Blog, Reviews

Blog Entry No. 34 – Not My Ruckus

Dear Readers,

today’s review will be on an audiobook (my first one on this blog), which touched me deeply. In what kind of way I will tell you later on, but if you’re capable of hard truths and unpleasant stories, you should definitely give this book a read.

The cover of Not My Ruckus is beautiful. I love that kind of art with the flowers growing between and seemingly melt into the title and the house. It looks gorgeous!

Not My Ruckus is the debut novel of Chad Musick, an author, who “makes no secret of being epileptic, autistic, and arthritic, facts that inform how he approaches both science and the arts” (quote from the information about the author on goodreads). The novel was published on February 16th 2021 by Cinnabar Moth Publishing LLC and Ivy Tara Blair narrated the audiobook, which has a lenght of 8 hours and 32 minutes. You find it with the ISBN 9781953971036.

So far about the dry facts, but the content is far more complex. That’s why I won’t tell too much, the story develops fast and I don’t want to spoiler you important events.
The plot is told by the main character: 14 years old Clare, an incredibly strong person, who cares heartbreakingly much about her loved ones. She lives in a small town in 1980s Texas, grows up in a highly religious and abusive family and neighborhood. The narrations starts with her first kiss with Esther, her neighbour. Sadly, right at the moment of that kiss Esther’s mom is bleeding in the hospital because of a gun shot. The novel starts with a kiss and a murder and develops thrillingly till the last few seconds of the audiobook.

Listening to this book was shocking, thrilling, at some points lovely and definitely eye opening. Musick described so many forms of abuse and violence in families and the neighborhood that I wouldn’t recommend this book for people who are very sensible for such issues, although he only implicitly described the actions and mostly did not write about them in detail. Leaving many things unsaid but imaginable lead to a heart touching, unpleasant reading experience, without using to much horror. I really appreciate his writing style; it made the important issues and events clear and left enough space to create a thrilling novel that needs to be read between the lines sometimes. The author addressed important topics and I was shocked and upset about knowing this is reality for way too many people in this world. Chad Musick wrote an incredibly good and important book with gorgeous character developments (not all though, but the important ones evolved greatly) and a stirring plot.
But I’m also reviewing the audio of the book and to be honest, I didn’t find the narration fitting. My first impression was that the narrator sounds bored and unenthusiastic, which doesn’t fit for a 14 year old girl and such a complex story. Though Ivy Tara Blair made it a bit hard for me to find into the novel, I enjoyed how she changed her voice for the different characters. It made it a lot easier to distinguish between Clare’s narration and direct speech of other people.

All in all Not My Ruckus is a well written, important novel that addresses major issues, but in order to do so writing about abuse and violence is needed, which is essential but maybe not fitting for readers, who aren’t capable of or don’t like reading about disturbing scenes. Consider the trigger warning, it has its reasons. Since I didn’t quite like the narration of the audiobook, I consider reading the ebook or paperback sometime in addition.

Have a great week,
Aly

PS: I received the audiobook from NetGalley in exchange for an honest review. That did not influence my opinion on the book.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 31 – Mädchen, Frau etc.

Liebe Leser*innen,

in der letzten Woche haben Bernadine Evaristos Worte nicht nur mein elektronisches Bücherregal (an dieser Stelle vielen Dank an NetGalley, wodurch ich dieses großartige Buch als eBook lesen durfte), sondern auch mein Bewusstsein und meinen Geist bereichert. Solltet Ihr noch überlegen, ob Ihr Mädchen, Frau etc. kaufen wollt, kann ich euch versichern, dass die darin geschilderten Perspektiven jeden Cent wert sind.

Das Cover ist mit Abstand eines der farbenfrohsten meines Regals und die starken, gesättigten Farben stehen im Kontrast zu der schwarz-weißen Gestaltung der Schrift und der Silhouette. Trotz der zahlreichen Kontraste (Schwarz/Weiß; Komplementärfarben Violett/Gelb; verschiedenste Formen, usw.), den klaren Linien und den satten Farben, was insgesamt sehr viel Energie und Kraft ausstrahlt, erscheint das Cover harmonisch und ist angenehm zu betrachten. Meiner Meinung nach passt diese Gestaltung perfekt zum Inhalt des Buches, zu den vielen verschiedenen Geschichten von starken, unabhängigen, wundervollen Frauen. Müsste ich nur nach dem Cover entscheiden, welche Bücher ich lese, hätte dieses auch dann den Weg in meine Hände gefunden.

