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Blog Entry No. 36 – Fragen zu Corpus Delicti

Liebe Leser*innen,

meine schriftlichen Abitur-Prüfungen sind geschrieben und zumindest in meiner Deutsch-Prüfung hatte ich sehr viel Spaß an dem was ich da tat, DENN: ich konnte meine Liebe zu Corpus Delicti ausleben und über 4 Stunden lang erörtern, inwiefern die Diskrepanz zwischen Recht und Rechtsgefühl dargestellt wird und wie sinnvoll das “unversöhnliche” Ende (meiner Meinung nach eins der besten Enden von Büchern, die ich bisher gelesen habe) solcher Werke ist. Ich gebe zu, dadurch, dass Corpus Delicti zu meinen Lieblingsbüchern gehört und eins der wirklich wenigen Werke ist, aus denen ich nahezu fehlerfrei wortwörtlich zitieren kann, habe ich mich natürlich besonders auf dieses Buch vorbereitet, da es mir einfach immer und immer wieder Freude bereitet, es zu lesen und darüber zu reden. Passend dazu (aber leider zu spät, um es noch zur Prüfungsvorbereitung zu verwenden) habe ich gestern Fragen zu Corpus Delicti in der Bibliothek gefunden, direkt gelesen und immer wieder festgestellt, dass es zum einen ein unglaublich gutes Begleitbuch zu Corpus Delicti ist und zum andern gefüllt von inspirierenden wie kontroversen Gedanken ist, verpackt in einen sehr angenehmen Schreibstil. Ich habe es von der ersten bis zur letzten Seite geliebt, verschlungen und jedem empfohlen der mir begegnet ist.

Schon am Cover erkennt man zu welchem Werk dieses Buch gehört: Diese beiden Ausgaben des btb Verlags sind sich extrem ähnlich. Der auffälligste Unterschied ist die Farbe des Buchrückens und die fehlende Nummer der Zellentür. Da die Bücher auch direkt miteinander in Verbindung stehen, ist diese gleiche Gestaltung, meiner Meinung nach, absolut positiv zu bewerten.

Inhaltlich ist Fragen zu Corpus Delicti wie ein Interview aufgebaut, das in thematische Untereinheiten wie “Die Protagonisten” oder “Politische Literatur” geteilt ist. Juli Zeh beantwortet sehr viele und vor allem sehr verschiedene Frage zum Inhalt, zur Entstehung und zum Kontext des Buches, aber auch zu ihrem schriftstellerischen und juristischen Werdegang sowie die Zusammenhänge zwischen diesen Themen.

Das Lesen hat mir nicht nur sehr viel Freude bereitet, weil ich Juli Zehs Schreibstil sehr mag, sondern auch, weil ich einiges dazu gelernt habe und über einige Zusammenhänge des Lebens noch einmal genauer und tiefgründiger nachgedacht habe. So spricht Zeh beispielsweise über spannende Werke, die ihr zur Inspiration dienten und die sie zum Teil auch unbewusst in Corpus Delicti sinngemäß zitierte, die ich bisher noch nicht wirklich auf dem Schirm hatte. Die Probleme der Biopolitik, Prävention und Selbstoptimierung nehmen außerdem eine verdiente wichtige Rolle ein und obwohl das dem zugrundeliegende Buch genau diese Zusammenhänge behandelt, wurde mir erst durch Fragen zu Corpus Delicti bewusst, wie viele Bezüge man schon in der aktuellen Gesellschaft wiederfindet, was schlicht schockierend, aber nur schwer vermeidlich ist.

Es gibt im Grunde keine negativen Aspekte an diesem Buch, auch wenn es ein eher untypisches Format ist. Ich möchte allen, vor allem denjenigen die Corpus Delicti bereits kennen (wenn nicht: lest es, es ist ein unglaublich gutes Buch und wenn ihr es nicht lesen wollt, lest Fragen zu Corpus Delicti trotzdem, das wichtigste wird noch mal erklärt und zitiert), ans Herz legen, dieses Buch unbedingt zu lesen und im besten Fall anschließend mit anderen Menschen darüber zu diskutieren, denn davon lebt unsere Demokratie: Von Debatten, einem Austausch und der Kompromissfindung, die es ohne erstere nicht geben könnte.

Ich werde jetzt direkt das nächste Zeh-Buch beginnen (ihre aktuellste Veröffentlichung: “Über Menschen”) und vielleicht nebenbei noch “Kim Jiyoung, geboren in 1982” beenden. Ich hoffe ihr findet auch etwas Zeit zum Lesen und zum Entspannen.

Ihr hört von mir,
Aly 🙂

PS: Hier noch eins meiner Lieblingszitate: “Die Fähigkeit zum Schmerz macht uns zu Menschen und bringt uns immer wieder ins Zentrum unserer Kraft zurück. Auch wenn die Schrecken der Weltgeschichte etwas anderes vermuten lassen – der Mensch ist ein soziales, moralfähiges, auf das Gute gerichtetes Wesen. Das Schädigen von anderen beruht beim Menschen in den allermeisten Fällen nicht auf einem Willen zum Bösen, sondern auf einem eklatanten Mangel an Empathie.”
– Juli Zeh: “Fragen zu Corpus Delicti”, Seite 57

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Blog Entry No. 35 – Jenseits des Abgrunds

Liebe Leser*innen,

das Buch dieser Woche ist das erste Hardcover, welches ich als Rezensionsexemplar erhielt. Vielen Dank der Penguin Random House Verlagsgruppe. Diesen Roman setzte ich auf meine To-Read-Liste, weil mich der Untertitel faszinierte: “Roman über den Sinn des Lebens”. Ich stelle mir die Frage nach dem Sinn des Lebens wahrscheinlich häufiger, als es meinem Seelenfrieden gut tun würde und ich komme immer wieder zur gleichen, niederschmetternden Antwort: Nichts hat einen absoluten Sinn. Alles was wir tun, erleben und wertschätzen wird irgendwann wieder als Sternenstaub in den unendlichen Weiten des Universums in Vergessenheit geraten (Nichts: Was im Leben wichtig ist von Janne Teller steht schon auf meiner Leseliste). Jedoch gibt es natürlich den subjektiven Sinn im Leben, den ich hin und wieder aus den Augen verliere und der eine wichtige Rolle in Jenseits des Abgrunds von Francesc Miralles und Angeles Donate spielt.

