als sich Thea und Jim, wie er die meiste Zeit genannt wird, das erste Mal treffen, ahnt er noch nicht, dass sie Patientin an seinem neuen Arbeitsplatz ist, geschweige denn der zweitschlimmste Fall von Amnesie. Diese Begegnung ist beinahe magisch, Jim, der normalerweise nicht gern redet, weil er unter seinem Stottern leidet, fällt es zum ersten Mal in seinem Leben wieder leicht zu reden, viel zu reden. Thea, die in ihren 5 Minuten Phasen ein leuchtender, durch und durch fröhlicher Mensch ist, wie sie es in ihrem Leben vor der Amnesie war, lässt Jim nicht mehr los und es entwickelt sich eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich bisher lesen durfte.

Da das Buch im Sommer spielt, passt dieses Bild eigentlich nicht besonders gut, aber Sommerbücher im Winter zu lesen bewirkt fast immer eine gewisse Wärme im Innern.

Emma Scott ist bereits eine für ihren emotionalen, fesselnden Schreibstil bekannte Autorin und genau diese Fähigkeit hat sie in Between your Words eindeutig bewiesen. Der Roman hat mich gewissermaßen hineingesogen und es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Geschichte der beiden Protagonisten ist unglaublich gefühlvoll und wurde auch so geschrieben. Außerdem war es auch keine 08/15 Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon nach den ersten Seiten voraussehen kann. Im Gegenteil, ich habe mich bis zu den letzten Kapiteln gefragt, wie die Geschichte enden wird und ob Thea und Jim eine Zukunft haben werden.
Besonders nachdem ich so schockiert von Die Wunderbare Kälte war, weil es eben keine Triggerwarnung gab, war ich sehr froh hier eine zu finden, die meiner Meinung nach dem Geschehen auch gerecht wird.

Emma Scotts Between Your Words ist ein absolutes Muss für jeden Romantik-Liebhaber. Wenn ihr gern emotionale Bücher lest, die noch dazu interessant sind (Wie wird mit einem solchen Amnesie-Fall umgegangen? Was macht das mit den Angehörigen? Wie geht es den Menschen mit Amnesie? etc.) und deren Nebencharaktere einfach durch und durch liebenswert sind, dann sollte dieser Roman definitiv in euer Bücherregal einziehen.

Alles Liebe,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 22 – Die wunderbare Kälte

Liebe Leser,

In der letzten Woche hat mich besonders ein Buch in meinem Alltag begleitet: Die wunderbare Kälte von Elisabeth Rettelbach. Ich bekam die ePUB Version des Buches von Netgalley für eine Rezension bereitgestellt. Soeben habe ich die letzte Seite eben diesen Buches gelesen und muss ehrlich sagen, es ist zwar einzigartig und definitiv außergewöhnlich, aber wirklich gut gefallen hat es mir nicht.

Am 01.12.2020 wurde das Buch der Diplom-Übersetzerin und Texterin im Kirschbuch Verlag veröffentlicht. Elisabeth Rettelbach spricht verschiedene Sprachen, unter anderem Englisch, Französisch und Schwedisch, und lebt nun nach vielen Jahren in den USA wieder in Deutschland. Sie gewann mit Die wunderbare Kälte, ihrem Debüt, den Preis “Bestseller von morgen”.

Cover der ePUB und Taschenbuch Version der ersten Veröffentlichung

Am Cover gefällt mir besonders die farbliche Harmonie der Blau- und Violetttöne, zumal die kalten Farben natürlich auch das Thema und die Stimmung des Romans sehr gut treffen. Ich persönlich bin auch ein Fan von Schreibmaschinenschriftarten, wie die, in welcher der Titel und der Name der Autorin gestaltet wurden. Im Hintergrund erkennt man gut die vereinzelten Schneeflocken, die wiederum natürlich zu dem Winter passen, in welchem die Geschichte handelt. Was genau der restliche Hintergrund darstellt, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Meine Vermutung ist etwas pelz- oder stoffähnliches, passend zu den vielen Kostümen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Handlung haben. Auch zwischen dem, im Vordergrund prangenden, vergleichsweise sehr großen, Schmetterling und dem Inhalt des Buches kann ich keine gute Verbindung herstellen, aber vielleicht erkenne ich nur gerade den Interpretationsansatz nicht. Falls ihr Ideen habt, wie man diesen interpretieren könnte, schreibt es gern in die Kommentare.