Mädchen, Frau etc. von Bernadine Evaristo erschien am 23. Januar 2021 im Klett-Cotta Verlag, nachdem das britische Original bereits am 2. Mai 2019 veröffentlicht wurde und noch im selben Jahr, neben weiteren, späteren Preisen, den Booker Prize erhielt. Ihr findet das Buch unter der ISBN 978-3-608-50484-2.

Evaristo beschreibt in ihrem Roman die Lebensgeschichten von 11 Frauen und einer Person, welche sich als non-binary identifiziert und in einem weiblichen Körper geboren wurde. Jede Person erhielt ihr eigenes Unterkapitel, in welchem dann die Ereignisse aus der Perspektive dieses Menschen geschildert wurden, oft auch in einer für diesen typischen Sprache, wodurch die Charaktere authentisch wirkten. Jedoch standen alle Kapitel in einem Zusammenhang: Zentrum der Handlung war im wesentlichen die Premiere des von Amma inszenierten Stücks: “Die letzte Amazone von Dahomey”. Alle Personen, welche für ein Unterkapitel die Hauptperson waren, waren entweder bei der Premiere anwesend, lasen davon oder waren mit jemandem verwandt, der dort war. Abgesehen von Penelope identifizierte sich auch kein Charakter als weiß, alle wurden entweder selbst auf dem afrikanischen Kontinent geboren oder hatten enge Verwandtschaft, für die das zutraf.

Inhaltlich stellt Mädchen, Frau etc. einen herausragenden, wichtigen und längst überfälligen Einblick in das Leben von Frauen dar, die mit sehr viel Leid, Verlust und Diskriminierung leben mussten und müssen. Außerdem wird mehr als deutlich gezeigt, wie unterschiedlich die Haltung von Menschen sein kann, die eigentlich das Gleiche erreichen wollen. Besonders gut hat mir aber die Gegenüberstellung der verschiedenen Generationen gefallen, die zum einen die Entwicklung der Gesellschaft sehr deutlich gemacht hat, aber zum andern auch darauf aufmerksam macht, den älteren Generationen zuzuhören, aus ihren Erfahrungen zu lernen und zu versuchen sie zu verstehen. Meiner Meinung nach schuf Evaristo mit diesem Roman ein hochpolitisches Werk, das Augen öffnet und dazu aufruft, den Fokus auf die wesentlichen Werte, auf deren Herstellung und Wahrung fast alle Bewegungen hinarbeiten, nicht zu verlieren.

Obwohl dieses Werk inhaltlich großartig und schwer von Bedeutung ist, kann ich leider trotzdem keine 5 von 5 Sterne vergeben. Der Schreibstil hat mir besonders zu Anfang Probleme bereitet. Man findet außer Kommas, Frage- und Ausrufezeichen keinerlei Satzzeichen. Sätze sind als Absätze gekennzeichnet und wörtliche Rede war lediglich am Wechsel der verwendeten Personalpronomen zu erkennen. Natürlich zeigt dies eine spezielle, fast schon poetische Stilistik, jedoch habe ich mich bis zum Ende nicht völlig daran gewöhnen können. Deshalb konnte ich während des Lesens nicht so in die jeweilige Geschichte eintauchen, wie es bei anderen Büchern möglich ist und brauchte mehrere Anläufe mich zu motivieren, weiter zu lesen. Das ist bei einem Buch mit so wichtigem Inhalt extrem schade.

Dennoch bleibt Mädchen, Frau etc. ein sehr gutes Buch mit einer zweifellos wirklich wichtigen Thematik. Trotz des anstrengenden Schreibstils, sollte jeder diesen Roman mindestens einmal gelesen haben und sich die Bedeutung dieser keineswegs selten vorkommenden Geschichten und Ereignisse bewusst machen. Diese Worte Bernadine Evaristos sind eine Bereicherung für jedes Bücherregal.

Ich hoffe Euch geht es gut und ihr könnt die kommende Woche genießen,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 30 – Neu entdeckte Podcasts, Batman Joker War und warum ich Batwoman sympathischer finde als Batman

Liebe Leser*innen,

in den letzten beiden Wochen war es hier sehr still. Das liegt hauptsächlich daran, dass mein “eigentliches”, “normales” Leben, in dem ich nicht Alyrene heiße, zur Zeit sehr stressig ist. Dadurch komme ich zum einen nicht wirklich zum Lesen, wodurch mir wiederum der Stoff fehlt, über den ich normalerweise bloggen würde. Außerdem bewirkt der Stress aber auch, dass mir einfach die Motivation fehlt in der freien Zeit, die ich hin und wieder genießen darf, auch noch am Computer zu sitzen und zu schreiben.
Allerdings habe ich in den letzten zwei Wochen zwei Podcasts und eine neue Serie gefunden, die einfach wirklich wunderbar sind.

