Blog, Reviews

Blog Entry No. 26 – Between Your Words

Liebe Leser,

die Rezension dieser Woche dreht sich um einen Roman des Lyx Verlages. Soweit ich mich erinnern kann, ist dieses Buch das erste, welches ich aus diesem Verlag gelesen habe und es hat definitiv einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen. Between Your Words von Emma Scott wurde mir als eBook von Netgalley.de als Gegenleistung für eine Rezension bereitgestellt. Wie immer könnt ihr meine Rezension auch auf dieser Website lesen.

Das Cover ist relativ nichtssagend und schlicht, aber dennoch sehr harmonisch und schön. Man kann die Streifen, die mich zumindest irgendwie an glänzende Stoffbahnen erinnern, relativ gut mit der Amnesie in Verbindung bringen, indem man sie als die, die Erinnerung verwischende, Leere interpretiert. Wobei ein Cover ja nicht immer etwas aussagen muss; es ist wirklich schön und wenn ich ein Buch nur nach dem Cover aussuchen müsste, hätte ich dieses wahrscheinlich auch so gelesen.

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, die den Inhalt meiner Meinung nach sehr gut gliedern. Der erste befasst sich mit der grundlegenden Handlung, deren Basis man auch nur kennen muss, um sich für dieses Buch zu entscheiden. Thea ist der weltweit zweitschlimmste, dokumentierte Amnesie Fall und es scheint keine Hoffnung auf Heilung zu geben. Ihre Pflege ist darauf ausgerichtet, dass sie alle 5 Minuten ihre Erinnerung verliert und keine Langzeiterinnerungen abrufen oder speichern kann. Es wird also angenommen, dass sie nur durch Routine und Ruhe ein scheinbar friedliches und glückliches Leben führt und Freuden an Tätigkeiten wie dem Malen unwesentlich sind, weil sie sich am nächsten Tag sowieso nicht mehr daran erinnern könne, gemalt zu haben.
Nachdem sie bereits zwei Jahre mit diesem Zustand im Blue Ridge Senatorium lebt, fängt ein neuer Hilfspfleger an dort zu arbeiten: James Whelan. Als sich Thea und Jim, wie er die meiste Zeit genannt wird, das erste Mal treffen, ahnt er noch nicht, dass sie Patientin an seinem neuen Arbeitsplatz ist, geschweige denn der zweitschlimmste Fall von Amnesie. Diese Begegnung ist beinahe magisch, Jim, der normalerweise nicht gern redet, weil er unter seinem Stottern leidet, fällt es zum ersten Mal in seinem Leben wieder leicht zu reden, viel zu reden. Thea, die in ihren 5 Minuten Phasen ein leuchtender, durch und durch fröhlicher Mensch ist, wie sie es in ihrem Leben vor der Amnesie war, lässt Jim nicht mehr los und es entwickelt sich eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich bisher lesen durfte.

Da das Buch im Sommer spielt, passt dieses Bild eigentlich nicht besonders gut, aber Sommerbücher im Winter zu lesen bewirkt fast immer eine gewisse Wärme im Innern.

Emma Scott ist bereits eine für ihren emotionalen, fesselnden Schreibstil bekannte Autorin und genau diese Fähigkeit hat sie in Between your Words eindeutig bewiesen. Der Roman hat mich gewissermaßen hineingesogen und es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Geschichte der beiden Protagonisten ist unglaublich gefühlvoll und wurde auch so geschrieben. Außerdem war es auch keine 08/15 Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon nach den ersten Seiten voraussehen kann. Im Gegenteil, ich habe mich bis zu den letzten Kapiteln gefragt, wie die Geschichte enden wird und ob Thea und Jim eine Zukunft haben werden.
Besonders nachdem ich so schockiert von Die Wunderbare Kälte war, weil es eben keine Triggerwarnung gab, war ich sehr froh hier eine zu finden, die meiner Meinung nach dem Geschehen auch gerecht wird.

Emma Scotts Between Your Words ist ein absolutes Muss für jeden Romantik-Liebhaber. Wenn ihr gern emotionale Bücher lest, die noch dazu interessant sind (Wie wird mit einem solchen Amnesie-Fall umgegangen? Was macht das mit den Angehörigen? Wie geht es den Menschen mit Amnesie? etc.) und deren Nebencharaktere einfach durch und durch liebenswert sind, dann sollte dieser Roman definitiv in euer Bücherregal einziehen.

Alles Liebe,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 22 – Die wunderbare Kälte

Liebe Leser,

In der letzten Woche hat mich besonders ein Buch in meinem Alltag begleitet: Die wunderbare Kälte von Elisabeth Rettelbach. Ich bekam die ePUB Version des Buches von Netgalley für eine Rezension bereitgestellt. Soeben habe ich die letzte Seite eben diesen Buches gelesen und muss ehrlich sagen, es ist zwar einzigartig und definitiv außergewöhnlich, aber wirklich gut gefallen hat es mir nicht.

Am 01.12.2020 wurde das Buch der Diplom-Übersetzerin und Texterin im Kirschbuch Verlag veröffentlicht. Elisabeth Rettelbach spricht verschiedene Sprachen, unter anderem Englisch, Französisch und Schwedisch, und lebt nun nach vielen Jahren in den USA wieder in Deutschland. Sie gewann mit Die wunderbare Kälte, ihrem Debüt, den Preis “Bestseller von morgen”.

Cover der ePUB und Taschenbuch Version der ersten Veröffentlichung

Am Cover gefällt mir besonders die farbliche Harmonie der Blau- und Violetttöne, zumal die kalten Farben natürlich auch das Thema und die Stimmung des Romans sehr gut treffen. Ich persönlich bin auch ein Fan von Schreibmaschinenschriftarten, wie die, in welcher der Titel und der Name der Autorin gestaltet wurden. Im Hintergrund erkennt man gut die vereinzelten Schneeflocken, die wiederum natürlich zu dem Winter passen, in welchem die Geschichte handelt. Was genau der restliche Hintergrund darstellt, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Meine Vermutung ist etwas pelz- oder stoffähnliches, passend zu den vielen Kostümen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Handlung haben. Auch zwischen dem, im Vordergrund prangenden, vergleichsweise sehr großen, Schmetterling und dem Inhalt des Buches kann ich keine gute Verbindung herstellen, aber vielleicht erkenne ich nur gerade den Interpretationsansatz nicht. Falls ihr Ideen habt, wie man diesen interpretieren könnte, schreibt es gern in die Kommentare.

Im Mittelpunkt der Handlung von Die wunderbare Kälte steht Kai, eine einzelgängerische Maskenbildnerin, die den Winter liebt. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten damit, Fremde zu stalken, ihnen Zettel mit einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zuzustecken und sie dann wie Figuren in einem Drehbuch zu manipulieren. Bei einer Lesung, die sie nur ihrer Schwester zuliebe besucht, trifft sie auf Milo und Tama. Zwei Fremde, deren Geschichte Kai stärker als je eine zuvor fasziniert. Sie beginnt sich in das Leben der beiden einzumischen und ein psychedelischer Albtraum beginnt.

Rettelbach verwendet einen sehr leichten, aber zugleich auch komplexen Schreibstil. Das Buch ließ sich, nach einiger Gewöhnung, sehr leicht und schnell lesen (rein vom Vokabular und der Grammatik her, zum Inhalt später mehr) aber mir sind auch sehr viele Stilmittel aufgefallen. Besonders stark arbeitete die Autorin mit Wiederholungen, welche die Stimmung der Situation sowie die Gedanken und Gefühle von Kai gut verdeutlichten. Die meiste Zeit über erzählte die Protagonistin aus ihrer Perspektive, also der ersten Person Singular, die Geschichte. Hin und wieder wechselte sie aber auch plötzlich zur dritten Person Singular, wodurch das Gefühl Kais, von außen auf sich drauf zu blicken unglaublich deutlich gemacht wurde. Außerdem nutzte Rettelbach zweimal die lateinische Phrase “Hic sunt dracones”, welche bei alten Seefahrerkarten meist an den Rand geschrieben war, also an die Stellen der Welt, welche noch unentdeckt waren, wo die Welt für die damaligen Menschen endete. Die Phrase meint im Wesentlichen also unerforschte Gebiete, was in den jeweiligen Szenen sehr gut passt. Obwohl ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen musste, ist er, besonders wenn man genauer darüber nachdenkt, bemerkenswert gut.