Im Mittelpunkt der Handlung von Die wunderbare Kälte steht Kai, eine einzelgängerische Maskenbildnerin, die den Winter liebt. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten damit, Fremde zu stalken, ihnen Zettel mit einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zuzustecken und sie dann wie Figuren in einem Drehbuch zu manipulieren. Bei einer Lesung, die sie nur ihrer Schwester zuliebe besucht, trifft sie auf Milo und Tama. Zwei Fremde, deren Geschichte Kai stärker als je eine zuvor fasziniert. Sie beginnt sich in das Leben der beiden einzumischen und ein psychedelischer Albtraum beginnt.

Rettelbach verwendet einen sehr leichten, aber zugleich auch komplexen Schreibstil. Das Buch ließ sich, nach einiger Gewöhnung, sehr leicht und schnell lesen (rein vom Vokabular und der Grammatik her, zum Inhalt später mehr) aber mir sind auch sehr viele Stilmittel aufgefallen. Besonders stark arbeitete die Autorin mit Wiederholungen, welche die Stimmung der Situation sowie die Gedanken und Gefühle von Kai gut verdeutlichten. Die meiste Zeit über erzählte die Protagonistin aus ihrer Perspektive, also der ersten Person Singular, die Geschichte. Hin und wieder wechselte sie aber auch plötzlich zur dritten Person Singular, wodurch das Gefühl Kais, von außen auf sich drauf zu blicken unglaublich deutlich gemacht wurde. Außerdem nutzte Rettelbach zweimal die lateinische Phrase “Hic sunt dracones”, welche bei alten Seefahrerkarten meist an den Rand geschrieben war, also an die Stellen der Welt, welche noch unentdeckt waren, wo die Welt für die damaligen Menschen endete. Die Phrase meint im Wesentlichen also unerforschte Gebiete, was in den jeweiligen Szenen sehr gut passt. Obwohl ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen musste, ist er, besonders wenn man genauer darüber nachdenkt, bemerkenswert gut.

Inhaltlich hat mich Die wunderbare Kälte leider nicht so überzeugt wie der Stil der Autorin. Ich persönlich hätte mir zuvor eine Triggerwarnung bezüglich Panikattacken gewünscht, da mich die Beschreibung dieser innerlich sehr aufgewühlt hat und ein positives Leseerlebnis deutlich beeinträchtigte. Obwohl sie nur in geringem Maße vorkommt, bin ich der Meinung, dass auch vor der beschriebenen Gewalt in irgendeiner Form zuvor gewarnt werden sollte (vielleicht in einer Anpassung des Genres oder einer Altersempfehlung), da ich mir vorstellen kann, dass man nicht unbedingt damit rechnet, wenn man im Klappentext etwas von einer Stalkerin ließt.
Diesen Roman zu lesen war durch und durch ein interessantes Erlebnis, welches ich von keinem anderen Buch so kennengelernt habe. Man erlebt alles aus der Perspektive einer Stalkerin mit immer offensichtlicher werdenden psychischen Problemen, wodurch man faszinierend und beunruhigend nah dran an ihren Emotionen und ihren Gedanken ist, welche ihr Handeln letztendlich ja bewirken. Mehr als einmal habe ich überlegt, aufzuhören dieses Buch zu lesen, weil es mich in gewisser Hinsicht einfach häufig verstört hat. Doch weil die Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, sehr positiv berichteten, habe ich weiter gelesen mit dem Gedanken, dass es vielleicht noch eine spannende Wendung gibt. Außerdem interessierte es mich brennend, wie man so einen Roman zu Ende bringt. Ich konnte mir einfach kein Ende der Handlung vorstellen, weil es eben kein Buch wie jedes andere ist.