Aber nicht nur der Untertitel, sondern auch das Cover hat mein Interesse sofort geweckt: Wie konnte ich nicht den Blick in ein Buch mit einem so harmonisch türkies-violetten, mit wunderschönen Pflanzen verzierten und einfach so idyllisch gezeichneten Cover werfen? Hinzu kommt noch, dass ein großes Stück meines Herzens dem Meer gehört und auch wenn das Meer im Buch selbst gar keine Rolle spielt, kleidet das friedliche Abbild den Roman hervorragend. Außerdem ist der Schutzumschlag des Hardcovers ein klimaneutral hergestelltes Druckprodukt aus festem Papier, was ich super gut finde, da die Umwelt selbstverständlich auch geschützt und der Klimawandel entschleunigt werden muss, wenn es um Bücher geht.

Die Handlung beginnt mit Toni, der mit der Urne mit der Asche seines toten Bruders Jonathan auf dem Rücksitz durch die Rocky Mountains fährt, um eben jene Asche an einem speziellen Ort zu verstreuen, wie es sich sein Bruder vor seinem Tod wünschte. Die erste Geschichte von einem Leben, das Kosei-San, der zurückgezogen auf einer Felsklippe wohnende Japaner, rettete, erfährt Toni in einem alten Diner von Rose. Ihr Leben wurde wie viele andere von dem mysteriösen Japaner gerettet. Diese Geschichte fasziniert Toni, weshalb er als Journalist gern mehr über Kosei-San erfahren und einen Artikel über ihn schreiben würde. Nicht ahnend wie stark diese Zeit an den Klippen sein Leben verändern würde, stimmt er gern zu, als der Alte ihn auf eine Tasse Tee einlädt.

Jenseits des Abgrunds ist ein Buch voller Dialoge, Geschichten und Schicksale. Man erfährt von vielen unterschiedlichen Menschen, die mit ihrem Leben bereits abgeschlossen hatten, keinen Sinn mehr sahen und aber wie Toni die angebotene Tasse Tee nicht ablehnten. Kosei-San war, meiner Meinung nach, tatsächlich ein Meister darin, den Menschen wieder Lebenswillen und eine Perspektive zu schenken, einfach indem er zuhörte und ein paar Fragen stellte. Der Roman ist außerdem wunderbar geschrieben. Ich flog nur so durch die Seiten und bekam ein wirkliches Gefühl davon, gerade Tee zu trinken und inspirierenden wie niederschmetternden Erzählungen zu lauschen. Obwohl die Schicksale vieler verschiedener Menschen eine wichtige Rolle spielen, beschränkt sich die Handlung des Romans nicht nur darauf, sondern auch der Rahmen, Tonis Geschichte, bleibt das ganze Buch über spannend. Der einzige Punkt, in dem ich etwas enttäuscht wurde, war die Art der Sinnfrage, die thematisiert wurde. Da ich mich selbst sehr oft frage, wie man die elementare Sinnfrage unserer Existenz überwinden kann, hatte ich gehofft, sie würde in Jenseits des Abgrunds zumindest angesprochen. Jedoch wurde sich durchgängig nur mit der subjektiven Sinnfrage, also wie die Individuen ihren Lebenswillen wiedererlangen können, beschäftigt. Diese ist zweifelsohne enorm wichtig und steht in einem engen Zusammenhang zu ersterer Frage, dennoch fehlte mir etwas indem der Unterschied beider Fragen in einem “Roman über den Sinn des Lebens” nicht vorkam.

Insgesamt bleibt Jenseits des Abgrunds aber ein großartiges Buch mit einem sehr angenehmen Schreibstil. Es zu lesen habe ich sehr genossen und ich kann es jedem, vor allem jenen, die vielleicht gerade mit ihrem Leben hadern und/oder gern mal wieder eine schöne Geschichte lesen möchten, nur empfehlen. Aus diesem Grund fällt es mir nicht schwer 5 von 5 Sternen zu vergeben.

Denkt daran Euch hin und wieder eine Auszeit zu nehmen, stressig wird das Leben von allein zu schnell,
Aly

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Blog Entry No. 34 – Not My Ruckus

Dear Readers,

today’s review will be on an audiobook (my first one on this blog), which touched me deeply. In what kind of way I will tell you later on, but if you’re capable of hard truths and unpleasant stories, you should definitely give this book a read.

The cover of Not My Ruckus is beautiful. I love that kind of art with the flowers growing between and seemingly melt into the title and the house. It looks gorgeous!

Not My Ruckus is the debut novel of Chad Musick, an author, who “makes no secret of being epileptic, autistic, and arthritic, facts that inform how he approaches both science and the arts” (quote from the information about the author on goodreads). The novel was published on February 16th 2021 by Cinnabar Moth Publishing LLC and Ivy Tara Blair narrated the audiobook, which has a lenght of 8 hours and 32 minutes. You find it with the ISBN 9781953971036.

So far about the dry facts, but the content is far more complex. That’s why I won’t tell too much, the story develops fast and I don’t want to spoiler you important events.
The plot is told by the main character: 14 years old Clare, an incredibly strong person, who cares heartbreakingly much about her loved ones. She lives in a small town in 1980s Texas, grows up in a highly religious and abusive family and neighborhood. The narrations starts with her first kiss with Esther, her neighbour. Sadly, right at the moment of that kiss Esther’s mom is bleeding in the hospital because of a gun shot. The novel starts with a kiss and a murder and develops thrillingly till the last few seconds of the audiobook.

Listening to this book was shocking, thrilling, at some points lovely and definitely eye opening. Musick described so many forms of abuse and violence in families and the neighborhood that I wouldn’t recommend this book for people who are very sensible for such issues, although he only implicitly described the actions and mostly did not write about them in detail. Leaving many things unsaid but imaginable lead to a heart touching, unpleasant reading experience, without using to much horror. I really appreciate his writing style; it made the important issues and events clear and left enough space to create a thrilling novel that needs to be read between the lines sometimes. The author addressed important topics and I was shocked and upset about knowing this is reality for way too many people in this world. Chad Musick wrote an incredibly good and important book with gorgeous character developments (not all though, but the important ones evolved greatly) and a stirring plot.
But I’m also reviewing the audio of the book and to be honest, I didn’t find the narration fitting. My first impression was that the narrator sounds bored and unenthusiastic, which doesn’t fit for a 14 year old girl and such a complex story. Though Ivy Tara Blair made it a bit hard for me to find into the novel, I enjoyed how she changed her voice for the different characters. It made it a lot easier to distinguish between Clare’s narration and direct speech of other people.

All in all Not My Ruckus is a well written, important novel that addresses major issues, but in order to do so writing about abuse and violence is needed, which is essential but maybe not fitting for readers, who aren’t capable of or don’t like reading about disturbing scenes. Consider the trigger warning, it has its reasons. Since I didn’t quite like the narration of the audiobook, I consider reading the ebook or paperback sometime in addition.