Inhaltlich hat mich Die wunderbare Kälte leider nicht so überzeugt wie der Stil der Autorin. Ich persönlich hätte mir zuvor eine Triggerwarnung bezüglich Panikattacken gewünscht, da mich die Beschreibung dieser innerlich sehr aufgewühlt hat und ein positives Leseerlebnis deutlich beeinträchtigte. Obwohl sie nur in geringem Maße vorkommt, bin ich der Meinung, dass auch vor der beschriebenen Gewalt in irgendeiner Form zuvor gewarnt werden sollte (vielleicht in einer Anpassung des Genres oder einer Altersempfehlung), da ich mir vorstellen kann, dass man nicht unbedingt damit rechnet, wenn man im Klappentext etwas von einer Stalkerin ließt.
Diesen Roman zu lesen war durch und durch ein interessantes Erlebnis, welches ich von keinem anderen Buch so kennengelernt habe. Man erlebt alles aus der Perspektive einer Stalkerin mit immer offensichtlicher werdenden psychischen Problemen, wodurch man faszinierend und beunruhigend nah dran an ihren Emotionen und ihren Gedanken ist, welche ihr Handeln letztendlich ja bewirken. Mehr als einmal habe ich überlegt, aufzuhören dieses Buch zu lesen, weil es mich in gewisser Hinsicht einfach häufig verstört hat. Doch weil die Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, sehr positiv berichteten, habe ich weiter gelesen mit dem Gedanken, dass es vielleicht noch eine spannende Wendung gibt. Außerdem interessierte es mich brennend, wie man so einen Roman zu Ende bringt. Ich konnte mir einfach kein Ende der Handlung vorstellen, weil es eben kein Buch wie jedes andere ist.

+++Achtung, mögliche Spoilergefahr+++

Um zu verstehen, warum Die wunderbare Kälte einen so fahlen Nachgeschmack hinterlässt und ich nur 2 von 5 Sternen auf Plattformen wie Goodreads und Netgalley geben kann, muss ich das Ende ansprechen. Neben dem Fakt, dass mich die Handlung und die Gedanken der Protagonistin nicht nur einmal verstört haben und ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wenn ich um das Triggerpotential gewusst hätte (trotzdem bereue ich nicht, es gelesen zu haben, was aber eigentlich nur an dem Schreibstil der Autorin und der Tatsache, dass ich mit jedem Buch, das ich lese, für mein Leben lerne, liegt), hat mich auch das Ende des Romans sehr enttäuscht. Ich hatte wahrscheinlich auf irgendeine Art der Charakterentwicklung im Sinne eines Lernprozesses gehofft. Aber die einzige spürbare Entwicklung der Protagonistin ist die Steigerung ins Extreme ihrer Handlungen und der Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung während ihrer Geschichte mit Milo und Tama. Als diese aber vorbei ist, ist eben diese nur noch eine Geschichte für sie und Kai macht wieder so weiter, wie sie vor der Begegnung mit den beiden gelebt hatte. Nicht nur dass eine Art Lernprozess ausbleibt, auch fehlt jegliche Konsequenz ihres Handelns. Sie wird nie direkt mit der Polizei konfrontiert, obwohl mehrere Straftaten bekannt sind und sie erhält auch nie psychologische oder psychiatrische Hilfe, die sie aber offensichtlich dringend nötig hat. Die Botschaft, die das Buch damit sendet, mag zwar interessant, aber keinesfalls gut oder gesund sein.

+++ Ende des Absatzes mit Spoilergefahr+++


Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich die zwei von fünf Sternen (Netgalley, Goodreads, etc.) vor allem für den Schreibstil vergebe. Inhaltlich ist Die wunderbare Kälte zwar besonders und anregend, weil man diese Perspektive sehr selten zu lesen bekommt, aber, meiner Meinung nach, deshalb noch lange nicht gut. Mich hat der Inhalt an einigen Stellen einfach zu sehr enttäuscht und beunruhigt, um mehr Sterne zu vergeben. Wenn ich an diesen Roman denke, erinnere ich mich schlicht nicht an ein angenehmes Leseerlebnis. Solltet Ihr aber kein Problem mit der Schilderung von Panikattacken, Gewalthandlungen und psychischer Manipulation haben und die Perspektive einer Stalkerin interessant finden, ist Die wunderbare Kälte vielleicht eine optimale Bereicherung für Euer Bücherregal. In dem Fall, wünsche ich Euch natürlich viel Spaß beim Lesen!

Mit lieben Grüßen,
Aly

PS: Ihr findet Die wunderbare Kälte unter der ISBN 9783948736125 für 12€ (Taschenbuch) oder 6,99€ (ePUB) im Buchhandel.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 20 – Wir leuchten

Liebe Leser,

das Buch, um das es mir heute gehen soll, bedeutet für mich einige Erste-Male. Ich habe zum ersten Mal ein Buch vorbestellt (und es noch vor der offiziellen Veröffentlichung gelesen), es ist das erste persönlich und überhaupt signierte Buch in meinem Bücherregal und ich werde am 19. 02. 21 zum ersten Mal eine Lesung (wenn auch nur online) besuchen. Umso passender, dass es in eben diesem Roman unter anderem auch um Erste-Male geht: Der erste Roadtrip, das erste Mal betrunken, die erste Diskussion mit einem Ex-Nazi und die erste Freundschaft mit Pakistani, nur um ein paar wenige zu nennen. Wir leuchten ist außerdem der Debutroman Joe Rains, wie passend. ^^

Joe Rain fing während ihres Abiturs an, ihren ersten Roman zu schreiben. Gestern, nach etwas mehr als vier Jahren Überarbeitung, einer bestandenen Feuerprobe auf Wattpad und all dem was eben zu der Veröffentlichung eines Buches dazugehört, ist Wir leuchten endlich offiziell im Wreaders Verlag erschienen. Für alle, die noch überlegen, ob dieses Buch das richtige für sie ist, noch nie davon gehört haben oder es vielleicht schon gelesen haben und einfach noch andere Meinungen lesen wollen, hier meine Rezension und Weltsicht. Viel Spaß. 🙂

Wie immer, zuerst das Cover: Ich muss sagen, ich liebe die Stimmung, die es ausstrahlt. Die warmen Farben lassen es irgendwie gemütlich wirken und der Pick-up, die Berge, der Wald und die Sonne strahlen die pure Abenteurer-Atmosphäre aus. Außerdem passen der irgendwie fast schon minimalistische Comic-Zeichen-Stil und die schlichte Schriftart gut zueinander, was zusammen mit den harmonierenden Farben ein sehr angenehmes Bild ergibt. Ich muss aber leider zugeben, dass ich erstmal googlen musste, wie Pick-ups aussehen, weil im Buch eindeutig fünf Personen in das Auto passen und ich mir das bei dem Bild auf dem Cover wirklich nicht vorstellen konnte. 😅
Mittig am unteren Rand sieht man auch das Logo des Wreader Verlags und sonst verliere ich nicht besonders viele Worte über den betreffenden Verlag, aber dieses Logo ist einfach das schönste, das ich bisher irgendwo gesehen habe, weshalb es einfach eine extra Erwähnung verdient.