+++Achtung, mögliche Spoilergefahr+++

Um zu verstehen, warum Die wunderbare Kälte einen so fahlen Nachgeschmack hinterlässt und ich nur 2 von 5 Sternen auf Plattformen wie Goodreads und Netgalley geben kann, muss ich das Ende ansprechen. Neben dem Fakt, dass mich die Handlung und die Gedanken der Protagonistin nicht nur einmal verstört haben und ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wenn ich um das Triggerpotential gewusst hätte (trotzdem bereue ich nicht, es gelesen zu haben, was aber eigentlich nur an dem Schreibstil der Autorin und der Tatsache, dass ich mit jedem Buch, das ich lese, für mein Leben lerne, liegt), hat mich auch das Ende des Romans sehr enttäuscht. Ich hatte wahrscheinlich auf irgendeine Art der Charakterentwicklung im Sinne eines Lernprozesses gehofft. Aber die einzige spürbare Entwicklung der Protagonistin ist die Steigerung ins Extreme ihrer Handlungen und der Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung während ihrer Geschichte mit Milo und Tama. Als diese aber vorbei ist, ist eben diese nur noch eine Geschichte für sie und Kai macht wieder so weiter, wie sie vor der Begegnung mit den beiden gelebt hatte. Nicht nur dass eine Art Lernprozess ausbleibt, auch fehlt jegliche Konsequenz ihres Handelns. Sie wird nie direkt mit der Polizei konfrontiert, obwohl mehrere Straftaten bekannt sind und sie erhält auch nie psychologische oder psychiatrische Hilfe, die sie aber offensichtlich dringend nötig hat. Die Botschaft, die das Buch damit sendet, mag zwar interessant, aber keinesfalls gut oder gesund sein.

+++ Ende des Absatzes mit Spoilergefahr+++


Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich die zwei von fünf Sternen (Netgalley, Goodreads, etc.) vor allem für den Schreibstil vergebe. Inhaltlich ist Die wunderbare Kälte zwar besonders und anregend, weil man diese Perspektive sehr selten zu lesen bekommt, aber, meiner Meinung nach, deshalb noch lange nicht gut. Mich hat der Inhalt an einigen Stellen einfach zu sehr enttäuscht und beunruhigt, um mehr Sterne zu vergeben. Wenn ich an diesen Roman denke, erinnere ich mich schlicht nicht an ein angenehmes Leseerlebnis. Solltet Ihr aber kein Problem mit der Schilderung von Panikattacken, Gewalthandlungen und psychischer Manipulation haben und die Perspektive einer Stalkerin interessant finden, ist Die wunderbare Kälte vielleicht eine optimale Bereicherung für Euer Bücherregal. In dem Fall, wünsche ich Euch natürlich viel Spaß beim Lesen!

Mit lieben Grüßen,
Aly

PS: Ihr findet Die wunderbare Kälte unter der ISBN 9783948736125 für 12€ (Taschenbuch) oder 6,99€ (ePUB) im Buchhandel.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 19 – The Vanished

Dear Readers,

I read and reviewed a book from onlinebookclub.org again. The review I wrote for this platform is already publised and you can read it here. Pejay Bradley’s The Vanished is a historical fiction novel, set in the Korea of the early 20th century.

Picture from the amazon kindle release that I read.

Starting with the cover, it is designed quite nicely and simply. The colors harmonize and in it’s entirety the front page appears very peaceful and calm. The flowers seem to refer to the preferred decorations of furniture of Prince Aansoon and his daughter Lady Sougyon. I really like the tender arrangement of this thrilling and mysterious title, which is a great choice describing the story and topics in a decent and well thought-out way, I think.

The Vanished by Pejay Bradley is about Kim Embon, a Korean aristocrat, who fights as a nationalist for the independence of his home country in the first half of the 20th century. The story starts with narrations of his mother Lady Sougyon – also the only character, who gets narrated by a first-person narrator – in the summer of 1912. At this point of time, Korea has already been annexed by Japan two years earlier. Embon grows up without a father, but he still lives a quite privileged life. Also, he is extraordinarily intelligent. He gets accepted for early admission at Hokkaido Imperial University on an island in the very north of Japan. There, he finds his dearest friends, the Koreans Hain Park, Ahn Yangwoo and Insoo. All four of them want a sovereign home country again and they’re ready to fight for it.