Zu den beiden Podcasts nur ein paar kurze Worte, weil sie sowieso am besten wirken können, wenn man sie sich einfach anhört: Happy Queer Mind: Self-Help for LGBTQIA+ people and their allies von Jess Darnell steht noch am Anfang, aber die Folgen, die bereits hochgeladen wurden sind einfach großartig. Zum einen sind die Themen, die angesprochen werden extrem wichtig, schon einfach damit die Tabuisierung endlich abgebaut werden kann, und sie werden sensibel und unterstützend (besonders die Folge zu Overthinking & Anxiety mochte ich sehr) besprochen. Zum andern liest Jess Darnell aber auch in jeder Folge ein eigenes, zum Thema passendes Gedicht, was mich einfach immer wieder sehr freut. (Wie man vielleicht am Titel sieht, ist dieser Podcast auf Englisch ;))
Willkommen im Club – der LGBTIQ*-Podcast von PULS ist ein Podcast von PULS, was wiederum ein Teil des Bayerischen Rundfunks ist. Es wird eine bunte Themenvielfalt rund um die LGBTQIA+ Community auf eine unterhaltsame (je nach Thema natürlich!) und informative Weise besprochen. Mit vielen Gastrednern und Interviewpartnern bleiben die Folgen immer abwechslungsreich und es wird sichergestellt, dass man von mehreren Perspektiven hört. Die Moderatoren klingen absolut sympathisch und wie der Titel bereits sagt, sind alle willkommen. Egal welchem Buchstaben man sich zugehörig fühlt, ob man noch auf der Suche nach der eigenen Identität ist oder als hetero cis Person, als Ally, einfach mehr über die Community erfahren möchte. Dieser Podcast ist für jeden und ich persönlich finde auch, dass jeder mindestens reinhören sollte, dass jeder den Menschen und ihren Perspektiven zuhören sollte.
Ich habe euch die Podcasts auf Spotify verlinkt, aber soweit ich weiß, findet ihr sie auch bei anderen gängigen Podcast-Plattformen. Viel Spaß beim hören!

Nun zu Batman: Mit Heft 47 (März 21) der Batman-Reihe von Panini Comics wurde eine neue Sub-Reihe eröffnet: Batman Joker War. Die Originalhefte wurden bereits im Herbst 2020 in den USA veröffentlicht und da die deutschen Hefte immer zwei der Originalhefte beinhalten, gibt es in Deutschland nur vier Teile. Der erste Teil der Reihe enthielt ein Wendeposter mit zwei sehr Joker-typisch verrückten Motiven des Antagonisten. Ich persönlich mag das Feuer-Motiv mehr, weil es mehr Coolness ausstrahlt und weniger schreit: “Ich bin irre!”
Im Plot geht es im Wesentlichen darum, dass der Joker herausgefunden hat, dass Bruce Wayne Batman ist und ihn nun fertig macht. Er hat seine Firma, seine Konten, seine Bat-Höhle, einfach alles was zu Bruce Wayne und Batman gehört übernommen. Außerdem hat er Zugriff auf ein neues Nervengift und all die Leichen ausgegraben, die gestorben sind, weil Batman sie nicht retten konnte. Nun hat er Großes vor. Alles deutet auf den großen Endkampf hin, von dem sich einer von beiden nicht mehr erholen wird. Aber wer wird es sein?