Have a great week,
Aly

PS: I received the audiobook from NetGalley in exchange for an honest review. That did not influence my opinion on the book.

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Blog Entry No. 31 – Mädchen, Frau etc.

Liebe Leser*innen,

in der letzten Woche haben Bernadine Evaristos Worte nicht nur mein elektronisches Bücherregal (an dieser Stelle vielen Dank an NetGalley, wodurch ich dieses großartige Buch als eBook lesen durfte), sondern auch mein Bewusstsein und meinen Geist bereichert. Solltet Ihr noch überlegen, ob Ihr Mädchen, Frau etc. kaufen wollt, kann ich euch versichern, dass die darin geschilderten Perspektiven jeden Cent wert sind.

Das Cover ist mit Abstand eines der farbenfrohsten meines Regals und die starken, gesättigten Farben stehen im Kontrast zu der schwarz-weißen Gestaltung der Schrift und der Silhouette. Trotz der zahlreichen Kontraste (Schwarz/Weiß; Komplementärfarben Violett/Gelb; verschiedenste Formen, usw.), den klaren Linien und den satten Farben, was insgesamt sehr viel Energie und Kraft ausstrahlt, erscheint das Cover harmonisch und ist angenehm zu betrachten. Meiner Meinung nach passt diese Gestaltung perfekt zum Inhalt des Buches, zu den vielen verschiedenen Geschichten von starken, unabhängigen, wundervollen Frauen. Müsste ich nur nach dem Cover entscheiden, welche Bücher ich lese, hätte dieses auch dann den Weg in meine Hände gefunden.

Mädchen, Frau etc. von Bernadine Evaristo erschien am 23. Januar 2021 im Klett-Cotta Verlag, nachdem das britische Original bereits am 2. Mai 2019 veröffentlicht wurde und noch im selben Jahr, neben weiteren, späteren Preisen, den Booker Prize erhielt. Ihr findet das Buch unter der ISBN 978-3-608-50484-2.

Evaristo beschreibt in ihrem Roman die Lebensgeschichten von 11 Frauen und einer Person, welche sich als non-binary identifiziert und in einem weiblichen Körper geboren wurde. Jede Person erhielt ihr eigenes Unterkapitel, in welchem dann die Ereignisse aus der Perspektive dieses Menschen geschildert wurden, oft auch in einer für diesen typischen Sprache, wodurch die Charaktere authentisch wirkten. Jedoch standen alle Kapitel in einem Zusammenhang: Zentrum der Handlung war im wesentlichen die Premiere des von Amma inszenierten Stücks: “Die letzte Amazone von Dahomey”. Alle Personen, welche für ein Unterkapitel die Hauptperson waren, waren entweder bei der Premiere anwesend, lasen davon oder waren mit jemandem verwandt, der dort war. Abgesehen von Penelope identifizierte sich auch kein Charakter als weiß, alle wurden entweder selbst auf dem afrikanischen Kontinent geboren oder hatten enge Verwandtschaft, für die das zutraf.

Inhaltlich stellt Mädchen, Frau etc. einen herausragenden, wichtigen und längst überfälligen Einblick in das Leben von Frauen dar, die mit sehr viel Leid, Verlust und Diskriminierung leben mussten und müssen. Außerdem wird mehr als deutlich gezeigt, wie unterschiedlich die Haltung von Menschen sein kann, die eigentlich das Gleiche erreichen wollen. Besonders gut hat mir aber die Gegenüberstellung der verschiedenen Generationen gefallen, die zum einen die Entwicklung der Gesellschaft sehr deutlich gemacht hat, aber zum andern auch darauf aufmerksam macht, den älteren Generationen zuzuhören, aus ihren Erfahrungen zu lernen und zu versuchen sie zu verstehen. Meiner Meinung nach schuf Evaristo mit diesem Roman ein hochpolitisches Werk, das Augen öffnet und dazu aufruft, den Fokus auf die wesentlichen Werte, auf deren Herstellung und Wahrung fast alle Bewegungen hinarbeiten, nicht zu verlieren.

Obwohl dieses Werk inhaltlich großartig und schwer von Bedeutung ist, kann ich leider trotzdem keine 5 von 5 Sterne vergeben. Der Schreibstil hat mir besonders zu Anfang Probleme bereitet. Man findet außer Kommas, Frage- und Ausrufezeichen keinerlei Satzzeichen. Sätze sind als Absätze gekennzeichnet und wörtliche Rede war lediglich am Wechsel der verwendeten Personalpronomen zu erkennen. Natürlich zeigt dies eine spezielle, fast schon poetische Stilistik, jedoch habe ich mich bis zum Ende nicht völlig daran gewöhnen können. Deshalb konnte ich während des Lesens nicht so in die jeweilige Geschichte eintauchen, wie es bei anderen Büchern möglich ist und brauchte mehrere Anläufe mich zu motivieren, weiter zu lesen. Das ist bei einem Buch mit so wichtigem Inhalt extrem schade.

Dennoch bleibt Mädchen, Frau etc. ein sehr gutes Buch mit einer zweifellos wirklich wichtigen Thematik. Trotz des anstrengenden Schreibstils, sollte jeder diesen Roman mindestens einmal gelesen haben und sich die Bedeutung dieser keineswegs selten vorkommenden Geschichten und Ereignisse bewusst machen. Diese Worte Bernadine Evaristos sind eine Bereicherung für jedes Bücherregal.

Ich hoffe Euch geht es gut und ihr könnt die kommende Woche genießen,
Aly

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Blog Entry No. 30 – Neu entdeckte Podcasts, Batman Joker War und warum ich Batwoman sympathischer finde als Batman

Liebe Leser*innen,

in den letzten beiden Wochen war es hier sehr still. Das liegt hauptsächlich daran, dass mein “eigentliches”, “normales” Leben, in dem ich nicht Alyrene heiße, zur Zeit sehr stressig ist. Dadurch komme ich zum einen nicht wirklich zum Lesen, wodurch mir wiederum der Stoff fehlt, über den ich normalerweise bloggen würde. Außerdem bewirkt der Stress aber auch, dass mir einfach die Motivation fehlt in der freien Zeit, die ich hin und wieder genießen darf, auch noch am Computer zu sitzen und zu schreiben.
Allerdings habe ich in den letzten zwei Wochen zwei Podcasts und eine neue Serie gefunden, die einfach wirklich wunderbar sind.