I certainly think, this historical fiction novel is a very good book. It was well researched and I got the feeling of the history being the main focus of Bradley, while she was writing it. The author did gorgeous work in developing the personalities too; even minor characters have been characterized sharply and interestingly. If there wasn’t much information about someone, then it was valid why that was the case. But I liked the most, how vivid Embon’s development was. While reading, one got much knowledge about his emotions, thoughts and actions. The main figure went through many different situations and tasks, lived extremely contrary lives and needed to deal with a kind of emotion, which, I think, is hard to understand for people of the modern western world, where arranged marriages aren’t common. The mixture of it all made reading his alteration very interesting. Additionally, Bradley’s writing style is very pleasant, fluent and rich in adjectives, which made reading The Vanished quite a nice experience. I just noticed one bothering aspect, which was the usage of Japanese language in some scenes, such as “Sodesu ka.” on page 146. I totally back the utilization of foreign languages in novels because it often supports the feeling of the situation, but only, when there is a translation given, which wasn’t the case in The Vanished.

Though I relished the book, I’m not sure, if I would read it a second time. It was a nice and interesting story with lovely characters and impressive historical facts, but it wasn’t as compelling for me as other books. If you like reading historical novels, you should definitely give it a try. I’m sure it will enrich your bookshelf.

Hope you’re well,
Aly

PS: You can buy the book on amazon.com.

Advent Calendar

1st December 2020 – 23 days til Christmas

Dear Readers,

I love the time around Christmas, especially if it’s really cold and snows a lot but this year I guess everything will be different. It was a tough year, many poeple lost loved ones and the celebration of love is going to be celebrated in distance and lonlier than usual. We needed to adapt to more digital ways to see each other, to work, to live. I started this blog when we had the first lookdown in Germany, now we already experience the second one and I think life will be much different for most people after 2020. Because this is the first christmas for my blog and I want to try to enjoy the pre-christmas-time anyway, I planned something special: I’ll post something every day from now on til Christmas-eve, just like an online advent calendar. I hope to bring a bit of pleasure into the life of every reader. Even if you do not celebrate christmas, it is still the darkest season (at least at the north side of the earth) of the year and I think everyone can use some good books, films, fairytales and food. I hope for it to be an enrichment for your December.
Because these are special editions of my blog entries and outstanding, I won’t numerate those following posts as I do usually. I’ll start with Blog Entry No. 15 after Christmas again.

Photo by Kaboompics .com on Pexels.com

Sooo for today I’ll present you a short review about one of my favourite books: Every Day by David Levithan. It’s a romance about A. A is someone, who wakes up in a different body every day, always the same age like him, never in the same body twice. He/She (that’s not really clear because A woke up as girl as often as he woke up as a boy and the book is written from his perspective, but in my imagination A is to be called he) always tried to make no problems in one of the many lives he lived, he always lived the day as the person whose body he woke up in, in the morning and was not able to live an own life. But one day he meets Rhiannon and falls in love. He never told anyone about the kind of life he lives, but he tries to explain it to her. Will she understand it? Or will she think it’s a creepy joke? Even if she’d understand, would they ever have a future? And as if life wouldn’t be complicated enough, Nathan, a boy A spent the day in, thinks he was possessed and hunts A like some sort of demon.

That’s the German cover of “Every Day” (Fischer Verlag FJB) because I read it at young age and got it as present.

As I already said it’s one of my favourite books. It’s more than a simple romance, it’s a work of empathy and different perspectives, about understanding. It’s a philosophical way of thinking about people who might exist, noticing more than a normal human ever could, without us knowing about their existance. It’s a teen-novel with a deep insight of so many problems people have to deal with even at a young age. It’s a book with a sad, but absolutely fitting ending that could lead to a sequel but doesn’t have to (though I would be very happy about one). Every Day is a great book from the very first line to the very last one and I’m more than happy to have found it in the library so many years ago. I hope you enjoy it as much as I did.

Hope you’re having a good time,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 9 – Strange Deaths of the Last Romantic

Dear Readers,

this tuesday I’m gonna talk about a book I found on NetGalley (there I got “Lost Girls go Everywhere” too). “Strange Deaths of the Last Romantic” was written and will get published on 17th of November 2020 by Moses Yuriyvich Mikheyev, he is a Russian-American novelist, who first studied at Whitworth University and got his graduate degree in theological studies from Emory University. Currently, he lives in Los Angeles.

Talking about the book, I’ll start with the cover because it’s always the first part of a book you see, so automatically the first impression is made at this point.
I think the cover is quite interesting; it seems to have some flair of native American folks but at the same time, it’s designed very modern. It’s like a collage of paper, pictures and between those pieces, you see the glimpse of a girl, which stares far away. After reading the book, the girl could portray the idea of Lilyanne, a seemingly perfect girl.