Der Autor James Tynion IV und der Zeichner Jorge Jiménez etablierten in dieser Geschichte außerdem zwei neue Charaktere: Punchline und Clownhunter. Erstere wirkt als die neue Freundin des Jokers noch etwas flach, aber da die Künstler bereits ankündigten, dass die neuen Personen auch in den Heften nach Joker War weiterhin zu sehen sein werden, kann in zukünftigen Ausgaben natürlich noch Tiefe aufgebaut werden. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Clownhunter wirkt dagegen schon nach den ersten Auftritten frisch und sympathisch. Er versucht gegen die Clowns zu kämpfen, die seine Stadt eingenommen haben, hat jedoch weder übernatürliche Fähigkeiten noch extrem viel Geld um sich teure Technik und Ausrüstung zu kaufen und genau das hebt ihn von den anderen DC-Helden deutlich ab. Arrow, Batman, Batwoman (nur um ein paar Beispiele zu nennen) haben alle große Firmen und reiche Familien. Sie setzen ihren Reichtum positiv ein, was zweifelsohne sehr lobenswert ist, aber besonders gut identifizieren kann man sich dadurch eben nicht mit ihnen. Genauso ist es auch mit Helden wie Superman, Supergirl oder Flash; wir “ottonormalo”-Leser werden diese Fähigkeiten wahrscheinlich nie haben, dadurch bewundert man die Helden und findet sie cool, aber Helden werden sie nicht durch die Bewunderung, sondern dadurch Gutes zu tun. Clownhunter ist bisher ziemlich normal, ein einfacher Bürger Gothams, der etwas gegen die Schreckensherrschaft tun möchte und dabei auch erfolgreich ist. Man kann sich mit ihm in gewisser Hinsicht identifizieren und er versucht sein Bestes, um Gotham zu einem weniger angsteinflößenden Ort zu machen. Das nenn ich mal einen guten Helden. Auch er wird laut den Künstlern zu einer neuen Generation Vigilanten in Gotham werden und in den weiteren Heften zu sehen sein. Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt.

Ich mag die Art wie die Comics gezeichnet und geschrieben sind. Weil das sehr subjektiv und schwer greifbar ist, hier ein Gegenbeispiel: ich persönlich mag die Art, wie die Guardians of the Galaxy in den aktuellen Comics gezeichnet sind, nicht besonders. Die Batman Reihe lese ich jedoch sehr gern und das auch, obwohl ich sonst kein großer Fan von Brutalität und Gewalt bin, die in dieser Art von Comics natürlich zu Genüge vorkommt (sonst würde dem Stil der Comics auch wirklich etwas fehlen). Da aber noch zwei Teile der Reihe fehlen, kann ich noch nicht zu einem finalen Urteil kommen, aber bisher ist diese Sub-Reihe definitiv interessant.

Batman ist zweifelsfrei berühmt. Selbst wenn man keine Comics liest, kennt man vermutlich die Filme oder hat schon mal Merchandise im Laden gesehen. Der dunkle Rächer, der den Mord seiner Eltern mit ansehen musste, der immer grimmig guckt und der den Kodex hat niemanden zu töten. Er existiert nun schon länger als acht Jahrzehnte und trotzdem gibt es immer wieder neue Geschichten. Geschichten mit dem Riddler, dem Joker, Harley Quinn, Two-Face, dem Pinguin und vielen mehr. Ich selbst bin auch eher zum Batman-Comics-Leser geworden, weil ich die Antagonisten sehr faszinierend und spannend finde (ich befürworte nicht, was sie tun, frage mich nur wie sie zu den Menschen geworden sind, die sie sind und was sie als nächstes planen). Aber der wesentlichste Grund, warum ich Batman anderen Helden wie Superman oder Flash vorziehe, ist dass er ein Mensch ist. zwar ein Mensch der extrem beeindruckende Technologie hat, aber trotzdem ein Mensch, der lange trainieren musste und durch die Hölle gegangen ist, um es jetzt mit seinen Feinden aufzunehmen und die Stadt für die Menschen ein bisschen sicherer zu machen.

Aaaber….

Batman ist wirklich nicht sympathisch. Ich habe vor kurzem Batwomans Welt für mich entdeckt und da sind mir einige Dinge klar geworden: DC-Helden neigen oft dazu melodramatisch zu sein. Klar hat jeder eine tragische Geschichte, die begründet, warum aus einer “normalen” Person eine heldenhafte Kampfmaschine geworden ist und klar müssen sie ihr Doppelleben möglichst geheim halten und ihre Familie schützen, aber man muss nicht alles so überdramatisieren, wie es beispielsweise Batman und Arrow oft tun. Batwoman und Wonder Woman schaffen es auch superkrasse Heldinnen zu sein, ohne aus allem ein Riesendrama zu machen. Wenn Plan A und B nicht funktionieren, dann wird halt Plan C umgesetzt. Außerdem schaut Batman immer, in wirklich jeder Situation grimmig. Vielleicht meint er, damit den Feinden mehr Angst machen zu können oder ähnliches, aber mal ehrlich, wäre es so schrecklich hin und wieder zu lächeln oder wenigstens neutral zu schauen?
Das eigentlich Wesentliche, wenn es um die Frage von Lieblings-Superhelden geht, ist aber, dass mir langsam die Gründe ausgehen, Batman zu mögen. Es gibt einfach mehr Aspekte an Helden wie Wonder Woman und ganz besonders Batwoman, die ich cool und sympathisch finde.

