Blog, Reviews

Blog Entry No. 26 – Between Your Words

Liebe Leser,

die Rezension dieser Woche dreht sich um einen Roman des Lyx Verlages. Soweit ich mich erinnern kann, ist dieses Buch das erste, welches ich aus diesem Verlag gelesen habe und es hat definitiv einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen. Between Your Words von Emma Scott wurde mir als eBook von Netgalley.de als Gegenleistung für eine Rezension bereitgestellt. Wie immer könnt ihr meine Rezension auch auf dieser Website lesen.

Das Cover ist relativ nichtssagend und schlicht, aber dennoch sehr harmonisch und schön. Man kann die Streifen, die mich zumindest irgendwie an glänzende Stoffbahnen erinnern, relativ gut mit der Amnesie in Verbindung bringen, indem man sie als die, die Erinnerung verwischende, Leere interpretiert. Wobei ein Cover ja nicht immer etwas aussagen muss; es ist wirklich schön und wenn ich ein Buch nur nach dem Cover aussuchen müsste, hätte ich dieses wahrscheinlich auch so gelesen.

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, die den Inhalt meiner Meinung nach sehr gut gliedern. Der erste befasst sich mit der grundlegenden Handlung, deren Basis man auch nur kennen muss, um sich für dieses Buch zu entscheiden. Thea ist der weltweit zweitschlimmste, dokumentierte Amnesie Fall und es scheint keine Hoffnung auf Heilung zu geben. Ihre Pflege ist darauf ausgerichtet, dass sie alle 5 Minuten ihre Erinnerung verliert und keine Langzeiterinnerungen abrufen oder speichern kann. Es wird also angenommen, dass sie nur durch Routine und Ruhe ein scheinbar friedliches und glückliches Leben führt und Freuden an Tätigkeiten wie dem Malen unwesentlich sind, weil sie sich am nächsten Tag sowieso nicht mehr daran erinnern könne, gemalt zu haben.
Nachdem sie bereits zwei Jahre mit diesem Zustand im Blue Ridge Senatorium lebt, fängt ein neuer Hilfspfleger an dort zu arbeiten: James Whelan. Als sich Thea und Jim, wie er die meiste Zeit genannt wird, das erste Mal treffen, ahnt er noch nicht, dass sie Patientin an seinem neuen Arbeitsplatz ist, geschweige denn der zweitschlimmste Fall von Amnesie. Diese Begegnung ist beinahe magisch, Jim, der normalerweise nicht gern redet, weil er unter seinem Stottern leidet, fällt es zum ersten Mal in seinem Leben wieder leicht zu reden, viel zu reden. Thea, die in ihren 5 Minuten Phasen ein leuchtender, durch und durch fröhlicher Mensch ist, wie sie es in ihrem Leben vor der Amnesie war, lässt Jim nicht mehr los und es entwickelt sich eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich bisher lesen durfte.

Da das Buch im Sommer spielt, passt dieses Bild eigentlich nicht besonders gut, aber Sommerbücher im Winter zu lesen bewirkt fast immer eine gewisse Wärme im Innern.

Emma Scott ist bereits eine für ihren emotionalen, fesselnden Schreibstil bekannte Autorin und genau diese Fähigkeit hat sie in Between your Words eindeutig bewiesen. Der Roman hat mich gewissermaßen hineingesogen und es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Geschichte der beiden Protagonisten ist unglaublich gefühlvoll und wurde auch so geschrieben. Außerdem war es auch keine 08/15 Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon nach den ersten Seiten voraussehen kann. Im Gegenteil, ich habe mich bis zu den letzten Kapiteln gefragt, wie die Geschichte enden wird und ob Thea und Jim eine Zukunft haben werden.
Besonders nachdem ich so schockiert von Die Wunderbare Kälte war, weil es eben keine Triggerwarnung gab, war ich sehr froh hier eine zu finden, die meiner Meinung nach dem Geschehen auch gerecht wird.

Emma Scotts Between Your Words ist ein absolutes Muss für jeden Romantik-Liebhaber. Wenn ihr gern emotionale Bücher lest, die noch dazu interessant sind (Wie wird mit einem solchen Amnesie-Fall umgegangen? Was macht das mit den Angehörigen? Wie geht es den Menschen mit Amnesie? etc.) und deren Nebencharaktere einfach durch und durch liebenswert sind, dann sollte dieser Roman definitiv in euer Bücherregal einziehen.

Alles Liebe,
Aly

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Blog Entry No. 17 – Die Bücherdiebin

Liebe Leser,

das Buch, um das es mir heute gehen soll, las ich kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zuende und ich will ehrlich sein, es hat mir die besinnliche Stimmung verdorben. Aber das nehm ich dem Buch nicht übel, denn ich denke, dass genau das ein wichtiges Ziel des Werkes ist. Mir geht es um einen der, wie ich finde, wichtigsten Klassiker moderner Literatur: Markus Zusaks Die Bücherdiebin.