Zu den beiden Podcasts nur ein paar kurze Worte, weil sie sowieso am besten wirken können, wenn man sie sich einfach anhört: Happy Queer Mind: Self-Help for LGBTQIA+ people and their allies von Jess Darnell steht noch am Anfang, aber die Folgen, die bereits hochgeladen wurden sind einfach großartig. Zum einen sind die Themen, die angesprochen werden extrem wichtig, schon einfach damit die Tabuisierung endlich abgebaut werden kann, und sie werden sensibel und unterstützend (besonders die Folge zu Overthinking & Anxiety mochte ich sehr) besprochen. Zum andern liest Jess Darnell aber auch in jeder Folge ein eigenes, zum Thema passendes Gedicht, was mich einfach immer wieder sehr freut. (Wie man vielleicht am Titel sieht, ist dieser Podcast auf Englisch ;))
Willkommen im Club – der LGBTIQ*-Podcast von PULS ist ein Podcast von PULS, was wiederum ein Teil des Bayerischen Rundfunks ist. Es wird eine bunte Themenvielfalt rund um die LGBTQIA+ Community auf eine unterhaltsame (je nach Thema natürlich!) und informative Weise besprochen. Mit vielen Gastrednern und Interviewpartnern bleiben die Folgen immer abwechslungsreich und es wird sichergestellt, dass man von mehreren Perspektiven hört. Die Moderatoren klingen absolut sympathisch und wie der Titel bereits sagt, sind alle willkommen. Egal welchem Buchstaben man sich zugehörig fühlt, ob man noch auf der Suche nach der eigenen Identität ist oder als hetero cis Person, als Ally, einfach mehr über die Community erfahren möchte. Dieser Podcast ist für jeden und ich persönlich finde auch, dass jeder mindestens reinhören sollte, dass jeder den Menschen und ihren Perspektiven zuhören sollte.
Ich habe euch die Podcasts auf Spotify verlinkt, aber soweit ich weiß, findet ihr sie auch bei anderen gängigen Podcast-Plattformen. Viel Spaß beim hören!

Nun zu Batman: Mit Heft 47 (März 21) der Batman-Reihe von Panini Comics wurde eine neue Sub-Reihe eröffnet: Batman Joker War. Die Originalhefte wurden bereits im Herbst 2020 in den USA veröffentlicht und da die deutschen Hefte immer zwei der Originalhefte beinhalten, gibt es in Deutschland nur vier Teile. Der erste Teil der Reihe enthielt ein Wendeposter mit zwei sehr Joker-typisch verrückten Motiven des Antagonisten. Ich persönlich mag das Feuer-Motiv mehr, weil es mehr Coolness ausstrahlt und weniger schreit: “Ich bin irre!”
Im Plot geht es im Wesentlichen darum, dass der Joker herausgefunden hat, dass Bruce Wayne Batman ist und ihn nun fertig macht. Er hat seine Firma, seine Konten, seine Bat-Höhle, einfach alles was zu Bruce Wayne und Batman gehört übernommen. Außerdem hat er Zugriff auf ein neues Nervengift und all die Leichen ausgegraben, die gestorben sind, weil Batman sie nicht retten konnte. Nun hat er Großes vor. Alles deutet auf den großen Endkampf hin, von dem sich einer von beiden nicht mehr erholen wird. Aber wer wird es sein?

Der Autor James Tynion IV und der Zeichner Jorge Jiménez etablierten in dieser Geschichte außerdem zwei neue Charaktere: Punchline und Clownhunter. Erstere wirkt als die neue Freundin des Jokers noch etwas flach, aber da die Künstler bereits ankündigten, dass die neuen Personen auch in den Heften nach Joker War weiterhin zu sehen sein werden, kann in zukünftigen Ausgaben natürlich noch Tiefe aufgebaut werden. Wir dürfen auf jeden Fall gespannt sein. Clownhunter wirkt dagegen schon nach den ersten Auftritten frisch und sympathisch. Er versucht gegen die Clowns zu kämpfen, die seine Stadt eingenommen haben, hat jedoch weder übernatürliche Fähigkeiten noch extrem viel Geld um sich teure Technik und Ausrüstung zu kaufen und genau das hebt ihn von den anderen DC-Helden deutlich ab. Arrow, Batman, Batwoman (nur um ein paar Beispiele zu nennen) haben alle große Firmen und reiche Familien. Sie setzen ihren Reichtum positiv ein, was zweifelsohne sehr lobenswert ist, aber besonders gut identifizieren kann man sich dadurch eben nicht mit ihnen. Genauso ist es auch mit Helden wie Superman, Supergirl oder Flash; wir “ottonormalo”-Leser werden diese Fähigkeiten wahrscheinlich nie haben, dadurch bewundert man die Helden und findet sie cool, aber Helden werden sie nicht durch die Bewunderung, sondern dadurch Gutes zu tun. Clownhunter ist bisher ziemlich normal, ein einfacher Bürger Gothams, der etwas gegen die Schreckensherrschaft tun möchte und dabei auch erfolgreich ist. Man kann sich mit ihm in gewisser Hinsicht identifizieren und er versucht sein Bestes, um Gotham zu einem weniger angsteinflößenden Ort zu machen. Das nenn ich mal einen guten Helden. Auch er wird laut den Künstlern zu einer neuen Generation Vigilanten in Gotham werden und in den weiteren Heften zu sehen sein. Ich bin gespannt, wie er sich entwickelt.

Ich mag die Art wie die Comics gezeichnet und geschrieben sind. Weil das sehr subjektiv und schwer greifbar ist, hier ein Gegenbeispiel: ich persönlich mag die Art, wie die Guardians of the Galaxy in den aktuellen Comics gezeichnet sind, nicht besonders. Die Batman Reihe lese ich jedoch sehr gern und das auch, obwohl ich sonst kein großer Fan von Brutalität und Gewalt bin, die in dieser Art von Comics natürlich zu Genüge vorkommt (sonst würde dem Stil der Comics auch wirklich etwas fehlen). Da aber noch zwei Teile der Reihe fehlen, kann ich noch nicht zu einem finalen Urteil kommen, aber bisher ist diese Sub-Reihe definitiv interessant.

Batman ist zweifelsfrei berühmt. Selbst wenn man keine Comics liest, kennt man vermutlich die Filme oder hat schon mal Merchandise im Laden gesehen. Der dunkle Rächer, der den Mord seiner Eltern mit ansehen musste, der immer grimmig guckt und der den Kodex hat niemanden zu töten. Er existiert nun schon länger als acht Jahrzehnte und trotzdem gibt es immer wieder neue Geschichten. Geschichten mit dem Riddler, dem Joker, Harley Quinn, Two-Face, dem Pinguin und vielen mehr. Ich selbst bin auch eher zum Batman-Comics-Leser geworden, weil ich die Antagonisten sehr faszinierend und spannend finde (ich befürworte nicht, was sie tun, frage mich nur wie sie zu den Menschen geworden sind, die sie sind und was sie als nächstes planen). Aber der wesentlichste Grund, warum ich Batman anderen Helden wie Superman oder Flash vorziehe, ist dass er ein Mensch ist. zwar ein Mensch der extrem beeindruckende Technologie hat, aber trotzdem ein Mensch, der lange trainieren musste und durch die Hölle gegangen ist, um es jetzt mit seinen Feinden aufzunehmen und die Stadt für die Menschen ein bisschen sicherer zu machen.