Zuerst natürlich das offensichtlichste: Sie sind Frauen. Unsere Welt braucht eindeutig mehr weibliche Superhelden, wo doch auch im Alltag der Realität schon die Heldentaten von so vielen Frauen nicht wertgeschätzt werden. Sexismus in den Medien sollte endlich der Vergangenheit angehören. Wo sind die trans* und inter* Helden?
Batwoman ist außerdem auch nur ein Mensch (im Gegensatz zu Wonder Woman ;)). Sie hat hart trainiert, Verluste erleiden müssen und will andere Menschen beschützen, sie macht Fehler und sie muss vertrauen, weil sie nicht alles im Alleingang bewältigen kann. Mit ihr kann man sich identifizieren. Außerdem ist sie lesbisch, was noch einmal neue Herausforderungen mit sich bringt. Sie muss sich als Kate Kane Diskriminierung und Homophobie stellen, aber hat den Mut nicht nur als Kate zu dem zu stehen wer sie ist, sondern auch als Batwoman sich als lesbisch zu outen. Meiner Meinung nach ist sie ein zutiefst beeindruckender Charakter, den ich bewundere und der ein gutes Vorbild für so viele Menschen auf dieser Welt sein kann.
Kate wirkt außerdem wie ein sehr offener, selbstbewusster Mensch und gibt in der Serie auch zu, dass sie es nicht gewohnt ist, Geheimnisse zu haben und die Menschen um sie herum anzulügen. Diese Art mit dem Doppelleben umzugehen, die Offenheit über die Probleme, die mit einem Superhelden-Leben verbunden sind, werden somit greifbar (anders als bei Batman, der immer sehr verschlossen wirkt) präsentiert, ohne überdramatisiert zu werden (anders als bei Arrow, der jedes mal ein riesiges Drama daraus macht, wenn er die Menschen, die ihm wichtig sind zwar beschützen will, aber trotzdem nicht ehrlich zu ihnen sein kann).

Unabhängig davon, dass sowohl Batwoman als auch Kate Kane super gut aussehen (die rote Farbe im Kostüm bewirkt coole Akzente, wodurch der Anzug deutlich weniger trist und langweilig aussieht, rot ist außerdem eine meiner Lieblingsfarben und ich finde auch Kates Stil und Aussehen in der Serie mega cool, sie sieht einfach gut aus), ist ihre Figur schon nach den ersten Folgen (ich habe leider bisher noch keine Batwoman-Comics gelesen, sondern schaue gerade nur die Serie, aber ich versuche das ganz bald nachzuholen) um einiges tiefgründiger und komplexer, aber auch deutlich bodenständiger und nahbarer als die meisten anderen Helden, die bisher von den Medien gezeigt wurden.
Wenn ich mir aussuchen dürfte, mit welchem Superhelden ich gern mal zusammen was essen oder trinken gehen würde, wäre meine Wahl ohne zu zögern Batwoman.

Genießt den beginnenden Frühling und bis bald,
Aly

PS: Die Serie zu Batwoman könnt ihr auf Amazon Prime schauen.

PPS: In der zweiten Staffel scheint es einige Veränderungen Batwomans zu geben, ich bin gespannt und schreibe bestimmt wieder zu diesem Thema, aber jetzt genieße ich erst mal die erste Staffel zu Ende.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 29 – Full Disclosure

Dear Readers,

have you ever read a book that made you wonder how you could walk through society with your eyes closed until now? Well, I truly hope so for you. If not, you maybe should consider reading Full Disclosure by Camryn Garrett. This book, published in 2019 in Great Britain by Penguin Books, isn’t just a great bestseller. It’s eye-opening, honest (at least it feels honest) and relatable.

To be frank, I usually don’t like photographs as cover, but this one – taken by Theodore Samuels – fits the novel pretty well. It’s unobtrusive, nearly shy, but still beautiful. It portrays the main character extremely good, I think. The title and the authors name seem to scream, because of the bright colour and therefore build an intense contrast to the calm blue in the background.