Markus Zusak wurde 1975 als Sohn einer Deutschen und eines Österreichers geboren. Deren Erzählungen über die Bombenangriffe auf München und die Judenverfolgung in Deutschland nutze er als Vorlagen für dieses Buch. Neben Die Bücherdiebin schrieb er noch fünf weitere Romane, wovon Der Joker ebenfalls sehr bekannt wurde. Aktuell lebt er mit seiner Familie in Sydney.

Das Cover dieser Ausgabe des Blanvalet Verlages (heute Teil der Penguin Random House Verlagsgruppe) ist recht schlicht gehalten. Man sieht lediglich den, an altes, vergilbtes Papier erinnernden, Hintergrund sowie den Tod, tanzend mit einem jungen Mädchen. Ich persönlich finde das Cover sehr aussagekräftig; altes Papier sinnbildlich für all die Geschichten, die gelesen und geschrieben werden, sinnbildlich für Papier im Keller, sinnbildlich für das Buch, dass der Tod so viele Jahre bei sich trug. Und dann natürlich die beiden Hauptpersonen: der Tod, eine generell unterschätzte Persönlichkeit, beeindruckt von Liesel Meminger, dem jungen Mädchen, einer Bücherdiebin, einer Autorin. Dieser Einband hat alles, was es braucht.

Die Geschichte scheint auf den ersten Blick recht unbeholfen zu beginnen, doch das spricht keineswegs gegen einen guten Schreibstil Zusaks, viel mehr für ihn. Er lässt die Erzählung authentisch beginnen, ganz so, als stünde man tatsächlich gerade einem Fremden gegenüber, der noch nie eine Geschichte erzählt hat. Schon der Anfang des Buches regt zum Nachdenken an, ich zumindest war mir nicht sofort sicher, dass wirklich der Tod höchstpersönlich die Geschehnisse erzählt und als ich mir dann sicher war, las ich den gesamten Anfang noch einmal, um auch alles, was der Tod von sich erzählt richtig auf mich wirken zu lassen und mit Vorstellungen zu vergleichen, die man sich selbst einfach im Laufe des Lebens so macht. Der Tod ist also ein ständiger Begleiter während man dieses Buch liest, aber da er mit so viel Witz und Liebe geschrieben wurde, ohne dabei seine Ernsthaftigkeit zu verlieren, empfindet man ihn am Ende eher als alten Freund und nicht als die Ursache aller Trauer. Die Ursache waren Menschen. In diesem Fall hauptsächlich Deutsche.

Liesel Meminger wurde in Deutschland geboren, kurz vor der Zeit des dritten Reiches. Weil ihr Vater als Kommunist verhaftet und gefoltert wird, kann er sich nicht mehr um seine Familie kümmern, woraufhin seine kranke Frau 1939 ihre neunjährige Tochter Liesel und ihren sechsjährigen Sohn Werner zu Pflegeeltern gibt. Auf dem Weg nach Molching, einer kleinen Stadt in der Nähe von München, in welcher die zukünftigen Pflegeeltern leben, treffen der Tod und Liesel das erste Mal aufeinander. “Ein heftiger Hustenanfall. Ein letzter Atemzug, der Endspurt. Und dann – nichts mehr.” Auf diese Weise beschreibt der Tod Werners Ende. Als er seine Seele aus dem Körper trennte und das kleine Mädchen gerade aus einem Traum hochschreckte, sahen sie sich zum ersten Mal. Entgegen seines eigenen Rates, kommt der Tod zu Werners Beerdigung in einem namenlosen Dorf, um dort den ersten Diebstahl der Bücherdiebin zu beobachten – im Schnee. Der Zweite fand im Feuer statt. Doch ich will nicht zu weit vorgreifen. Um ein ungefähres Gefühl zu bekommen, um was es in diesem Buch geht, sei noch Folgendes gesagt: Liesel kommt in der Himmelstraße bei den Hubermanns an, in denen sie eine neue Familie findet und wo sie ein paar Jahre glückliche Kindheit geschenkt bekommt. Sie findet einen besten Freund und Diebstahl-Partner in Rudi, sie lernt Lesen in einem Keller, an dessen Wänden sie mit Farbe das Schreiben übt. Sie schenkt einem Juden Wolken und eine Schneeballschlacht im Keller. Sie liest in den furchterregendsten Stunden Menschen etwas aus ihren Büchern vor.
Doch keine Geschichte bleibt ewig gut und friedlich, besonders nicht wenn sie während des zweiten Weltkriegs spielt. Es sind Wörter, die ihr Leben retten.

Die Bilder habe ich bereits vor einiger Zeit gemacht, kurz nachdem das Buch bei mir ankam.