Aaaber….

Batman ist wirklich nicht sympathisch. Ich habe vor kurzem Batwomans Welt für mich entdeckt und da sind mir einige Dinge klar geworden: DC-Helden neigen oft dazu melodramatisch zu sein. Klar hat jeder eine tragische Geschichte, die begründet, warum aus einer “normalen” Person eine heldenhafte Kampfmaschine geworden ist und klar müssen sie ihr Doppelleben möglichst geheim halten und ihre Familie schützen, aber man muss nicht alles so überdramatisieren, wie es beispielsweise Batman und Arrow oft tun. Batwoman und Wonder Woman schaffen es auch superkrasse Heldinnen zu sein, ohne aus allem ein Riesendrama zu machen. Wenn Plan A und B nicht funktionieren, dann wird halt Plan C umgesetzt. Außerdem schaut Batman immer, in wirklich jeder Situation grimmig. Vielleicht meint er, damit den Feinden mehr Angst machen zu können oder ähnliches, aber mal ehrlich, wäre es so schrecklich hin und wieder zu lächeln oder wenigstens neutral zu schauen?
Das eigentlich Wesentliche, wenn es um die Frage von Lieblings-Superhelden geht, ist aber, dass mir langsam die Gründe ausgehen, Batman zu mögen. Es gibt einfach mehr Aspekte an Helden wie Wonder Woman und ganz besonders Batwoman, die ich cool und sympathisch finde.

Zuerst natürlich das offensichtlichste: Sie sind Frauen. Unsere Welt braucht eindeutig mehr weibliche Superhelden, wo doch auch im Alltag der Realität schon die Heldentaten von so vielen Frauen nicht wertgeschätzt werden. Sexismus in den Medien sollte endlich der Vergangenheit angehören. Wo sind die trans* und inter* Helden?
Batwoman ist außerdem auch nur ein Mensch (im Gegensatz zu Wonder Woman ;)). Sie hat hart trainiert, Verluste erleiden müssen und will andere Menschen beschützen, sie macht Fehler und sie muss vertrauen, weil sie nicht alles im Alleingang bewältigen kann. Mit ihr kann man sich identifizieren. Außerdem ist sie lesbisch, was noch einmal neue Herausforderungen mit sich bringt. Sie muss sich als Kate Kane Diskriminierung und Homophobie stellen, aber hat den Mut nicht nur als Kate zu dem zu stehen wer sie ist, sondern auch als Batwoman sich als lesbisch zu outen. Meiner Meinung nach ist sie ein zutiefst beeindruckender Charakter, den ich bewundere und der ein gutes Vorbild für so viele Menschen auf dieser Welt sein kann.
Kate wirkt außerdem wie ein sehr offener, selbstbewusster Mensch und gibt in der Serie auch zu, dass sie es nicht gewohnt ist, Geheimnisse zu haben und die Menschen um sie herum anzulügen. Diese Art mit dem Doppelleben umzugehen, die Offenheit über die Probleme, die mit einem Superhelden-Leben verbunden sind, werden somit greifbar (anders als bei Batman, der immer sehr verschlossen wirkt) präsentiert, ohne überdramatisiert zu werden (anders als bei Arrow, der jedes mal ein riesiges Drama daraus macht, wenn er die Menschen, die ihm wichtig sind zwar beschützen will, aber trotzdem nicht ehrlich zu ihnen sein kann).

Unabhängig davon, dass sowohl Batwoman als auch Kate Kane super gut aussehen (die rote Farbe im Kostüm bewirkt coole Akzente, wodurch der Anzug deutlich weniger trist und langweilig aussieht, rot ist außerdem eine meiner Lieblingsfarben und ich finde auch Kates Stil und Aussehen in der Serie mega cool, sie sieht einfach gut aus), ist ihre Figur schon nach den ersten Folgen (ich habe leider bisher noch keine Batwoman-Comics gelesen, sondern schaue gerade nur die Serie, aber ich versuche das ganz bald nachzuholen) um einiges tiefgründiger und komplexer, aber auch deutlich bodenständiger und nahbarer als die meisten anderen Helden, die bisher von den Medien gezeigt wurden.
Wenn ich mir aussuchen dürfte, mit welchem Superhelden ich gern mal zusammen was essen oder trinken gehen würde, wäre meine Wahl ohne zu zögern Batwoman.

Genießt den beginnenden Frühling und bis bald,
Aly

PS: Die Serie zu Batwoman könnt ihr auf Amazon Prime schauen.

PPS: In der zweiten Staffel scheint es einige Veränderungen Batwomans zu geben, ich bin gespannt und schreibe bestimmt wieder zu diesem Thema, aber jetzt genieße ich erst mal die erste Staffel zu Ende.

Blog, Reviews

Blog Entry No. 29 – Full Disclosure

Dear Readers,

have you ever read a book that made you wonder how you could walk through society with your eyes closed until now? Well, I truly hope so for you. If not, you maybe should consider reading Full Disclosure by Camryn Garrett. This book, published in 2019 in Great Britain by Penguin Books, isn’t just a great bestseller. It’s eye-opening, honest (at least it feels honest) and relatable.

To be frank, I usually don’t like photographs as cover, but this one – taken by Theodore Samuels – fits the novel pretty well. It’s unobtrusive, nearly shy, but still beautiful. It portrays the main character extremely good, I think. The title and the authors name seem to scream, because of the bright colour and therefore build an intense contrast to the calm blue in the background.