Full Disclosure is told by the main character Simone. She is finally happy again at her new school, after she was hated badly at her old one, because the students and parents found out that she’s HIV-positive. She has found her beloved, two, best friends – Claudia and Lydia -, she’s directing the school musical Rent and she’s making out with Miles, the attractive boy, who helps with the musical’s set. Simone is happy, full of questions about having sex with HIV, but happy. But as she finds an anonymous note in her locker that threatens to tell everyone that she’s positive, her world is standing upside down again and definitely not in a good way…

Full Disclosure is probably the first Highschool-novel that actually taught me something. I mean a way of understanding a perspective I definitely can’t relate to, because I’m luckily not affected by the issues black people and people with HIV have in society. I’m glad that I found this novel, because it showed me that there are things I will, I can never understand, since I’m one of the privileged, healthy, white folks that urgently need to be told what it’s like to be affected by racism and ignorance. This topic is highly complicated, amongst other things, because it’s an emotional one that involves many different, individual experiences as well as a complex history and a lot of ignorance and unreasonable fear. I get confused about the whole matter frequently, but I try to understand. I’m sorry for everyone I might have hurt because of my own ignorance. I think we all should communicate more and in a healthier way. Listen to what the people have to say. Listen to how they feel and I guess then there will be at least a chance to improve, to understand and to stop the sorrow. Full Disclosure is – in my opinion – a book, that explains to the reader in a subtle, sensitive way, how it feels to be hated and not understood. The story is told by Simone, so one gets to know her thoughts while reading, which helps enormously to realize, why she’s reacting in the way she does. She’s a character that develops and that is independent which leads to a perception of her as an authentic person. Additionally, all the supporting characters are drawn in a deep and original way with their own problems, that get discussed and aren’t just ignored like in other novels.

All in all it’s a gorgeous book with great characters and important matters. It discusses the perception of HIV-positive, of black and of queer people and doesn’t forget the “simple” matters of growing up. No matter if one likes Young Adult or romantic novels, I think everyone, but especially all the privileged, white, healthy, ignorant people should read Full Discosure at least once in a lifetime, but actually as soon as possible.

Have a great week,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 27 – Clap When You Land

Dear Readers,

today’s review will be about a new favorite book of mine. I saw it on bookstagram, in a post about young adult books recommended for black history month. After reading the description I decided nearly instantly to buy it. Now, after a bit more than a week reading this incredible piece, it became one of my favorite books, I like it even better than Every Day by David Levithan. I’m talking about Clap When You Land, a novel-in-verse, written by National Book Award-winning and New York Times bestselling author Elizabeth Acevedo.

The Cover of the hardcover edition (published by HarperTeen): https://www.goodreads.com/book/show/52516332-clap-when-you-land

The only tough decision I connect with that novel, is which version I should buy. I really like the cover of the hard-cover book, but I often find paperbacks more comfortable. Also, they’re cheaper (don’t get me wrong, I like to support authors, but I don’t have that much money to spend on books every month, so I think that’s a fair compromise). After all, both covers show the main characters somehow divided and are beautifully designed. Both the hardcover’s drawn style and the paperback’s digital designed cover-images are amazing and in it’s simplicity contrary to the highly emotional story.

Clap When You Land by Elizabeth Acevedo is about Camino, a young girl living in the Dominican Republic. Her father visits her every summer, but this year everything is different, just because of one event: On the day when his plane is supposed to land, Camino meets crowds of crying people when she arrives at the airport. The plane crashed. But she’s not the only girl who mourns for her father: Yahaira, living in New York, is told in the principal’s office that her father, her hero, died in a plane crash on the flight he takes every year in the summer to the Dominican Republik. Both girls need to learn the secrets their father had. They need to get along in a new, forever altered reality. But maybe there is hope to not be alone with this grief anymore. Maybe there is hope in finding a sister and in fighting for their dreams.

Personally, I love reading poetry and novels, so this novel-in-verse was a perfect mixture. Honestly, it was beautifully written without being overwhelming poetry-metaphor-language, if you know what I mean. The style supported the plot and the emotions perfectly well. It was written from two perspectives, Camino’s and Yahaira’s. I read some reviews by people, who said the characters have been to similar to tell them apart, but I totally disagree. Even when the name wasn’t written above the part anymore, I could instantly say, who tells the story at that point because everything was written logically all the time and I found those two characters very different. Also, the novel addresses issues, I think people should talk more about. Men, who think girls are their property, for instance. Clap When You Land contains LGBTQ+ content as well, but without making a fuss about it and I love it this way (of course I know that’s definitely not the norm, even in modern society, and it should be talked about more in order to get tolerated on a larger scale, but I wish it could be that easy). In this story it’s just normal and not really a problem, being gay and I think this is the way it should be: people love people, let them love each other, why does the gender matter?

So all in all, I really loved reading this book and will never regret buying it. As soon as I finish some other books on my current reading list, I’m gonna read “Poet X” or “With The Fire On High” by Elizabeth Acevedo. I’m looking forward to it!