Wir leuchten wird von Estelles Perspektive erzählt. Estelle, die Meinungslose. Sie erzählt von ihrem durchschnittlichen Leben, von ihrer beendeten Beziehung und ihren schlechten Noten im Schulhalbjahr 12/1. Bis sie auf einer Party Isy kennenlernt und spontan entscheidet wegzulaufen. Irgendwohin, nur Hauptsache weg von ihrem alltäglichen, erdrückenden Leben.

Ab dem Punkt verändert sich alles. Ein Pick-up wird geklaut und der Besitzer mit einem High-heel K.O. geschlagen. Als dieser sich jedoch entscheidet, einfach mitzukommen, beginnt ein Roadtrip voller politischer Diskussionen, philosophischer Statements und neuer Freundschaften. Gemeinsam mit Estelle wird dem Leser, das Konfliktpotential von “Politik” näher gebracht. Man lernt, die Hauptperson begleitend, sich eine eigene Meinung zu bilden und zu verteidigen und dass man auch erhobenen Hauptes nachgeben kann. Wir leuchten ist eine Geschichte von Fremden, die zu besten Freunden werden, auf ihrem Weg noch mehr fremde Freunde treffen und mit Musik und einem orangenen Pick-up vor ihrem alten Leben davon fahren.

Beim Lesen sind mir vor allem zwei Aspekte aufgefallen: Estelle und ich würden uns wahrscheinlich ständig streiten und viele Charaktere haben einen Beinamen. Isy, die Kommunistin, die Verrückte. Estelle, die Meinungslose. Daniel, der Nazi, der Rechtsdenkende. Max, der Angeber. Jens, der Glatzkopf.

Angesichts dessen, dass ich zu den meisten politischen, gesellschaftlichen und historischen Themen eine Meinung habe und es liebe, diese auszudiskutieren und zu verteidigen, empfand ich Estelles Einstellung zu Beginn des Buchs als sehr anstrengend, da ich sie zwar verstehen, aber nicht nachvollziehen kann. Da es jedoch genau diese Unwissenheit, bzw. Meinungslosigkeit ist, die die politischen Diskussionen dem Leser näher bringt und “Politik” nahbar macht, kann ich gut mit Estelles Charakter leben. Schließlich sind es ja auch eben die verschiedenen Perspektiven und Grundlagen, die Diskussionen spannend machen, weshalb ich mir während des Lesens auch oft gewünscht habe, in den Roman reisen zu können, um meine Meinung mit den drei, später fünf Hauptcharakteren teilen zu können.
Unabhängig davon störe ich mich aber auch etwas an ihrer Vorstellung, Menschen ändern zu können. Estelle beschreibt mehrfach, wie gern sie Daniels Meinung ändern würde, meint an einer Stelle, sein Gedanke wäre nur wie eine Krankheit, die sie wegheilen könne und wünscht sich, er wäre mehr wie sie. Natürlich verstehe ich ihren Wunsch, ihn mit rationalen Argumenten von seinen grausam klingenden Theorien abzubringen und von einer “humaneren” Meinung zu überzeugen, schließlich ist es genau das, was jeder Diskutierende mit seinem Gegenüber versucht. Man will die eigene Ansicht vertreten und verbreiten, weil man sie, zumindest zu Beginn einer Diskussion, für richtiger hält. Jedoch glaube ich nicht, dass man eine Person von Grund auf ändern kann oder mit diesem Ziel an eine menschliche Interaktion herangehen sollte. Man kann dem Gegenüber mehr Informationen und Sichtweisen darlegen, aber welche Schlüsse Derjenige daraus zieht, kann man nicht beeinflussen, vor allem dann nicht, wenn man nicht weiß warum eine Person denkt und handelt, wie sie es tut. Umso besser finde ich es aber, dass Estelle in den meisten Diskussionen zwischen Isy und Daniel als Vermittlerin auftritt und die beiden daran erinnert, dass man manchmal auch einfach verschiedener Meinung ist und keinen zufriedenstellenden Kompromiss findet.
Ich fand einfach über das ganze Buch hinweg nicht wirklich einen Draht zu Estelle, weil sie durch ihre starke Entwicklung relativ schwer einzuschätzen ist und wir wahrscheinlich einfach eine völlig gegensätzliche Art haben, die Welt zu betrachten, was ja aber nicht unbedingt schlecht ist.

Die Verwendung von Beinamen, welche direkt dazu führt, dass man sich die Personen lebhafter vorstellen kann und sie besser im Gedächtnis bleiben, führt mich zum Schreibstil: Joe Rain gestaltete die Geschichte sehr bildlich. Während ich Wir leuchten gelesen habe, ließ mich das Buch jede Emotion mehrfach durchleben. Ich habe gelacht, geweint, geflucht, wurde verletzt und habe verziehen. Ich habe mich über Aussagen aufgeregt und manchmal kurz danach innerlich einem Charakter dafür gedankt, meinen Gedanken ausgesprochen zu haben. Ich hatte Angst und war verwirrt. Alles war vertreten. Diesen Roman zu lesen, war wie selbst auf diesen Roadtrip zu gehen und neue Freunde zu finden. Trotz aller Differenzen, die Debatten über Themen, wie sie hier angesprochen werden, immer offen legen, habe ich Estelle, Isy, Daniel, Tahreem und Majid in mein Herz geschlossen. Ich habe mit Arnold mitgefühlt und mich von der Dankbarkeit für Ellie durchströmen lassen. Es war eine spannende Reise, geleitet von der Idee eines Treffens zwischen einem Nazi und einer Kommunistin.

Wir leuchten ist ein weiteres Buch, welches ohne Notizen und Post-its in meine Hände fiel und mit zahlreichen markierten Zitaten und Szenen in mein Bücherregal einzieht. Meiner bisherigen Erfahrung nach, zeigen viele Klebezettel am Rand eines von mir gelesenen Werkes, wie tiefgründig, wunderschön und/oder diskutabel und somit wieder interessant es ist. Farblich unterschied ich dieses Mal zwischen “würde ich gern diskutieren/dazu würde ich gern meine Meinung mitteilen” in orange, “wunderschön, einfach durch und durch schön” in blau und “finde ich kritisch” in gelb, wobei ich meine gelb markierten Punkte in dieser Rezension schon beinahe vollständig genannt habe. Um euch zumindest ansatzweise an meiner Gedankenwelt zu einigen Textstellen teilhaben zu lassen, ohne einzelne Beiträge zu jedem Thema zu schreiben (vielleicht mach ich das im Laufe der Woche noch, je nachdem wie viel Zeit sich findet), werde ich einfach thesenartig meine Meinung oder meine Lieblingszitate auflisten.

Alf hat zwar an sich nichts mit dem Buch zu tun, aber ich fand dieses Bild einfach wirklich niedlich ^^

Meine Gedanken zu Orange:
Jemanden K.O. zu schlagen, sodass er für mehrere Minuten bewusstlos ist, hat, soweit ich weiß, schwere Hirnschäden zur Folge. (Selbst Boxer, die mehrfach sehr hart getroffen werden, bleiben selten bewusstlos liegen. Über Situationen des K.O. – Schlagens wundere ich mich in Büchern und Filmen häufiger, da sie für die Geschichte meist unerlässlich, aber fast nie realistisch sind, obwohl man natürlich argumentieren kann, dass das fiktive Werke sind.)
Es gibt keine richtige Meinung.
An mehreren Stellen ist mir aufgefallen, dass, besonders von Isy, aber auch von den anderen hin und wieder, so gut wie nie zwischen gleich und gerecht unterschieden wird. Diese Unterscheidung ist aber extrem wesentlich für viele ihrer Diskussionen.
“Angst und Liebe sind die beste Motivation, die es gibt.” Arnold hat recht.
Man hat nicht immer die Wahl.
In einer gerechten Gesellschaft kann nicht jeder das gleiche besitzen.
Das demokratisch bestimmte Gesetz definiert, was kriminell ist. Wenn Isy also für eine neue Gesellschaft den Widersachern ihre Menschenrechte absprechen will, wonach beurteilt sie dann, dass sie wirklich Kriminelle sind, mit welchem Recht entscheidet sie, wer es verdient hat bestraft zu werden? In dem Punkt gebe ich Daniel recht, sie widerspricht sich.
Ich stimme Daniel zwar zu, dass die Natur wertvoller sei als der zerstörerische Mensch, jedoch glaube ich, dass sich der Mensch selbst vernichtet, weil er unfähig ist das eigene, grundlegende Wesen zu verändern.
“Wir sind alle individuell. […] Es gibt nicht genug Schubladen, um uns zu trennen.” Isy spricht sehr wahre Worte an dieser Stelle.