Full Disclosure is told by the main character Simone. She is finally happy again at her new school, after she was hated badly at her old one, because the students and parents found out that she’s HIV-positive. She has found her beloved, two, best friends – Claudia and Lydia -, she’s directing the school musical Rent and she’s making out with Miles, the attractive boy, who helps with the musical’s set. Simone is happy, full of questions about having sex with HIV, but happy. But as she finds an anonymous note in her locker that threatens to tell everyone that she’s positive, her world is standing upside down again and definitely not in a good way…

Full Disclosure is probably the first Highschool-novel that actually taught me something. I mean a way of understanding a perspective I definitely can’t relate to, because I’m luckily not affected by the issues black people and people with HIV have in society. I’m glad that I found this novel, because it showed me that there are things I will, I can never understand, since I’m one of the privileged, healthy, white folks that urgently need to be told what it’s like to be affected by racism and ignorance. This topic is highly complicated, amongst other things, because it’s an emotional one that involves many different, individual experiences as well as a complex history and a lot of ignorance and unreasonable fear. I get confused about the whole matter frequently, but I try to understand. I’m sorry for everyone I might have hurt because of my own ignorance. I think we all should communicate more and in a healthier way. Listen to what the people have to say. Listen to how they feel and I guess then there will be at least a chance to improve, to understand and to stop the sorrow. Full Disclosure is – in my opinion – a book, that explains to the reader in a subtle, sensitive way, how it feels to be hated and not understood. The story is told by Simone, so one gets to know her thoughts while reading, which helps enormously to realize, why she’s reacting in the way she does. She’s a character that develops and that is independent which leads to a perception of her as an authentic person. Additionally, all the supporting characters are drawn in a deep and original way with their own problems, that get discussed and aren’t just ignored like in other novels.

All in all it’s a gorgeous book with great characters and important matters. It discusses the perception of HIV-positive, of black and of queer people and doesn’t forget the “simple” matters of growing up. No matter if one likes Young Adult or romantic novels, I think everyone, but especially all the privileged, white, healthy, ignorant people should read Full Discosure at least once in a lifetime, but actually as soon as possible.

Have a great week,
Aly

Blog, Reviews

Blog entry No. 28 – White All Around

Dear Readers,

the review of this week will be a rather short one. I’m gonna show you what the book is about and what I think about it. No talk about the cover or any analytical parts. I’m sorry about this short version, but I’m pretty stressed out in the moment, so this is sort of a compromise between not writing at all and getting stressed caused anxiety because of not having enough time for my actual work. I hope you like it anyway.

Cover from the ePub version by Europe Comics I got from NetGalley in exchange for a review.

White All Around by Wilfrid Lupano (Writer) and Stephane Fert (Artist and Colorist) is the first graphic novel I read besides the Batman comics from the DC Universe (in Germany published by Panini Comics). It is the first one, but it will definitely not be the last one. It’s great to see what art can deliver and to have a bit of variety to usual novels. It was published on 20th January 2021 as an eBook with 140 pages.

What is White all Around about? (Summary found on Goodreads)
Canterbury, Connecticut, 1832: a charming female boarding school has found success among the locals, with two dozen girls enrolled. Some in town question the purpose of educating young girls—but surely there’s no harm in trying? At least not until the Prudence Crandall School announces its plans to start accepting black students. Thirty years before the abolition of slavery in the United States, in the so-called “free” North, these students will be met by a wave of hostility that puts the future of the school in question, and their very lives in peril. Even in the land of the free, not all of America’s children are welcome.

My Opinion: White All Around is no character based story. It doesn’t tell thoughts and the development of one or more characters, instead historical facts have been incorporated in an appealing and fulfilling way. I was shocked about the intolerance of the people in the town and knowing that this is based on real actions, makes it even worse. But I think that’s exactly what historical literature should do: It should raise attention for the issues and errors of the past times to avoid them in the present and future. This graphic novel opens eyes for racism, sexism and intolerance in general, which needs to be done more often. An appropriate Fore- and Afterword provides background knowledge about the setting and situation of the story. All in all it’s a greatly drawn graphic novel, which hopefully may invite more people to read about historical events.

Have a gorgeous week,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 27 – Clap When You Land

Dear Readers,

today’s review will be about a new favorite book of mine. I saw it on bookstagram, in a post about young adult books recommended for black history month. After reading the description I decided nearly instantly to buy it. Now, after a bit more than a week reading this incredible piece, it became one of my favorite books, I like it even better than Every Day by David Levithan. I’m talking about Clap When You Land, a novel-in-verse, written by National Book Award-winning and New York Times bestselling author Elizabeth Acevedo.

The Cover of the hardcover edition (published by HarperTeen): https://www.goodreads.com/book/show/52516332-clap-when-you-land

The only tough decision I connect with that novel, is which version I should buy. I really like the cover of the hard-cover book, but I often find paperbacks more comfortable. Also, they’re cheaper (don’t get me wrong, I like to support authors, but I don’t have that much money to spend on books every month, so I think that’s a fair compromise). After all, both covers show the main characters somehow divided and are beautifully designed. Both the hardcover’s drawn style and the paperback’s digital designed cover-images are amazing and in it’s simplicity contrary to the highly emotional story.

Clap When You Land by Elizabeth Acevedo is about Camino, a young girl living in the Dominican Republic. Her father visits her every summer, but this year everything is different, just because of one event: On the day when his plane is supposed to land, Camino meets crowds of crying people when she arrives at the airport. The plane crashed. But she’s not the only girl who mourns for her father: Yahaira, living in New York, is told in the principal’s office that her father, her hero, died in a plane crash on the flight he takes every year in the summer to the Dominican Republik. Both girls need to learn the secrets their father had. They need to get along in a new, forever altered reality. But maybe there is hope to not be alone with this grief anymore. Maybe there is hope in finding a sister and in fighting for their dreams.

Personally, I love reading poetry and novels, so this novel-in-verse was a perfect mixture. Honestly, it was beautifully written without being overwhelming poetry-metaphor-language, if you know what I mean. The style supported the plot and the emotions perfectly well. It was written from two perspectives, Camino’s and Yahaira’s. I read some reviews by people, who said the characters have been to similar to tell them apart, but I totally disagree. Even when the name wasn’t written above the part anymore, I could instantly say, who tells the story at that point because everything was written logically all the time and I found those two characters very different. Also, the novel addresses issues, I think people should talk more about. Men, who think girls are their property, for instance. Clap When You Land contains LGBTQ+ content as well, but without making a fuss about it and I love it this way (of course I know that’s definitely not the norm, even in modern society, and it should be talked about more in order to get tolerated on a larger scale, but I wish it could be that easy). In this story it’s just normal and not really a problem, being gay and I think this is the way it should be: people love people, let them love each other, why does the gender matter?

So all in all, I really loved reading this book and will never regret buying it. As soon as I finish some other books on my current reading list, I’m gonna read “Poet X” or “With The Fire On High” by Elizabeth Acevedo. I’m looking forward to it!

I hope you’re well!

Yours,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 26 – Between Your Words

Liebe Leser,

die Rezension dieser Woche dreht sich um einen Roman des Lyx Verlages. Soweit ich mich erinnern kann, ist dieses Buch das erste, welches ich aus diesem Verlag gelesen habe und es hat definitiv einen sehr positiven ersten Eindruck hinterlassen. Between Your Words von Emma Scott wurde mir als eBook von Netgalley.de als Gegenleistung für eine Rezension bereitgestellt. Wie immer könnt ihr meine Rezension auch auf dieser Website lesen.