I hope you’re well!

Yours,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 12 – Den Mund voll ungesagter Dinge

Liebe Leser,

diese Review ist eigentlich nicht wirklich eine, denn dafür wird sie wahrscheinlich viel zu persönlich. Im letzten Beitrag hatte ich im Post Scriptum erwähnt, neue Bücher bekommen zu haben, nun, eines davon war Den Mund voll ungesagter Dinge und es hat mich genau dann erreicht, als ich es vielleicht am dringensten brauchte. Mein Leben fühlt sich zur Zeit an wie das Wetter heute: stürmisch und kalt, nicht direkt schlecht, aber doch so, dass man nicht raus gehen möchte. Es ist ein Chaos, mit dem ich noch nicht gelernt habe umzugehen.
Begonnen hatte alles an einem Abend vor genau einer Woche, ein Abend an dem ich mich selbst so sehr enttäuscht und im Stich gelassen habe, wie noch nie. Das schlechte Gefühl zog sich durch die ganze Woche, selbst in den fröhlichsten Momenten, in denen ich mir die Seele aus dem Leib gelacht habe, saß das Gefühl in einer dunklen Ecke meiner Gedanken und hat darauf gewartet wieder die Finger um meinen Hals zu legen. Hinzu kam eine permante Übelkeit, nicht so stark um mich hungern zu lassen, aber als hätte jemand in meine Magengrube geschlagen, nachdem ich aus dem Gedankenkarusell gefallen bin. Am Dienstagabend hatte ich in diesem Buch dann endlich den ersehnten Ausweg aus der ganzen Realität gefunden. Im Grunde war es wieder nur eine von vielen romantischen Geschichten, nur mit mehr Drama, realer, aber irgendetwas scheinen Romanzen und Dramatik an sich zu haben, das mich einfach immer und immer wieder fesselt.

Der von der deutschen Autorin Anne Freytag geschriebene und 2017 veröffentlichte Roman beschreibt in sehr vielen Facetten seiner Handlung genau das Gefühl, welches der Titel bereits ausdrückt: Es liegen einem so viele Gedanken auf der Zunge, bereit ausgesprochen und gehört zu werden, doch letztlich bleiben sie Gedanken, bis man vielleicht doch irgendwann den Mut findet, sie Realität werden zu lassen. Im Roman erlebt man aus Sophies Perspektive, wie ihr Vater beschließt kurz vor ihrem Abschluss von Hamburg nach München zu seiner Freundin, ihren Söhnen und ihrem Hund zu ziehen. Sie kam bis dahin immer ganz gut allein zurecht, doch plötzlich in einer neuen Welt, weit weg von Zuhause gefangen, lebt sie in einem großen Haus voller Leben und fühlt sich nur noch einsamer. Doch dann trifft sie Alex, das Nachbarsmädchen mit dem sie sich plötzlich nicht mehr allein, sondern glücklich fühlt. Natürlich ist die Handlung noch deutlich tiefer und komplexer, aber ich will euch nicht die Freude nehmen alle Charaktäre selbst kennenzulernen. Um das Buch in einem Satz zu beschreiben, würde ich sagen, dass es zeigt, wie viel ein einziger Kuss und ein paar ausgesprochene oder geschriebene Worte verändern können.

Die Gestaltung des Buches ist sehr modern gehalten, was mich als Liebhaber von klassischen Werken immer erst etwas irritiert (ich bin auch kein Fan von modernen Adaptionen klassischer Theaterstücke, sobald zum Beispiel Medea anfängt eine Whatsappnachricht zu schreiben oder etwas auf Facebook zu posten, würde ich immer am liebsten das Theater verlassen), da aber die Zielgruppe vermutlich etwas jünger ist als ich und dadurch ein bisschen das Gefühl entsteht, man säße neben Sophie und würde mit ihr die Konversationen lesen oder die Musik hören, kann ich ganz gut damit leben. Eine grammatikalische Besonderheit, die die Autorin aber offenbar immer so gestaltet, ist die Konstruktion “jemand schimpft jemanden”. Ich war mir immer sehr sicher, dass es “jemand schimpft mit jemandem” heißt und auch der Duden scheint mir recht zu geben. Ich stamme jedoch aus einer Gegend, in der mit starkem Dialekt gesprochen wird und kenn mich nicht besonders gut mit anderen Dialekten in Deutschland aus, also könnte ich auch gut verstehen, wenn damit ein bestimmter Dialekt bedient werden sollte und es sich für mich nur ungewöhnlich anhört.