Zwei kurze Sätze zu dem letzten übrigen gelben Zettel: Ich verstehe Menschen nicht, die Lebensmittel vernichten, nur weil sie auf feuchte Erde gefallen sind. Es ist nicht wahr, dass Schüler*innen mit einem 1,0er Abitur ihre ganze Freizeit mit dem Lernstoff verbringen.

Ein paar blau markierte Zitate:
“Ob diese Gefühle jetzt jemand anderen befallen? Oder lösen sie sich einfach so auf? Verschwinden sie in der Luft, mischen sich unter die dunklen Bäume und die abgefallenen Herbstblätter, fliegen hoch in den Himmel und werden von Galaxien und Sonnensystemen verbrannt, verwandeln sich in Sternenstaub?” – Estelle
“Wir sind wie dieser Ast. Wir sind genauso zerbrechlich und trotzdem stark. Wir lieben das Risiko, ins Wasser zu fallen. Trotzdem versuchen wir immer wieder aufzusteigen und nach oben zu wachsen. Unsere Gedanken sind unsere Zweige, die oben und unten austasten, bevor wir uns entscheiden.” – Daniel
“Sie strahlt mich an und ich strahle zurück. Sind wir nicht alle wie vereinzelte Sonnen? Alle in diesem Raum einzelne Sterne, die sich zu einem Universum zusammenfinden? Der Mond ist die Musik, die Erde unser Licht, das Dunkel der alles übertönende Bass, der unsere Herzen zusammenbringt.” – Estelle

Dieses Buch, Wir leuchten, ist großartig. Es vereint Gefühle, Philosophie und Menschenliebe mit spannenden politischen und historischen Debatten. Es bringt mich dazu, die Charaktere immer und immer wieder zu hinterfragen und trotzdem ihre Erlebnisse und Emotionen zu teilen. Es ist ein Buch mit Tiefe, eines das zum Nachdenken anregt, genauso wie es eines der Romantik und Freundschaft ist. Es lädt dazu ein, dem eigenen Leben hin und wieder zu entfliehen und sich trotzdem seinen Ängsten zu stellen. Wir leuchten ist wahrscheinlich das erste Buch, bei dem ich mich genauso oft über Aussagen oder Verhaltensweisen aufgeregt habe, wie ich mit den Menschen mitgefühlt habe. Genau diese Mischung macht es real, es fühlt sich echt an.

Das Buch kam zusammen mit vielen supersüßen Extras an. Einige seht ihr hier auf dem Bild (ich habe mich sofort in den kleinen Tintenfischsticker vom Wreaders Verlag verliebt). Doch das Beste waren nicht die Sticker oder die Lesezeichen, das Beste waren die lieben Worte im beigelegten Brief der Autorin. Liebe Joe, ich danke dir von Herzen für die kleine Geschichte. Manchmal ist es eine Fremde, die einem genau das sagt, was man gerade hören muss.

Ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass Wir leuchten das erste signierte Buch in meinem Bücherregal ist. Die Vorfreude und Ungeduld nach der Bestellung hat sich für jede Seite gelohnt und ich freue mich schon darauf, es in Zukunft aus dem Regal nehmen und jeder Zeit noch einmal lesen zu können. Meiner Meinung nach, sollte jeder, ganz besonders die politikverdrossenen Meine-Stimme-macht-doch-sowieso-keinen-Unterschied-Nicht-Wähler, Joe Rains Wir leuchten mindestens einmal gelesen haben.

Zum Schluss noch eins: Während des Lesens habe ich eine Spotify-Playlist mit allen erwähnten Liedern (ich hoffe ich hab keins vergessen) erstellt, weil ich finde, dass Musik die Stimmung auf eine besondere Weise wiedergibt. Wenn ihr also Lust habt, hört gern mal rein. 😉

Ich hoffe, euch geht es gut,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 19 – The Vanished

Dear Readers,

I read and reviewed a book from onlinebookclub.org again. The review I wrote for this platform is already publised and you can read it here. Pejay Bradley’s The Vanished is a historical fiction novel, set in the Korea of the early 20th century.

Picture from the amazon kindle release that I read.

Starting with the cover, it is designed quite nicely and simply. The colors harmonize and in it’s entirety the front page appears very peaceful and calm. The flowers seem to refer to the preferred decorations of furniture of Prince Aansoon and his daughter Lady Sougyon. I really like the tender arrangement of this thrilling and mysterious title, which is a great choice describing the story and topics in a decent and well thought-out way, I think.

The Vanished by Pejay Bradley is about Kim Embon, a Korean aristocrat, who fights as a nationalist for the independence of his home country in the first half of the 20th century. The story starts with narrations of his mother Lady Sougyon – also the only character, who gets narrated by a first-person narrator – in the summer of 1912. At this point of time, Korea has already been annexed by Japan two years earlier. Embon grows up without a father, but he still lives a quite privileged life. Also, he is extraordinarily intelligent. He gets accepted for early admission at Hokkaido Imperial University on an island in the very north of Japan. There, he finds his dearest friends, the Koreans Hain Park, Ahn Yangwoo and Insoo. All four of them want a sovereign home country again and they’re ready to fight for it.

I certainly think, this historical fiction novel is a very good book. It was well researched and I got the feeling of the history being the main focus of Bradley, while she was writing it. The author did gorgeous work in developing the personalities too; even minor characters have been characterized sharply and interestingly. If there wasn’t much information about someone, then it was valid why that was the case. But I liked the most, how vivid Embon’s development was. While reading, one got much knowledge about his emotions, thoughts and actions. The main figure went through many different situations and tasks, lived extremely contrary lives and needed to deal with a kind of emotion, which, I think, is hard to understand for people of the modern western world, where arranged marriages aren’t common. The mixture of it all made reading his alteration very interesting. Additionally, Bradley’s writing style is very pleasant, fluent and rich in adjectives, which made reading The Vanished quite a nice experience. I just noticed one bothering aspect, which was the usage of Japanese language in some scenes, such as “Sodesu ka.” on page 146. I totally back the utilization of foreign languages in novels because it often supports the feeling of the situation, but only, when there is a translation given, which wasn’t the case in The Vanished.

Though I relished the book, I’m not sure, if I would read it a second time. It was a nice and interesting story with lovely characters and impressive historical facts, but it wasn’t as compelling for me as other books. If you like reading historical novels, you should definitely give it a try. I’m sure it will enrich your bookshelf.

Hope you’re well,
Aly

PS: You can buy the book on amazon.com.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 17 – Die Bücherdiebin

Liebe Leser,

das Buch, um das es mir heute gehen soll, las ich kurz vor den Weihnachtsfeiertagen zuende und ich will ehrlich sein, es hat mir die besinnliche Stimmung verdorben. Aber das nehm ich dem Buch nicht übel, denn ich denke, dass genau das ein wichtiges Ziel des Werkes ist. Mir geht es um einen der, wie ich finde, wichtigsten Klassiker moderner Literatur: Markus Zusaks Die Bücherdiebin.