Die Bücherdiebin ist ein herausragendes Werk. Zusak brachte die Wörter für diesen Roman auf eine fesselnde, ungewöhnliche Art und Weise zusammen, die an keiner Stelle Zweifel offen ließ. Trotz der ungewöhnlichen Wahl des Erzählers, fand ich keine einzige Stelle, an der ich nicht geglaubt hätte, dass diese Geschichte tatsächlich vom Tod erzählt wird. Wenn man diese Tatsache weniger personalisiert und etwas metaphorischer betrachtet, kann man feststellen, dass dies eine unglaublich poetische Variante ist, eine traurige Geschichte des Lebens zu erzählen.
Obwohl in diesem Buch ein eher gemäßigtes Schicksal dieser Zeit verarbeitet wird (womit ich lediglich meine, dass während des dritten Reiches und besonders während des zweiten Weltkrieges noch deutlich mehr und vor allem grausameres Leid verursacht wurde), sind einige Szenen sehr heftig. Nicht unbedingt in der Art und Weise in der sie beschrieben wurden (zum Vergleich: Orwells 1984, besonders Teil 3, wurde bedeutend bildlicher und grausamer beschrieben, wodurch ich persönlich auch schlimmere Träume von 1984 als von Die Bücherdiebin bekam), aber hinsichtlich dessen, was man sich – auch durch das Wissen über diesen Teil der deutschen Geschichte – unter dem Beschriebenen und dessen was die jeweiligen Szenen bewirken, vorstellt. Wie bereits erwähnt, hat dieser Aspekt auch die besinnliche Zeit des letzten Weihnachtsfestes verdunkelt, besonders dadurch, dass ich zu dem Zeitpunkt gerade das Ende der Geschichte las, welches einige zutiefst traurige Begebenheiten mit sich brachte.
Natürlich ist aber zu sagen, dass es auch fröhliche Zeiten im Leben der Bücherdiebin gab und diese auch entsprechend Spaß gemacht haben zu lesen. Besonders die Entwicklung der Charaktere mitzubegleiten, ist eine Freude, die einem das Buch nicht nimmt. Da Liesel und Rudi vor allem auch einfach Fußball spielende Kinder sind, bietet Zusaks Werk neben ernsthaften und traurigen Berichten des Todes auch amüsante, niedliche und wundervolle. Einige der ersten Worte der Erzählung des Todes, können meiner Meinung nach auch dieses Buch sehr gut zusammenfassen und diese Review beenden: “Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben »A«. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.”

Ich würde Die Bücherdiebin jederzeit ein weiteres Mal lesen. Weil das Buch einfach unglaublich ist. Weil es gut ist. Weil es wichtig ist. Und weil ich den Tod, Liesel, Rudi, Max, Hans, Rosa und die Frau des Bürgermeisters in mein Herz geschlossen habe.

Mit besten Grüßen,
Aly

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Blog Entry No. 11 – Genex of Halcyon

Dear Readers,

the review of this week will be rather short. For one part that’s because currently I have much work to do and for the other part it’s because I got this book from the online book club (OnlineBookClub.org) to read and review it. I’m not allowed to repost the review anywhere, so I will write a short and slightly different one for my blog and a longer, more detailed one for the online book club, where you can read it too soon.

“Genex of Halcyon” is a science-fiction novel describing a near-future utopia written by Joshua Stelling. The book was firstly published on 24th of September in 2019 by Arch Gravity Publishing. You find it under the ISBN 9780692184271.

The cover is quite dark and oppressive, the flowerlike plants in the front spend the only warm colour. As the title and author are written in a very simple style it builds an interesting contrast to the in some ways chaotic background. Though there is a light shining from far away, it seems like the cover of a dystopia. My interpretation of the cover supports the thesis that there is a little good in every bad situation, which would fit some philosophical statements explained by some characters in the book. Overall it’s maybe not the most welcoming start of a book, but it portrays the content pretty well I think.

Portraying a possible version of our future in about thirty years, Stelling created a complex social story around two to three main characters. Reading the first chapters I was mostly confused about the plot because he switched between perspectives very often. It makes it hard to understand all connections at the beginning but makes it interesting for rereading. The fiction covers a large number of interesting topics like love, death, the sense of life, betrayal, the way how minorities get treated and how to deal with no privacy for more security. Climate change and astronomy have been relevant as well, which increased the motivation to read it for me even more. Joshua Stelling presents in “Genex of Halcyon” a version of our future that is a warning in many ways. At the same time, it fascinates as a fantasy adventure about a lot of our opportunities. He closes with a collection of his own poetry that builds a calm feeling after a thrilling end.

Stylistically it’s incredible. There are parts that I just couldn’t stop reading because they were so catching, most of them have been about philosophical theories and the meaning of stars and the universe, so I guess that’s a topic one needs to be interested in advance, but if you are, it feels like reading a masterpiece. Sadly some elements didn’t take me in, confused and bored me at some points, but to expect a book to be brilliant at every word wouldn’t be fair, it wouldn’t be real anymore in no way.

After all “Genex of Halcyon” is a copacetic Sci-Fi – utopia (or dystopia depending on the point of view) – philosophy novel-poetry mixture. I will definitely read at least a second time. By doing so, I hope to get the plot a bit better and more rooted than so far. Of course, I’m looking forward to enjoying the philosophical, astronomical and poetic parts again as well.

Hope you’re having a good time,
Aly

PS: I got “new” books on rebuy (a great way to buy second hand), so I’m gonna read them next and review them soon. Both are written or translated in German so I’ll probably do two entrys for each book again.