The story is about Adam Micah, who discovers at the age of ten years that he cannot die. After dying, he reawakens naked somewhere, without any control about where he lands. Every time he dies, he loses more and more memoriesfrom his previous lives. As he meets the love of his life, his life seems normal again, though he knows barely who he is. Adam, who gave himself a new name: Aristotle, enjoys life again, but soon he realises again that there are people who want to use and examine his gift/curse.

The main parts are narrated from Adams view in first-person-narrator, but there are parts about other characters too, which get told by a personal narrator. Those different perspectives confused me firstly, because I didn’t know the characters and why they’re relevant, but soon it brought spice into the whole storyline because it showed different connections and led to own thoughts about what could happen next.

Mikheyev’s writing style was very figurative, for me, it was like being there and live this life full of chaos together with the main character. That caused a very uncomfortable feeling while reading the bloody parts, which fit perfectly well in the Thriller genre. But the writing style also made me get lost in the romantic parts. The poems transported so many emotions but even more so did the prose describing the surrounding scene. Considering how it was written stylistically, it is definitely worth reading.

But to be honest, I cannot say the same thing about the storyline, especially about the end. As I finished the book, I was heartbroken and a bit disappointed. It always seemed, like there was a lot potential for an interesting, good end but it didn’t happen, it was suddenly all over and brought no sense to anyone. In the author’s comment at the end of the book, Mikheyev told the reader about the process of creating this novel. He explained how it started, why he created Lilyanne without character development, how he struggled to finish the novel, how he published it and that he thinks it’s an awful book. Reading the final statement helped me a lot to understand why the end is how it is, but that does not make it any better. Some might consider endings of such kind romantic, I think it’s just sad. The story had such an interesting, thought-out start and developed in a good way, but the end was weak. The book started dramatically and exiting but ended sadly. Additionally, I recognised more mistakes in logic or rather in continuity at the last pages, for example, said Adam at the beginning that he lost his mother when he was ten years old, but at the end, he said he was seven as she died. This could be interpreted as a sign of his lost memories, but why should he be mistaken just in the age, when he lost other disturbing memories completely and not just partly? Why place such a small, single hint? Also, it is said that it’s about the year 2025 when Adam reawakens in a field, but that would make no sense because he died in 2010 and it’s said in the second part of the chapter that it was fifteen years ago when he woke up in this field, so why not say it’s about the year 2025 at the beginning of the second part, like it was done before?

As this is the first published version, I assume mistakes like these get corrected, so that’s no reason to say the book would be no good. To judge a book, I always ask myself, if I would read it again. Well, for this one I can say, by all means, I’m gonna read some parts again. I’m sensible to bloody and cruel scenes and love romantic, so the parts I’m gonna reread are probably the good times between Aristotle and Lilyanne. As said before, I really like the style of Mikheyev’s writing, but the story wasn’t that good. So, I’ll do what one can do only with literature and movies: I’ll pick the good parts and live them over and over again.

Hope you’re having a good time,
Aly

PS: If you are interested now in the book, you can buy it for example on amazon, here is the link to Strange Deaths of the Last Romantic: https://www.amazon.com/dp/B08KPMR2LS

Blog, Poetry, Reviews

Blog Entry No. 8 – Lost Girls Go Everywhere

Dear Readers,

today I’m gonna write about broken hearts, love and affection as well as about a travel to find oneself and a home, where one belongs and feels safe. I’m gonna write about poetry and short stories.
Personally, I really love poetry. It’s that kind of literature, which hasn’t the focus on telling a long story but on what the reader feels while reading it. So let’s get right into “Lost Girls Go Everywhere” by Azzurra Nox, a book full of feelings and emotions, a book of poetry and prose.

The book was published on 6th of October 2020 and written by the author and blogger Azzurra Nox. She was born in Catania, Sicily, lived in some European cities, Cuba and currently in Southern California. In the last years, she wrote several other books, like “Strange Girls: Women in Horror Anthology”(2020), “Bleed Like Me: Poems for the Broken”(2019) and “Doll Parts: Tales of Twisted Love”(2015).

Looking at the cover, the first impression was made: I was fascinated and interested. Considering the colours, it’s very simple, but at the same time, it radiates some feeling of wildness and independence. Firstly, it doesn’t seem to fit the content but rethinking everything it shows an independent woman, who experienced a lot of bad stuff, who needs horns instead of wings, to survive this world, who smokes, to feel better. All in one I like the style of the cover and what it could or could not mean.