Markus Zusak wurde 1975 als Sohn einer Deutschen und eines Österreichers geboren. Deren Erzählungen über die Bombenangriffe auf München und die Judenverfolgung in Deutschland nutze er als Vorlagen für dieses Buch. Neben Die Bücherdiebin schrieb er noch fünf weitere Romane, wovon Der Joker ebenfalls sehr bekannt wurde. Aktuell lebt er mit seiner Familie in Sydney.

Das Cover dieser Ausgabe des Blanvalet Verlages (heute Teil der Penguin Random House Verlagsgruppe) ist recht schlicht gehalten. Man sieht lediglich den, an altes, vergilbtes Papier erinnernden, Hintergrund sowie den Tod, tanzend mit einem jungen Mädchen. Ich persönlich finde das Cover sehr aussagekräftig; altes Papier sinnbildlich für all die Geschichten, die gelesen und geschrieben werden, sinnbildlich für Papier im Keller, sinnbildlich für das Buch, dass der Tod so viele Jahre bei sich trug. Und dann natürlich die beiden Hauptpersonen: der Tod, eine generell unterschätzte Persönlichkeit, beeindruckt von Liesel Meminger, dem jungen Mädchen, einer Bücherdiebin, einer Autorin. Dieser Einband hat alles, was es braucht.

Die Geschichte scheint auf den ersten Blick recht unbeholfen zu beginnen, doch das spricht keineswegs gegen einen guten Schreibstil Zusaks, viel mehr für ihn. Er lässt die Erzählung authentisch beginnen, ganz so, als stünde man tatsächlich gerade einem Fremden gegenüber, der noch nie eine Geschichte erzählt hat. Schon der Anfang des Buches regt zum Nachdenken an, ich zumindest war mir nicht sofort sicher, dass wirklich der Tod höchstpersönlich die Geschehnisse erzählt und als ich mir dann sicher war, las ich den gesamten Anfang noch einmal, um auch alles, was der Tod von sich erzählt richtig auf mich wirken zu lassen und mit Vorstellungen zu vergleichen, die man sich selbst einfach im Laufe des Lebens so macht. Der Tod ist also ein ständiger Begleiter während man dieses Buch liest, aber da er mit so viel Witz und Liebe geschrieben wurde, ohne dabei seine Ernsthaftigkeit zu verlieren, empfindet man ihn am Ende eher als alten Freund und nicht als die Ursache aller Trauer. Die Ursache waren Menschen. In diesem Fall hauptsächlich Deutsche.

Liesel Meminger wurde in Deutschland geboren, kurz vor der Zeit des dritten Reiches. Weil ihr Vater als Kommunist verhaftet und gefoltert wird, kann er sich nicht mehr um seine Familie kümmern, woraufhin seine kranke Frau 1939 ihre neunjährige Tochter Liesel und ihren sechsjährigen Sohn Werner zu Pflegeeltern gibt. Auf dem Weg nach Molching, einer kleinen Stadt in der Nähe von München, in welcher die zukünftigen Pflegeeltern leben, treffen der Tod und Liesel das erste Mal aufeinander. “Ein heftiger Hustenanfall. Ein letzter Atemzug, der Endspurt. Und dann – nichts mehr.” Auf diese Weise beschreibt der Tod Werners Ende. Als er seine Seele aus dem Körper trennte und das kleine Mädchen gerade aus einem Traum hochschreckte, sahen sie sich zum ersten Mal. Entgegen seines eigenen Rates, kommt der Tod zu Werners Beerdigung in einem namenlosen Dorf, um dort den ersten Diebstahl der Bücherdiebin zu beobachten – im Schnee. Der Zweite fand im Feuer statt. Doch ich will nicht zu weit vorgreifen. Um ein ungefähres Gefühl zu bekommen, um was es in diesem Buch geht, sei noch Folgendes gesagt: Liesel kommt in der Himmelstraße bei den Hubermanns an, in denen sie eine neue Familie findet und wo sie ein paar Jahre glückliche Kindheit geschenkt bekommt. Sie findet einen besten Freund und Diebstahl-Partner in Rudi, sie lernt Lesen in einem Keller, an dessen Wänden sie mit Farbe das Schreiben übt. Sie schenkt einem Juden Wolken und eine Schneeballschlacht im Keller. Sie liest in den furchterregendsten Stunden Menschen etwas aus ihren Büchern vor.
Doch keine Geschichte bleibt ewig gut und friedlich, besonders nicht wenn sie während des zweiten Weltkriegs spielt. Es sind Wörter, die ihr Leben retten.

Die Bilder habe ich bereits vor einiger Zeit gemacht, kurz nachdem das Buch bei mir ankam.

Die Bücherdiebin ist ein herausragendes Werk. Zusak brachte die Wörter für diesen Roman auf eine fesselnde, ungewöhnliche Art und Weise zusammen, die an keiner Stelle Zweifel offen ließ. Trotz der ungewöhnlichen Wahl des Erzählers, fand ich keine einzige Stelle, an der ich nicht geglaubt hätte, dass diese Geschichte tatsächlich vom Tod erzählt wird. Wenn man diese Tatsache weniger personalisiert und etwas metaphorischer betrachtet, kann man feststellen, dass dies eine unglaublich poetische Variante ist, eine traurige Geschichte des Lebens zu erzählen.
Obwohl in diesem Buch ein eher gemäßigtes Schicksal dieser Zeit verarbeitet wird (womit ich lediglich meine, dass während des dritten Reiches und besonders während des zweiten Weltkrieges noch deutlich mehr und vor allem grausameres Leid verursacht wurde), sind einige Szenen sehr heftig. Nicht unbedingt in der Art und Weise in der sie beschrieben wurden (zum Vergleich: Orwells 1984, besonders Teil 3, wurde bedeutend bildlicher und grausamer beschrieben, wodurch ich persönlich auch schlimmere Träume von 1984 als von Die Bücherdiebin bekam), aber hinsichtlich dessen, was man sich – auch durch das Wissen über diesen Teil der deutschen Geschichte – unter dem Beschriebenen und dessen was die jeweiligen Szenen bewirken, vorstellt. Wie bereits erwähnt, hat dieser Aspekt auch die besinnliche Zeit des letzten Weihnachtsfestes verdunkelt, besonders dadurch, dass ich zu dem Zeitpunkt gerade das Ende der Geschichte las, welches einige zutiefst traurige Begebenheiten mit sich brachte.
Natürlich ist aber zu sagen, dass es auch fröhliche Zeiten im Leben der Bücherdiebin gab und diese auch entsprechend Spaß gemacht haben zu lesen. Besonders die Entwicklung der Charaktere mitzubegleiten, ist eine Freude, die einem das Buch nicht nimmt. Da Liesel und Rudi vor allem auch einfach Fußball spielende Kinder sind, bietet Zusaks Werk neben ernsthaften und traurigen Berichten des Todes auch amüsante, niedliche und wundervolle. Einige der ersten Worte der Erzählung des Todes, können meiner Meinung nach auch dieses Buch sehr gut zusammenfassen und diese Review beenden: “Bitte glaubt mir: Ich kann wirklich fröhlich sein. Ich kann angenehm sein. Amüsant. Achtsam. Andächtig. Und das sind nur die Eigenschaften mit dem Buchstaben »A«. Nur bitte verlangt nicht von mir, nett zu sein. Nett zu sein ist mir völlig fremd.”

Ich würde Die Bücherdiebin jederzeit ein weiteres Mal lesen. Weil das Buch einfach unglaublich ist. Weil es gut ist. Weil es wichtig ist. Und weil ich den Tod, Liesel, Rudi, Max, Hans, Rosa und die Frau des Bürgermeisters in mein Herz geschlossen habe.