Das Cover ist relativ nichtssagend und schlicht, aber dennoch sehr harmonisch und schön. Man kann die Streifen, die mich zumindest irgendwie an glänzende Stoffbahnen erinnern, relativ gut mit der Amnesie in Verbindung bringen, indem man sie als die, die Erinnerung verwischende, Leere interpretiert. Wobei ein Cover ja nicht immer etwas aussagen muss; es ist wirklich schön und wenn ich ein Buch nur nach dem Cover aussuchen müsste, hätte ich dieses wahrscheinlich auch so gelesen.

Das Buch ist in drei Abschnitte geteilt, die den Inhalt meiner Meinung nach sehr gut gliedern. Der erste befasst sich mit der grundlegenden Handlung, deren Basis man auch nur kennen muss, um sich für dieses Buch zu entscheiden. Thea ist der weltweit zweitschlimmste, dokumentierte Amnesie Fall und es scheint keine Hoffnung auf Heilung zu geben. Ihre Pflege ist darauf ausgerichtet, dass sie alle 5 Minuten ihre Erinnerung verliert und keine Langzeiterinnerungen abrufen oder speichern kann. Es wird also angenommen, dass sie nur durch Routine und Ruhe ein scheinbar friedliches und glückliches Leben führt und Freuden an Tätigkeiten wie dem Malen unwesentlich sind, weil sie sich am nächsten Tag sowieso nicht mehr daran erinnern könne, gemalt zu haben.
Nachdem sie bereits zwei Jahre mit diesem Zustand im Blue Ridge Senatorium lebt, fängt ein neuer Hilfspfleger an dort zu arbeiten: James Whelan. Als sich Thea und Jim, wie er die meiste Zeit genannt wird, das erste Mal treffen, ahnt er noch nicht, dass sie Patientin an seinem neuen Arbeitsplatz ist, geschweige denn der zweitschlimmste Fall von Amnesie. Diese Begegnung ist beinahe magisch, Jim, der normalerweise nicht gern redet, weil er unter seinem Stottern leidet, fällt es zum ersten Mal in seinem Leben wieder leicht zu reden, viel zu reden. Thea, die in ihren 5 Minuten Phasen ein leuchtender, durch und durch fröhlicher Mensch ist, wie sie es in ihrem Leben vor der Amnesie war, lässt Jim nicht mehr los und es entwickelt sich eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten, die ich bisher lesen durfte.

Da das Buch im Sommer spielt, passt dieses Bild eigentlich nicht besonders gut, aber Sommerbücher im Winter zu lesen bewirkt fast immer eine gewisse Wärme im Innern.

Emma Scott ist bereits eine für ihren emotionalen, fesselnden Schreibstil bekannte Autorin und genau diese Fähigkeit hat sie in Between your Words eindeutig bewiesen. Der Roman hat mich gewissermaßen hineingesogen und es fiel mir wirklich schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Die Geschichte der beiden Protagonisten ist unglaublich gefühlvoll und wurde auch so geschrieben. Außerdem war es auch keine 08/15 Liebesgeschichte, deren Ausgang man schon nach den ersten Seiten voraussehen kann. Im Gegenteil, ich habe mich bis zu den letzten Kapiteln gefragt, wie die Geschichte enden wird und ob Thea und Jim eine Zukunft haben werden.
Besonders nachdem ich so schockiert von Die Wunderbare Kälte war, weil es eben keine Triggerwarnung gab, war ich sehr froh hier eine zu finden, die meiner Meinung nach dem Geschehen auch gerecht wird.

Emma Scotts Between Your Words ist ein absolutes Muss für jeden Romantik-Liebhaber. Wenn ihr gern emotionale Bücher lest, die noch dazu interessant sind (Wie wird mit einem solchen Amnesie-Fall umgegangen? Was macht das mit den Angehörigen? Wie geht es den Menschen mit Amnesie? etc.) und deren Nebencharaktere einfach durch und durch liebenswert sind, dann sollte dieser Roman definitiv in euer Bücherregal einziehen.

Alles Liebe,
Aly

Blog, Reviews

Blog Entry No. 22 – Die wunderbare Kälte

Liebe Leser,

In der letzten Woche hat mich besonders ein Buch in meinem Alltag begleitet: Die wunderbare Kälte von Elisabeth Rettelbach. Ich bekam die ePUB Version des Buches von Netgalley für eine Rezension bereitgestellt. Soeben habe ich die letzte Seite eben diesen Buches gelesen und muss ehrlich sagen, es ist zwar einzigartig und definitiv außergewöhnlich, aber wirklich gut gefallen hat es mir nicht.

Am 01.12.2020 wurde das Buch der Diplom-Übersetzerin und Texterin im Kirschbuch Verlag veröffentlicht. Elisabeth Rettelbach spricht verschiedene Sprachen, unter anderem Englisch, Französisch und Schwedisch, und lebt nun nach vielen Jahren in den USA wieder in Deutschland. Sie gewann mit Die wunderbare Kälte, ihrem Debüt, den Preis “Bestseller von morgen”.

Cover der ePUB und Taschenbuch Version der ersten Veröffentlichung

Am Cover gefällt mir besonders die farbliche Harmonie der Blau- und Violetttöne, zumal die kalten Farben natürlich auch das Thema und die Stimmung des Romans sehr gut treffen. Ich persönlich bin auch ein Fan von Schreibmaschinenschriftarten, wie die, in welcher der Titel und der Name der Autorin gestaltet wurden. Im Hintergrund erkennt man gut die vereinzelten Schneeflocken, die wiederum natürlich zu dem Winter passen, in welchem die Geschichte handelt. Was genau der restliche Hintergrund darstellt, kann ich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Meine Vermutung ist etwas pelz- oder stoffähnliches, passend zu den vielen Kostümen, welche einen wesentlichen Einfluss auf die Handlung haben. Auch zwischen dem, im Vordergrund prangenden, vergleichsweise sehr großen, Schmetterling und dem Inhalt des Buches kann ich keine gute Verbindung herstellen, aber vielleicht erkenne ich nur gerade den Interpretationsansatz nicht. Falls ihr Ideen habt, wie man diesen interpretieren könnte, schreibt es gern in die Kommentare.