But the important part is not the cover, it’s the content and the style of writing. The writing is separated into two parts: Part I contains the poetry and Part II the short stories written in prose. One page ahead of the Table of contents the author placed three sentences that spend hope. I think they are extremely important because the following poems and stories tend to be sad and hopeless, but these few lines at the beginning tell clearly: “You will find your path […]. Never give up.”
The Poetry in “Lost Girls Go Everywhere” was varied: The poems appealed to every emotion I carry with me: I fell in love, I burst of hate, I got disappointed and surprised, I melt with the words and I even cried at one poem. Some poems are short, just a statement and some are filling pages. There were barely rhimes, but for me, good poetry doesn’t have to rhyme as long as the feeling is still transported.
The prose texts are written in a similar emotional style as the poems and carry on the love stories of a life full of wandering. Reading them was like getting more background information to the poems. Neither the poems nor the stories seemed to be chronological, which effected a perception of the texts as a collage of experiences from different lives, which makes it easier for the reader to identify with the persona.

Considering the whole work it’s to say that I recognised many references to music, to other famous literature, such as Moby Dick, Wuthering Heights and The Picture of Dorian Gray, and namings of other kinds of celebrities, such as Marilyn Manson and Marilyn Monroe. But all in one it is a rather melancholic book, with hope at the beginning, but not at the end. I enjoyed reading it and I’ll read it again, but not to upper my mood.

To judge poetry is always difficult, nearly impossible. How should one critic the most subjective thing in this world, as everyone made different experiences and feels just different? But I think the feeling that most of us have in common is heartbreake and that’s what the book is about, so grab an extract if possible and enjoy reading feelings put on paper.

Yours,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 7 – La Peste

Liebe Leser,

das Buch, um das es mir heute gehen soll, habe ich den vergangenen Sommermonaten gelesen. In einer Zeit, in der das Corona-Virus Deutschland zwar nicht so stark im Griff hatte wie im März oder jetzt, aber dennoch allgegenwärtig war. Umso interessanter war es dann, die Situation im Buch mit der Aktuellen zu vergleichen.

Kurz vor meinen Ferien wurde mir empfohlen Camus’ “Die Pest” unbedingt einmal zu lesen und als ich es dann einige Wochen später in meinem Lieblingsbuchladen entdeckte, konnte ich nicht wiederstehen, es mir zu kaufen und mein Bücherregal zu berreichern. Nun befand sich die 94. Auflage der deutschen Ausgabe von “La Peste”, von Uli Aumüller übersetzt, des Rowohlt Taschenbuch Verlages in meinen Händen und nachdem ich entgeistert und zu tiefst berührt die letzte Seite des Buches gelesen hatte, musste ich feststellen, dass dieses Werk eine der absolut besten bisherigen Bereicherungen für mein Bücherregal und meinen Geist ist.

Porträtfoto von Albert Camus, 1959/1960 Deutsches Historisches Museum; Pressebild-Verlag Schirner Inventarnr. BA 94/733: https://www.hdg.de/lemo/bestand/objekt/foto-albert-camus.html

Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi, Algerien mit südfranzösischen Wurzeln geboren. Von 1933 bis 1936 studierte er Philosophie an der Universität Algier. Nach dem er für kurze Zeit in der Kommunistischen Partei Algeriens war, arbeitet er hauptsächlich an Theatern, da er 1937 auf Grund seiner seit 1930 immer wieder kehrender Tuberkuloseanfälle nicht zu einem Staatsexamen in Philosophie zugelassen wurde. Er arbeitete anschließend einige Zeit als Journalist, später als Lehrer, als er mit seiner zweiten Frau in Oran lebte. 1942 veröffentlichte er den Roman “Der Fremde” und den philosophischen Essay “Der Mythos von Sisyphos” (bevor ich “Die Pest” las, kannte ich nur zuletzt genannten Essay von Camus). Durch die Widerstandsgruppe “Combat” kam er schließlich 1943 nach Paris um als Lektor zu arbeiten, später wurde er Chefredaktuer der von ihm mitbegründeten Zeitung “Le Combat”. Selbige verließ er jedoch 1947, da sie den Besitzer und die politische Linie wechselte. In den darauffolgenden Jahren schrieb er mehrere Romane und Essays, 1957 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur für seine “bedeutende literarische Schöpfung, die mit klarsichtigem Ernst die Probleme des menschlichen Gewissens in unserer Zeit beleuchtet” ausgezeichnet. Drei Jahre später starb Camus am 4. Januar 1960 im Alter von 46 Jahren bei einem Autounfall.