Mit besten Grüßen,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 14 – Anansi Boys

Dear readers,

today is the birthday of a very special person, my best friend and partner in every dumb idea I have, therefore I want to dedicate him this blog post by writing about Anansi Boys, a book he recommended and lent me. Love you loads Hefti Boy, thank’s for everything. ❤

Many of you might know the author of the book: Neil Gaiman (*1960). He is a British writer of Science Fiction and Fantasy novels, comics and screenplays. Maybe you have seen Good Omens? It’s a series you find on Amazon Prime with Michael Sheen and David Tennant in the leading roles. The novel this series is based on was written in 1990 by Neil Gaiman and Terry Pratchett.
Anansi Boys was firstly published in 2005 by William Morrow, HarperCollins Publishers in New York. The book I read and used for the pictures is a German distribution translated by Karsten Singelmann. It was printed in 2011 and published by Wilhelm Heyne publishing house in Munich. Often it is portrayed as the second part of American Gods (published 2001), but I think it is easily readable without reading American Gods before.

By comparing those two covers, I definetly like the German edition more. It is simple and elegant. Both covers show the most essential element of the Story: Anansi, a god, the spider. Personally, I’m no huge fan of little, crawling animals that have more than four legs, so I’m really not sure if that book would have caught my attention in a book store or a library. But as I’m no arachnophobic ether and now read and loved the book, I nearly enjoy looking at the cover because I know the story behind it.

That’s the cover I found at goodreads (https://www.goodreads.com/book/show/2744.Anansi_Boys?ac=1&from_search=true&qid=KG6NUnJFxh&rank=1), so I guess that’s one of the more original covers. If you want to see the other editions just look at goodreads, there are nearly all editions shown.

Anansi Boys tells the story of Fat Charlie, a young man who always had some kind of difficult relationship to his father Anansi. As Anansi dies, finds Fat Charlie out, that he had a god as father and a vanished twin brother. And old lady tells him how to contact his brother and as he did so and his brother Spider moved in at Charlie’s, the chaos starts when the main character tries to get rid of his brother. It’s a book full of music and of stories, a mystical and romantic Fantasy tale. My favourite scene is Spider telling his brother how he prepared for their first meeting, he wanted to talk in rhymes, but found only the first line (For all my German-speaking readers I can quote it from page 95: “Blut ruft nach seinesgleichen wie Sirenen in der Nacht”) and ended up with “Tum-tumpty-tumpty-tumpty hat ihm Angst gemacht” (I guess in the original it’s something like “scared him out”). It shows so perfectly well the mixture of seriousness and humour that this book is written with.

With a capturing writing style, Neil Gaiman whisks the reader away in a world full of stories, imagination and magic. But this world is more than just fantastic, it is also thrilling and at some points a bit spooky. All in all, it’s a great story packed in a gorgeous style, but that’s it. Anansi Boys is an amusing Tale, but it’s not very deep. It doesn’t need to because it wouldn’t fit the kind of book it is, but it is the reason why I probably won’t read it again many times too. If you’re looking for a book to read for enjoyment, to sit down in the evenings and escape your everyday life, it is a perfect choice. If you’re looking for a book that makes you rethink your entire existence, it’s not.

I hope you have enough time to read a bit now as it gets cold outside (last weekend the first snow fell at home, it made my soo happy, just like Lorelai in Gilmore Girls [one of my all-time favourite series, it’s so wonderful, romantic and real]) and cosy inside and the Christmas time started.
I wish you all a great time,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 12 – Den Mund voll ungesagter Dinge

Liebe Leser,

diese Review ist eigentlich nicht wirklich eine, denn dafür wird sie wahrscheinlich viel zu persönlich. Im letzten Beitrag hatte ich im Post Scriptum erwähnt, neue Bücher bekommen zu haben, nun, eines davon war Den Mund voll ungesagter Dinge und es hat mich genau dann erreicht, als ich es vielleicht am dringensten brauchte. Mein Leben fühlt sich zur Zeit an wie das Wetter heute: stürmisch und kalt, nicht direkt schlecht, aber doch so, dass man nicht raus gehen möchte. Es ist ein Chaos, mit dem ich noch nicht gelernt habe umzugehen.
Begonnen hatte alles an einem Abend vor genau einer Woche, ein Abend an dem ich mich selbst so sehr enttäuscht und im Stich gelassen habe, wie noch nie. Das schlechte Gefühl zog sich durch die ganze Woche, selbst in den fröhlichsten Momenten, in denen ich mir die Seele aus dem Leib gelacht habe, saß das Gefühl in einer dunklen Ecke meiner Gedanken und hat darauf gewartet wieder die Finger um meinen Hals zu legen. Hinzu kam eine permante Übelkeit, nicht so stark um mich hungern zu lassen, aber als hätte jemand in meine Magengrube geschlagen, nachdem ich aus dem Gedankenkarusell gefallen bin. Am Dienstagabend hatte ich in diesem Buch dann endlich den ersehnten Ausweg aus der ganzen Realität gefunden. Im Grunde war es wieder nur eine von vielen romantischen Geschichten, nur mit mehr Drama, realer, aber irgendetwas scheinen Romanzen und Dramatik an sich zu haben, das mich einfach immer und immer wieder fesselt.

Der von der deutschen Autorin Anne Freytag geschriebene und 2017 veröffentlichte Roman beschreibt in sehr vielen Facetten seiner Handlung genau das Gefühl, welches der Titel bereits ausdrückt: Es liegen einem so viele Gedanken auf der Zunge, bereit ausgesprochen und gehört zu werden, doch letztlich bleiben sie Gedanken, bis man vielleicht doch irgendwann den Mut findet, sie Realität werden zu lassen. Im Roman erlebt man aus Sophies Perspektive, wie ihr Vater beschließt kurz vor ihrem Abschluss von Hamburg nach München zu seiner Freundin, ihren Söhnen und ihrem Hund zu ziehen. Sie kam bis dahin immer ganz gut allein zurecht, doch plötzlich in einer neuen Welt, weit weg von Zuhause gefangen, lebt sie in einem großen Haus voller Leben und fühlt sich nur noch einsamer. Doch dann trifft sie Alex, das Nachbarsmädchen mit dem sie sich plötzlich nicht mehr allein, sondern glücklich fühlt. Natürlich ist die Handlung noch deutlich tiefer und komplexer, aber ich will euch nicht die Freude nehmen alle Charaktäre selbst kennenzulernen. Um das Buch in einem Satz zu beschreiben, würde ich sagen, dass es zeigt, wie viel ein einziger Kuss und ein paar ausgesprochene oder geschriebene Worte verändern können.

Die Gestaltung des Buches ist sehr modern gehalten, was mich als Liebhaber von klassischen Werken immer erst etwas irritiert (ich bin auch kein Fan von modernen Adaptionen klassischer Theaterstücke, sobald zum Beispiel Medea anfängt eine Whatsappnachricht zu schreiben oder etwas auf Facebook zu posten, würde ich immer am liebsten das Theater verlassen), da aber die Zielgruppe vermutlich etwas jünger ist als ich und dadurch ein bisschen das Gefühl entsteht, man säße neben Sophie und würde mit ihr die Konversationen lesen oder die Musik hören, kann ich ganz gut damit leben. Eine grammatikalische Besonderheit, die die Autorin aber offenbar immer so gestaltet, ist die Konstruktion “jemand schimpft jemanden”. Ich war mir immer sehr sicher, dass es “jemand schimpft mit jemandem” heißt und auch der Duden scheint mir recht zu geben. Ich stamme jedoch aus einer Gegend, in der mit starkem Dialekt gesprochen wird und kenn mich nicht besonders gut mit anderen Dialekten in Deutschland aus, also könnte ich auch gut verstehen, wenn damit ein bestimmter Dialekt bedient werden sollte und es sich für mich nur ungewöhnlich anhört.