Im Mittelpunkt der Handlung von Die wunderbare Kälte steht Kai, eine einzelgängerische Maskenbildnerin, die den Winter liebt. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten damit, Fremde zu stalken, ihnen Zettel mit einer Telefonnummer oder E-Mail-Adresse zuzustecken und sie dann wie Figuren in einem Drehbuch zu manipulieren. Bei einer Lesung, die sie nur ihrer Schwester zuliebe besucht, trifft sie auf Milo und Tama. Zwei Fremde, deren Geschichte Kai stärker als je eine zuvor fasziniert. Sie beginnt sich in das Leben der beiden einzumischen und ein psychedelischer Albtraum beginnt.

Rettelbach verwendet einen sehr leichten, aber zugleich auch komplexen Schreibstil. Das Buch ließ sich, nach einiger Gewöhnung, sehr leicht und schnell lesen (rein vom Vokabular und der Grammatik her, zum Inhalt später mehr) aber mir sind auch sehr viele Stilmittel aufgefallen. Besonders stark arbeitete die Autorin mit Wiederholungen, welche die Stimmung der Situation sowie die Gedanken und Gefühle von Kai gut verdeutlichten. Die meiste Zeit über erzählte die Protagonistin aus ihrer Perspektive, also der ersten Person Singular, die Geschichte. Hin und wieder wechselte sie aber auch plötzlich zur dritten Person Singular, wodurch das Gefühl Kais, von außen auf sich drauf zu blicken unglaublich deutlich gemacht wurde. Außerdem nutzte Rettelbach zweimal die lateinische Phrase “Hic sunt dracones”, welche bei alten Seefahrerkarten meist an den Rand geschrieben war, also an die Stellen der Welt, welche noch unentdeckt waren, wo die Welt für die damaligen Menschen endete. Die Phrase meint im Wesentlichen also unerforschte Gebiete, was in den jeweiligen Szenen sehr gut passt. Obwohl ich mich erst an den Schreibstil gewöhnen musste, ist er, besonders wenn man genauer darüber nachdenkt, bemerkenswert gut.

Inhaltlich hat mich Die wunderbare Kälte leider nicht so überzeugt wie der Stil der Autorin. Ich persönlich hätte mir zuvor eine Triggerwarnung bezüglich Panikattacken gewünscht, da mich die Beschreibung dieser innerlich sehr aufgewühlt hat und ein positives Leseerlebnis deutlich beeinträchtigte. Obwohl sie nur in geringem Maße vorkommt, bin ich der Meinung, dass auch vor der beschriebenen Gewalt in irgendeiner Form zuvor gewarnt werden sollte (vielleicht in einer Anpassung des Genres oder einer Altersempfehlung), da ich mir vorstellen kann, dass man nicht unbedingt damit rechnet, wenn man im Klappentext etwas von einer Stalkerin ließt.
Diesen Roman zu lesen war durch und durch ein interessantes Erlebnis, welches ich von keinem anderen Buch so kennengelernt habe. Man erlebt alles aus der Perspektive einer Stalkerin mit immer offensichtlicher werdenden psychischen Problemen, wodurch man faszinierend und beunruhigend nah dran an ihren Emotionen und ihren Gedanken ist, welche ihr Handeln letztendlich ja bewirken. Mehr als einmal habe ich überlegt, aufzuhören dieses Buch zu lesen, weil es mich in gewisser Hinsicht einfach häufig verstört hat. Doch weil die Rezensionen, die ich bisher gelesen habe, sehr positiv berichteten, habe ich weiter gelesen mit dem Gedanken, dass es vielleicht noch eine spannende Wendung gibt. Außerdem interessierte es mich brennend, wie man so einen Roman zu Ende bringt. Ich konnte mir einfach kein Ende der Handlung vorstellen, weil es eben kein Buch wie jedes andere ist.

+++Achtung, mögliche Spoilergefahr+++

Um zu verstehen, warum Die wunderbare Kälte einen so fahlen Nachgeschmack hinterlässt und ich nur 2 von 5 Sternen auf Plattformen wie Goodreads und Netgalley geben kann, muss ich das Ende ansprechen. Neben dem Fakt, dass mich die Handlung und die Gedanken der Protagonistin nicht nur einmal verstört haben und ich das Buch wahrscheinlich nicht gelesen hätte, wenn ich um das Triggerpotential gewusst hätte (trotzdem bereue ich nicht, es gelesen zu haben, was aber eigentlich nur an dem Schreibstil der Autorin und der Tatsache, dass ich mit jedem Buch, das ich lese, für mein Leben lerne, liegt), hat mich auch das Ende des Romans sehr enttäuscht. Ich hatte wahrscheinlich auf irgendeine Art der Charakterentwicklung im Sinne eines Lernprozesses gehofft. Aber die einzige spürbare Entwicklung der Protagonistin ist die Steigerung ins Extreme ihrer Handlungen und der Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung während ihrer Geschichte mit Milo und Tama. Als diese aber vorbei ist, ist eben diese nur noch eine Geschichte für sie und Kai macht wieder so weiter, wie sie vor der Begegnung mit den beiden gelebt hatte. Nicht nur dass eine Art Lernprozess ausbleibt, auch fehlt jegliche Konsequenz ihres Handelns. Sie wird nie direkt mit der Polizei konfrontiert, obwohl mehrere Straftaten bekannt sind und sie erhält auch nie psychologische oder psychiatrische Hilfe, die sie aber offensichtlich dringend nötig hat. Die Botschaft, die das Buch damit sendet, mag zwar interessant, aber keinesfalls gut oder gesund sein.

+++ Ende des Absatzes mit Spoilergefahr+++


Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich die zwei von fünf Sternen (Netgalley, Goodreads, etc.) vor allem für den Schreibstil vergebe. Inhaltlich ist Die wunderbare Kälte zwar besonders und anregend, weil man diese Perspektive sehr selten zu lesen bekommt, aber, meiner Meinung nach, deshalb noch lange nicht gut. Mich hat der Inhalt an einigen Stellen einfach zu sehr enttäuscht und beunruhigt, um mehr Sterne zu vergeben. Wenn ich an diesen Roman denke, erinnere ich mich schlicht nicht an ein angenehmes Leseerlebnis. Solltet Ihr aber kein Problem mit der Schilderung von Panikattacken, Gewalthandlungen und psychischer Manipulation haben und die Perspektive einer Stalkerin interessant finden, ist Die wunderbare Kälte vielleicht eine optimale Bereicherung für Euer Bücherregal. In dem Fall, wünsche ich Euch natürlich viel Spaß beim Lesen!

Mit lieben Grüßen,
Aly

PS: Ihr findet Die wunderbare Kälte unter der ISBN 9783948736125 für 12€ (Taschenbuch) oder 6,99€ (ePUB) im Buchhandel.