Den Mund voll ungesagter Dinge gehört zu der Art von Büchern, in die ich mich ohne Probleme vor der Wirklichkeit flüchten kann, in denen ich mich selbst verlieren kann. Gleichzeitig aber finde ich mich selbst und die Probleme, die mein Gedankenkarusell stetig antreiben, in so vielen Situationen, Gedanken, Problemen, Personen, Geständnissen und Ängsten der Handlung wieder, dass es mir einen Spiegel vorhält, der nicht mahnt, sondern einen nicht allein lässt. Mir wurde in der letzten Woche gesagt, ich würde sehr dramatisch schreiben. Kurz danach dachte ich über eine Situation im Buch, dass sie doch vielleicht etwas übertrieben dramatisch sei und viel einfacher aufzulösen gewesen wäre, als es getan wurde. Aber vielleicht ist genau das der Punkt des Lebens und des Schreibens: das Leben ist nun mal dramatisch und voller unerklärlicher Gefühle und Gedanken, die einem auch oft Angst einjagen können und ist es so falsch darauf dramatisch und irrational zu reagieren? Beim Schreiben kommt dann noch hinzu, dass die Dramatik einfach ein unerlässlicher Wegbegleiter ist, wenn man die Leser fesseln und ihre Augen öffnen will. In einer Welt, in der eine schlechte Nachricht die nächte jagt, reicht es nicht mehr Probleme nur anzusprechen, man muss die Menschen dazu bringen zuzuhören und nachzudenken. Wenn man genauer darüber nachdenkt, hat es auch in der Literaturgeschichte noch nie gereicht, nur zu beschreiben, alle einflussreichen Autoren ihrer Zeit nutzten Unmengen der Dramatik.

Dieser Blogbeitrag ist mit warmer Dankbarkeit an die Fotografin geschrieben. Sie ist nicht nur die Person, die mir dieses wundervolle Buch empfohlen hat, sie ist auch einer der wichtigsten Menschen und Mitwisser meines Lebens.

Ich habe diesen Blogbeitrag aus verschiedensten Gründen so viel persönlicher geschrieben, als ich es normalerweise tun würde. Texte wie dieser sind es, die mir den Anlass dazu gaben, unter einem Pseudonym zu schreiben. Die Menschen, die wissen wer hinter diesem Blog steht, kann man an einer Hand abzählen. Ich wollte persönlich werden können, ohne Angst vor persönlichen Konfrontationen oder besorgten Blicken haben zu müssen. Mir hilft das Schreiben an schweren Tagen immer dabei, irgendwie mit allem klar zu kommen und ich habe besonders in der letzten Woche, unter anderem auch durch die Geschehnisse in Den Mund voll ungesagter Dinge, gemerkt, wie wichtig es ist die eigenen Gedanken auch mal loszuwerden, sie irgendwie aufzuschreiben oder jemandem anzuvertrauen. Ich weiß, dass es viel zu vielen Menschen in dieser Welt aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gut geht. Besonders die Einsamkeit trifft viele in dieser immer dunkler werdenden Jahreszeit, in der Mitte einer Pandemie, sehr hart. Mich auch und das, obwohl ich nicht allein bin. Deshalb möchte ich euch besonders hiermit, mit einem Stückchen Ehrlichkeit, sagen, dass ihr mit dem Gefühl nicht allein seid. Das ist nur wenig Trost, ich weiß, vor allem für all diejenigen, die mit viel schlimmeren Problemen zu kämpen haben. Mein Gedankenkarusell dreht sich um euch, um all die Probleme dieser Welt, ich wollte dass ihr das wisst.

Ich habe viel geschrieben in den letzten Tagen. In den folgenden Zitaten werde ich euch einen kleinen Teil davon zeigen, in der Hoffnung, dass ihr euch darin wiederfindet und in der Hoffnung, dass es nicht so ist.

In Liebe,
Aly

Mir geht es gut. Objektiv. Im Vergleich mit all den Problemen die es auf der Welt gibt.
Bei mir ist nicht alles gut. Alles umfasst zu viel, um gut zu sein. Es tut mir leid Erwartungen zu enttäuschen.

~ Alyrene, 12.11.2020

Es schuf Gedanken, die ich nicht mehr los werde. Sie kreisen und kreisen, kommen hervor und tragen mich völlig mit sich oder lassen meinen Kopf leer. In einer Stille, die niemand erträgt. Eine Stille die lauter nicht sein könnte, eine Stille des absoluten Chaos. Zu viele Gedanken, um zu denken.

~ Alyrene, 13.11.2020