Den Mund voll ungesagter Dinge gehört zu der Art von Büchern, in die ich mich ohne Probleme vor der Wirklichkeit flüchten kann, in denen ich mich selbst verlieren kann. Gleichzeitig aber finde ich mich selbst und die Probleme, die mein Gedankenkarusell stetig antreiben, in so vielen Situationen, Gedanken, Problemen, Personen, Geständnissen und Ängsten der Handlung wieder, dass es mir einen Spiegel vorhält, der nicht mahnt, sondern einen nicht allein lässt. Mir wurde in der letzten Woche gesagt, ich würde sehr dramatisch schreiben. Kurz danach dachte ich über eine Situation im Buch, dass sie doch vielleicht etwas übertrieben dramatisch sei und viel einfacher aufzulösen gewesen wäre, als es getan wurde. Aber vielleicht ist genau das der Punkt des Lebens und des Schreibens: das Leben ist nun mal dramatisch und voller unerklärlicher Gefühle und Gedanken, die einem auch oft Angst einjagen können und ist es so falsch darauf dramatisch und irrational zu reagieren? Beim Schreiben kommt dann noch hinzu, dass die Dramatik einfach ein unerlässlicher Wegbegleiter ist, wenn man die Leser fesseln und ihre Augen öffnen will. In einer Welt, in der eine schlechte Nachricht die nächte jagt, reicht es nicht mehr Probleme nur anzusprechen, man muss die Menschen dazu bringen zuzuhören und nachzudenken. Wenn man genauer darüber nachdenkt, hat es auch in der Literaturgeschichte noch nie gereicht, nur zu beschreiben, alle einflussreichen Autoren ihrer Zeit nutzten Unmengen der Dramatik.

Dieser Blogbeitrag ist mit warmer Dankbarkeit an die Fotografin geschrieben. Sie ist nicht nur die Person, die mir dieses wundervolle Buch empfohlen hat, sie ist auch einer der wichtigsten Menschen und Mitwisser meines Lebens.

Ich habe diesen Blogbeitrag aus verschiedensten Gründen so viel persönlicher geschrieben, als ich es normalerweise tun würde. Texte wie dieser sind es, die mir den Anlass dazu gaben, unter einem Pseudonym zu schreiben. Die Menschen, die wissen wer hinter diesem Blog steht, kann man an einer Hand abzählen. Ich wollte persönlich werden können, ohne Angst vor persönlichen Konfrontationen oder besorgten Blicken haben zu müssen. Mir hilft das Schreiben an schweren Tagen immer dabei, irgendwie mit allem klar zu kommen und ich habe besonders in der letzten Woche, unter anderem auch durch die Geschehnisse in Den Mund voll ungesagter Dinge, gemerkt, wie wichtig es ist die eigenen Gedanken auch mal loszuwerden, sie irgendwie aufzuschreiben oder jemandem anzuvertrauen. Ich weiß, dass es viel zu vielen Menschen in dieser Welt aus den unterschiedlichsten Gründen nicht gut geht. Besonders die Einsamkeit trifft viele in dieser immer dunkler werdenden Jahreszeit, in der Mitte einer Pandemie, sehr hart. Mich auch und das, obwohl ich nicht allein bin. Deshalb möchte ich euch besonders hiermit, mit einem Stückchen Ehrlichkeit, sagen, dass ihr mit dem Gefühl nicht allein seid. Das ist nur wenig Trost, ich weiß, vor allem für all diejenigen, die mit viel schlimmeren Problemen zu kämpen haben. Mein Gedankenkarusell dreht sich um euch, um all die Probleme dieser Welt, ich wollte dass ihr das wisst.

Ich habe viel geschrieben in den letzten Tagen. In den folgenden Zitaten werde ich euch einen kleinen Teil davon zeigen, in der Hoffnung, dass ihr euch darin wiederfindet und in der Hoffnung, dass es nicht so ist.

In Liebe,
Aly

Mir geht es gut. Objektiv. Im Vergleich mit all den Problemen die es auf der Welt gibt.
Bei mir ist nicht alles gut. Alles umfasst zu viel, um gut zu sein. Es tut mir leid Erwartungen zu enttäuschen.

~ Alyrene, 12.11.2020

Es schuf Gedanken, die ich nicht mehr los werde. Sie kreisen und kreisen, kommen hervor und tragen mich völlig mit sich oder lassen meinen Kopf leer. In einer Stille, die niemand erträgt. Eine Stille die lauter nicht sein könnte, eine Stille des absoluten Chaos. Zu viele Gedanken, um zu denken.

~ Alyrene, 13.11.2020
Blog, Reviews

Blog Entry No. 11 – Genex of Halcyon

Dear Readers,

the review of this week will be rather short. For one part that’s because currently I have much work to do and for the other part it’s because I got this book from the online book club (OnlineBookClub.org) to read and review it. I’m not allowed to repost the review anywhere, so I will write a short and slightly different one for my blog and a longer, more detailed one for the online book club, where you can read it too soon.

“Genex of Halcyon” is a science-fiction novel describing a near-future utopia written by Joshua Stelling. The book was firstly published on 24th of September in 2019 by Arch Gravity Publishing. You find it under the ISBN 9780692184271.

The cover is quite dark and oppressive, the flowerlike plants in the front spend the only warm colour. As the title and author are written in a very simple style it builds an interesting contrast to the in some ways chaotic background. Though there is a light shining from far away, it seems like the cover of a dystopia. My interpretation of the cover supports the thesis that there is a little good in every bad situation, which would fit some philosophical statements explained by some characters in the book. Overall it’s maybe not the most welcoming start of a book, but it portrays the content pretty well I think.

Portraying a possible version of our future in about thirty years, Stelling created a complex social story around two to three main characters. Reading the first chapters I was mostly confused about the plot because he switched between perspectives very often. It makes it hard to understand all connections at the beginning but makes it interesting for rereading. The fiction covers a large number of interesting topics like love, death, the sense of life, betrayal, the way how minorities get treated and how to deal with no privacy for more security. Climate change and astronomy have been relevant as well, which increased the motivation to read it for me even more. Joshua Stelling presents in “Genex of Halcyon” a version of our future that is a warning in many ways. At the same time, it fascinates as a fantasy adventure about a lot of our opportunities. He closes with a collection of his own poetry that builds a calm feeling after a thrilling end.

Stylistically it’s incredible. There are parts that I just couldn’t stop reading because they were so catching, most of them have been about philosophical theories and the meaning of stars and the universe, so I guess that’s a topic one needs to be interested in advance, but if you are, it feels like reading a masterpiece. Sadly some elements didn’t take me in, confused and bored me at some points, but to expect a book to be brilliant at every word wouldn’t be fair, it wouldn’t be real anymore in no way.

After all “Genex of Halcyon” is a copacetic Sci-Fi – utopia (or dystopia depending on the point of view) – philosophy novel-poetry mixture. I will definitely read at least a second time. By doing so, I hope to get the plot a bit better and more rooted than so far. Of course, I’m looking forward to enjoying the philosophical, astronomical and poetic parts again as well.

Hope you’re having a good time,
Aly

PS: I got “new” books on rebuy (a great way to buy second hand), so I’m gonna read them next and review them soon. Both are written or translated in German so I’ll probably do two entrys for each book again.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 10a – Dort wo die Sterne im Wasser leuchten – English Version

Dear Readers,

this blog entry is the translation of my last book review. The book I reviewed was written by a German author, so you will still find the German cover and title. I hope you enjoy it.