1947 schrieb Albert Camus das Werk, das nun zu den Klassikern der Weltliteratur gehört: “La Peste” oder auf deutsch: “Die Pest”. Darin beschreibt er, wie es in der algerischen Stadt Oran zu einem rätselhaften Massensterben der Kanalratten auf den Straßen kommt und kurz darauf auch die Menschen an einem schweren Fieber sterben. Als bekannt wird, dass die Pest die Stadt erreicht hat, wird Oran sofort vollständig abgeriegelt. Um zu sezieren, was diese Situation mit den Menschen macht, wie eine solche Katastrophe menschliches Handeln beeinflusst, beschreibt er, neben dem Verhalten zahlreicher Nebencharaktäre, das Leben von fünf Hauptcharaktären: Der Arzt Dr. Rieux, der wohlhabende Tarrou, der Angestellte Grand, dessen Nachbar Cottard und der aus Paris kommende Journalist Rambert.

Beim Lesen ist mir aufgefallen, dass die Geschichte, welche vom Erzähler oft auch als “Chronik” bezeichnet wird, keinen wirklichen Spannungsbogen hat. Aus diesem Grund ist es umso bemerkenswerter, dass Camus es geschafft hat, die Geschehnisse so zu beschreiben, dass man das Buch trotzdem nicht mehr aus der Hand legen will. Durch die Verwendung eines personalen Erzählers hat man außerdem die meiste Zeit das Gefühl, dass die Vorgänge und Zusammenhänge gerade von einem Zeitzeugen berichtet werden, dem das in Oran herrschende Gefühl noch in allen Fasern steckt. Am Ende fühlte ich mich den Personen so nah, dass ich traurig darüber war, dass das Buch schon zuende ist. Ist es nicht genau das, was gute Bücher ausmacht? Aber Camus hat nicht nur meine emotionale Ebene hervorragend getroffen, er regte auch an viele Stellen zum Nachdenken an, stellte interessante Thesen auf und deckte Zusammenhänge auf über die ich mir noch nie Gedanken gemacht hatte und die man auch in der aktuellen Krise wieder beobachten konnte. Alles in allem ist “Die Pest” ein unglaublich gutes Buch, das ich mit Sicherheit noch viele weitere male mit Freuden lesen werde.

Mit gemütlichen Herbst-Grüßen,
eure Aly

PS: (Die Informationen zur Biographie beziehe ich von: Haunhorst, Regina/Zündorf, Irmgard: Biografie Albert Camus, in: LeMO-Biografien, Lebendiges Museum Online, Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland,
URL: http://www.hdg.de/lemo/biografie/albert-camus.html
Zuletzt besucht am 17.10.2020)

Aber der Erzähler neigt eher zu der Auffassung, dass man dem Bösen letztlich indirekt eine starke Huldigung erweist, wenn man die guten Taten zu wichtig nimmt: Damit deutet man nämlich an, dass diese guten Taten nur deshalb einen so großen Wert haben, weil sie selten sind, und dass Bosheit und Gleichgültigkeit ein sehr viel häufigerer Antrieb des menschlichen Handelns sind. Diese Ansicht teilt der Erzähler nicht. Das Böse in der Welt geht fast immer von Unwissenheit aus, und der gute Wille kann ebenso viel Schaden anrichten wie die Bosheit, wenn er nicht aufgeklärt ist. Die Menschen sind eher gut als böse, und eigentlich geht es gar nicht um diese Frage. Aber sie sind mehr oder weniger unwissend, und das nennt man dann Tugend oder Laster, wobei das hoffnungsloseste Laster das der Unwissenheit ist, die alles zu wissen vermeint und sich deshalb das Recht nimmt zu töten. Die Seele des Mörders ist blind, und es gibt keine wirkliche Güte oder wahre Liebe ohne die größtmögliche Klarsichtigkeit.

~ Albert Camus in “Die Pest” (übersetzt von Uli Aumüller)