If you have the same rainy autumn weather as me, there is more colourful foliage on the streets than on the trees and you, like me, love to cuddle with a Chai latte (or any other warm drink ^^) in a blanket in front of a fireplace and just read the whole evening, I have here the perfect novel for you: Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten (means “There, where the stars shine in the water”) by Clara Blais (was published by Kirschbuch Verlag on October 13, 2020 and is available under ISBN 9 783 948 736 033 in most shops and online retailers for about €12). This incredibly good debut novel does play in the summer, but I think that you can read books at any time of the year whose story, characters and writing style are so captivating. In addition, the novel is very emotional and what fits better to emotional mood than rainy weather and hot cocoa?

As always, I start with the first impression, with the cover: this is a very good example of a book whose first impression created by the cover is not disappointed after reading it. Quite the reverse, I have rarely seen so far that the book cover reflects the content and the feeling of reading as well as this one and thus already gives a really good insight into the work itself. It is beautifully matched in colour and also shows the hardly tangible, but always strong connection between the two main characters. In addition, the aesthetic use of the starry sky leads to a beautiful overall picture.

In the 410-page story (in the print edition), it’s not just about how Skylar loses her best friend Matt as a child and thinks she’s going crazy because she still sees him sometimes. Not only is it told how she leaves the city to start over, but then she gets to know Damian in her new home. Damian, who looks like her best friend to be confused, but doesn’t seem to have anything in common with Matt’s character. Not only does Clara Blais describe the romantic story between the two main characters, she also writes about subjects such as bullying, homosexuality, traumatic overcoming and mental health without beautifying or excluding the possibility of healing and forgiveness. The book ensures that problems are addressed sensitively and emotionally without losing their seriousness, and that is incredibly important if you want to communicate something to society. I also think that probably a lot of readers can identify with some aspects of Skylar’s and Damian’s life without wanting to admit it. At least that’s how I deal with some of the characteristics and problems of the female lead role.

In order to convey the topics addressed to the reader well, a pleasant writing style is naturally important. Clara Blais’ style of dealing with words is not only pleasant, but captivating. The flow of reading was not disturbed at any point so that one could fully immerse oneself in the events. If I hadn’t had to sleep, eat and work these past few days, I probably would have read the book in one piece, because I just didn’t want to let go of this wonderful, impressive story.

This review is rather short, because there are no important points for me to criticize in this work. For all readers who always find something to complain about and also want to read criticism in every review I’m sorry, this debut novel in my opinion deserves nothing but praise. Even the ending, which is difficult to choose in many books, has been optimally designed. One always says so beautifully that for a happy ending you only have to stop telling in the right spot. Well, I’m not sure if we can talk about a happy ending here, but it’s stopped reporting at a good point.

To sum up, Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten is an absolute must for any lover of romance and mystery. I certainly haven’t read the book for the last time. I am already looking forward to the many additional hours that I can spend cuddled in and drinking Chai Latte, while reading it in its entirety again and again. For all my readers who don’t speak German, I hope there will be an English translation of the book soon.

Yours,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 10 – Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten

Liebe Leser,

wenn bei euch genauso verregnetes Herbstwetter ist wie bei mir, schon mehr buntes Laub auf den Straßen liegt als auf den Bäumen hängt und ihr, wie ich, es liebt euch mit einem Chai Latte (oder jeglichem anderen warmen Getränk ^^) in eine Decke vor einen Kamin zu kuscheln und einfach den ganzen Abend zu lesen, habe ich hier den perfekten Roman für euch: Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten von Clara Blais (ist am 13. Oktober 2020 im Kirschbuch Verlag erschienen und unter der ISBN 9783948736033 in den meisten Geschäften sowie im Onlinehandel für etwa 12€ erhältlich). Dieser unglaublich gute Debütroman spielt zwar im Sommer, aber ich bin der Meinung, dass man Bücher, deren Geschichte, Charaktere und Schreibstil so fesselnd sind, zu jeder Zeit im Jahr lesen kann. Außerdem ist der Roman sehr emotional und was passt besser zu emotionaler Stimmung als verregnetes Wetter und ein heißer Kakao?

Wie immer beginne ich mit dem ersten Eindruck, mit dem Cover: Dies ist ein sehr gutes Beispiel eines Buches, dessen durch das Cover geschaffener erster Eindruck nicht enttäuscht wird. Im Gegenteil, ich habe es bisher eher selten gesehen, dass der Buchdeckel den Inhalt und das Gefühl beim Lesen so gut wiederspiegelt wie dieser und somit schon einen wirklich guten Einblick in das Werk selbst gibt. Er ist farblich sehr schön abgestimmt und zeigt zudem die kaum greifbare, aber immer starke Verbindung zwischen den beiden Hauptcharakteren. Hinzu kommt die ästhetische Verwendung des Sternenhimmels, welche zu einem wunderschönen Gesamtbild führt.

In der auf 410 Seiten (in der Printausgabe) erzählten Geschichte geht es nicht nur darum wie Skylar als Kind ihren besten Freund Matt verliert und glaubt verrückt zu werden, weil sie ihn manchmal immer noch sieht. Es wird nicht nur erzählt wie sie die Stadt verlässt, um neu anzufangen, dann aber in ihrer neuen Heimat Damian kennen lernt. Damian, der ihrem besten Freund zum verwechseln ähnlich sieht, jedoch nichts mit Matts Charakter gemein zu haben scheint. Clara Blais beschreibt nicht nur die romantische Geschichte zwischen den beiden Hauptcharkteren, sie schreibt auch über Themen wie Mobbing, Homosexualität, Traumabewältigung und mentale Gesundheit ohne zu beschönigen oder die Möglichkeit der Heilung und Vergebung auszuschließen. Das Buch sorgt dafür, dass Probleme sensibel und emotional angesprochen werden ohne ihre Ernsthaftigkeit zu verlieren und genau das ist unglaublich wichtig, wenn man der Gesellschaft etwas mitteilen will. Ich glaube auch, dass sich wahrscheinlich sehr viele Leser mit einigen Aspekten in Skylars und Damians Leben identifizieren können, ohne es großartig zugeben zu wollen. Mir zumindest geht es so mit einigen Charaktereigenschaften und Problemen der weiblichen Hauptrolle.

Um die angesprochenen Themen dem Leser gut zu vermitteln, ist natürlich ein angenehmer Schreibstil wichtig. Clara Blais’ Stil mit Worten umzugehen ist nicht nur angenehm, sondern fesselnd. Der Lesefluss wurde an keiner Stelle gestört, sodass man voll und ganz in das Geschehen eintauchen konnte. Hätte ich in den letzten Tagen nicht schlafen, essen und auf Arbeit gemusst, hätte ich das Buch wahrscheinlich an einem Stück durchgelesen, weil man diese wundervolle, beeindruckende Geschichte einfach nicht loslassen möchte.

Diese Rezension fällt eher kurz aus, denn bei diesem Werk gibt es für mich keine wichtigen Punkte, die zu kritisieren wären. Für alle Leser die immer etwas zu beanstanden finden und auch Kritik in jeder Review lesen wollen tut es mir leid, dieser Debütroman hat meiner Meinung nach nichts als Lob verdient. Sogar das Ende, welches bei vielen Büchern schwierig gewählt ist, wurde optimal gestaltet. Man sagt immer so schön, dass man für ein Happy End nur an der richtigen Stelle aufhören muss zu erzählen. Nun, ich weiß nicht recht, ob hier von einem Happy End gesprochen werden kann, aber es wurde an einem guten Punkt aufgehört zu berichten.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass Dort, wo die Sterne im Wasser leuchten für jeden Romantik- und Mystery-Liebhaber ein absolutes Muss für das Bücherregal ist. Ich selbst habe das Buch auf jeden Fall nicht zum letzten Mal gelesen. Ich freue mich schon jetzt auf die vielen weiteren Stunden, die ich eingekuschelt und Chai Latte trinkend damit verbringen kann, es in voller Gänze immer wieder lesen.

Eure Aly